Nachbarschaftsstreit um Gartenhaus

+

Immer wieder einmal müssen sich die Mitglieder des Kolbermoorer Bauausschusses mit der Aufstellung von Gartenhäusern und den damit verbundenen Nachbarschaftsstreitigkeiten beschäftigen. Auch jetzt hatte das Gremium einen Antrag auf Bebauungsplanänderung auf dem Tisch, dem ein privater Rechtsstreit unter Anwohnern vorausgeht.

Kolbermoor - Fast jeder Gartenbesitzer stelle sich im Laufe der Zeit ein Gartenhäuschen für Rasenmäher und Gerätschaften auf, wie Bürgermeister Peter Kloo anmerkte. Solche Häuschen gebe es oft günstig in den Baumärkten und die Leute würden beim Kauf meist gar nicht auf deren genaue Maße achten.

Doch in vielen Fällen sei baurechtlich für die Errichtung von Nebenanlagen in Form von Gartenhäusern oder Geräteschuppen eine Genehmigung erforderlich. "Solange sich die Nachbarn verstehen, gibt es keine Probleme", sagte Kloo. Die Erfahrungen würden jedoch zeigen, dass das Thema "Gartenhaus" immer wieder zu Nachbarschaftsstreitigkeiten führe.

Jüngstes Beispiel ist der private Rechtsstreit zweier Anwohner der Kolbermoorer Anlage Dr.-Hans-Jakob-Straße 12 bis 18. Grund des Ärgernisses sei auch hier das Aufstellen von Gartenhäusern auf dem Grund der Erdgeschoss-Wohnungen.

So habe sich die Klägerin in der Stadt Kolbermoor informiert, ob hierfür baurechtlich eine Genehmigung notwendig gewesen wäre. Weil aber der Bebauungsplan "Westlich der Carl-Jordan-Straße" keine diesbezügliche Regelung enthält, die Nebenanlagen auch außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche zulässt, sollte die Stadt Kolbermoor das Landratsamt Rosenheim beteiligen. "Wir haben also die Bauaufsicht hingeschickt", erzählte Kloo in der Sitzung.

Bereits kurz danach habe der Angeklagte und Besitzer des aufgestellten Gartenhäuschens bei der Stadt einen Antrag auf Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes zur Errichtung eines Geräteschuppens eingereicht. Der bestehende Schuppen ist 2,30 Meter hoch und seine Außenmaße betragen 2,50 Meter mal 2,50 Meter.

Aus Sicht der Verwaltung enthält der Bebauungsplan derzeit ein Regelungsdefizit im Hinblick auf die Realisierung von Nebenanlagen. Der Rathaus-Chef wies darauf hin, dass dieser Bebauungsplan für die gesamte Wohnsiedlung Dr.-Hans-Jakob-Straße gilt und sich in diesem Bereich viele solcher Nebenanlagen befinden. Aus diesem Grund schlage die Verwaltung die Überarbeitung des Bebauungsplanes vor, um eine textliche Festsetzung zur Errichtung von Nebenanlagen mit aufzunehmen.

"Es handelt sich hier um einen älteren Bebauungsplan. In jüngeren Plänen der Stadt Kolbermoor wurden Nebenanlagen in Form von Gartenhäusern, Geräteschuppen und Holzlegen bis zu einer Größe von drei auf drei Metern auch außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche für zulässig erklärt", führte Kloo aus.

"Wir wollen keinen Nährboden für private Streitereien bieten", betonte der Bürgermeister. Auch Josef Hartinger (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, den Anwohnern Ärger durch Streitereien durch klare Regelungen zu ersparen.

Schließlich erteilten die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig ihr Einvernehmen zur vereinfachten Änderung des Bebauungsplanes "Westlich der Carl-Jordan-Straße". dli

Kommentare