Nehmen Sie Platz: Holzabdeckungen werden an der Mangfall in Kolbermoor durch Beton ersetzt

Hochwasserschutz: Marode Abdeckung wird entfernt – Arbeiten sollen laut Wasserwirtschaftsamt im Oktober fertig sein. Was noch geplant ist, lesen Sie hier

Von Ines Weinzierl

Kolbermoor – Die Holzabdeckungen auf den Spundwänden an der Mangfall gehören bald der Vergangenheit an. Denn seit dieser Woche werden die teilweise maroden und mit vielen Löchern versehenen hölzernen Abdeckungen entfernt – gestartet wurde an der Unteren Mangfallstraße.

Wenn alles nach Plan läuft sollen die Arbeiten Mitte Oktober abgeschlossen sein, teilt Projektleiterin Iris Reitinger-Eß vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit. Und dann können die Kolbermoorer Platz nehmen: Denn die Betonplatten, die die Holzabdeckung ersetzen sollen, dienen auch als Sitzgelegenheiten.

Auf rund 1800 Metern neue Abdeckung

Insgesamt handelt es sich um etwa 1300 Meter Betonabdeckung und etwa 520 Meter Stahlabdeckung. Das heißt: In den Bereichen zwischen der ehemaligen Handelsschule an der Oberen Mangfallstraße und der Einmündung Brünnsteinstraße in die Untere Mangfallstraße südlich der Mangfall solen Betonabeckungen erfolgen, so Reitinger-Eß. „Nördlich der Mangfall am Schwarzen Weg zwischen Brückenstraßenbrücke und Carl-Jordan-Brücke wird eine Abdeckung der Spundwand aus Betonfertigteilen aufgebracht“, erklärt sie weiter. Stahlabdeckungen sollen lediglich zwischen der Einmündung Brünnsteinstraße und der Stadtgrenze zu Rosenheim auf der südlichen Seite montiert werden.

Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

Aber es sollen nicht nur die Abdeckungen der Spundwände realisiert werden, sondern noch viel mehr: Im Bereich des Schwarzen Weges wird die Spundwand an zwei Stellen geöffnet. „So kann man auch hinter die Spundwand gehen und sich eventuell an die Böschung zur Mangfall setzten kann. Im Hochwasserfall werden diese Öffnungen selbstverständlich geschlossen“, erläutert sie.

Lesen Sie auch: Kolbermoor: Spundwände an der Mangfall werden aufgehübscht

Das ist unter anderem das Ergebnis der Bürgerworkshops, den die Stadt Kolbermoor 2015 nach der Errichtung der Spundwände durchgeführt hat. An drei Tagen konnten die Bürger damals ihre Ideen und Vorschläge einbringen – „und 1250 Vorschläge sind damals eingegangen“, erklärt Christian Poitsch vom Stadtmarketing.

Maßnahme kostet rund 800 000 Euro

Dieter Kannengießer wies auch in der jüngsten Stadtratssitzung auf die Maßnahme hin – „wir freuen uns, dass es endlich losgeht. Wir haben ja eine zeitlang drauf gewartet“, sagte der Zweite Bürgermeister, der derzeit die Geschäfte führt, da Rathauschef Peter Kloo im Urlaub ist. Zug um Zug werde die Maßnahme jetzt umgesetzt.

Lesen Sie auch: Kolbermoorer Freibad: Weitere Lockerungen für Schwimmer und Freizeitsportler

Reitinger-Eß teilte noch mit, dass es während der Arbeiten auf den Straßen zu Verengungen und Umleitungen kommen könne – an der Unteren Mangfallstraße steht derzeit eine Ampel, die den Verkehr auf Höhe des Bereichs regelt, da die Fahrbahn dort verengt ist. Die Kosten dieser Maßnahme belaufen sich auf rund 800 000 Euro – 60 Prozent davon übernimmt der Freistaat, den Rest die Stadt.

Ein jahrelanger Rückblick

Nach dem Hochwasser von 2013 wurde noch im selben Jahr mit den Schutzmaßnahmen begonnen. So wurden beispielsweise die Spundwände in den Boden gerammt. Im Herbst 2015 hat die Stadt eine Ideenwerkstatt initiiert. Die Bürger wünschten sich unter anderem Bänke, eine andere Abdeckung sowie Öffnungen der Wände am Schwarzen Weg. Im April 2016, habe es seitens der Stadt und dem Wasserwirtschaftsamt eine Begehung gegeben. Seither habe man laut Christian Poitsch vom Stadtmarketing seitens der Stadt gewartet. Warum hat es so lange gedauert? Dazu Christoph Wiedemann, Leiter der Hochwasserschutzprojekte des Wasserwirtschaftsamtes: „Wichtiger wie die Abdeckung war, die restlichen Hochwasserlücken zu schließen, wie entlang des Friedhofes oder auch der Bauabschnitt 6 Pullacher Au.“

Kommentare