Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Niklas Romanski befreit Umwelt von Abfall

„Müllsammeln ist meine Leidenschaft“ - Warum der 17-jährige Umweltschützer aus Kolbermoor nun den „nächsten Schritt“ geht

Mithilfe eines Seiles fischt Niklas Romanski einen Sessel aus der Mangfall.
+
Mithilfe eines Seiles fischt Niklas Romanski einen Sessel aus der Mangfall.

Angefangen hatte alles mit einem kleinen Eimer, mittlerweile sammelt der Kolbermoorer Niklas Romanski Müll im großen Stile. Was ihn antreibt, warum sein Handeln überhaupt notwendig ist und wie er die vermüllten Stellen ausspäht.

Kolbermoor – Autoreifen mitten in der Natur, Matratzen im Wald, Sessel im Wasser. Die Liste der Gegenstände, die Niklas Romanski schon gefunden und fachgerecht entsorgt hat, ist lange. Der 17-jährige Kolbermoorer ist ein bekanntes Gesicht in seiner Stadt. Seit nunmehr acht Jahren zieht er durch die Gegend und sammelt Müll, den andere einfach liegen lassen. Hierfür arbeitet er sogar mit der Stadt zusammen, bekommt etwa einen Anhänger vom Bauhof gestellt. „Das ist einfach meine Leidenschaft“, sagt Romanski gegenüber dieser Redaktion. Jede freie Minute nutzt er seit dem, um die Natur zu entmüllen. Nun will Romanski „den nächsten Schritt“ gehen und hat dafür konkrete Zukunftspläne. Doch der Reihe nach.

Angefangen hat alles in der Schulzeit

Angefangen hatte alles in der Schulzeit. Damals habe er zu seinem Vater gesagt, dass er Müll an der Mangfall sammeln will. Gesagt, getan. Mit Eimer und Zange ausgestattet, machten sich Vater Jürgen Romanski und sein Sohn auf den Weg. Ihre Eimer waren schnell voll – und so leerten sie sie an den vorhandenen Mulleimern aus. Irgendwann reichte der Eimer nicht mehr aus, und er schaute nach einem Anhänger – „um mehr Müll transportieren zu können“. Seitdem war Romanski jahrelang samt Rad und Anhänger unterwegs. Und der wurde meist voll. Besonders viele Hinterlassenschaften habe an der Mangfall gegeben, etwa wenn dort gegrillt wurde.

Mittlerweile ist aus dem Fahrrad ein Auto geworden und der Anhänger dementsprechend deutlich größer. Genügend Müll, um die Ladeflächen zu füllen, findet sich dennoch nach wie vor. Der 17-Jährige macht derzeit eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau in Söchtenau. „So habe ich natürlich nur abends oder an den Wochenenden Zeit, Müll aufzusammeln“, sagt Romanski. Häufig fahre er nach der Arbeit jedoch noch mit seinem Fahrrad durch die Gegend, um Stellen auszuspähen, an denen Müll rumliegt. „So weiß ich genau, wohin die nächste Tour gehen muss.“ Sein Vater übernimmt dabei den Part des Fahrers.

„Mittlerweile sind es bestimmt ein paar Tonnen an Material“

Überwiegend in Kolbermoor, aber auch in Bad Aibling oder Rosenheim ist Romanski unterwegs. Zäune, Schränke, Einkaufswagen. „Mittlerweile sind es bestimmt ein paar Tonnen an Material, was ich gesammelt und zum Wertstoffhof gebracht habe“, sagt Romanski. Sogar in der Erde vergrabener Müll komme immer wieder vor. „Ich denke, es ist meist die Bequemlichkeit der Leute“, begründet Romanski die Tatsache, dass Unrat überall im Freien zu finden ist. Zudem sei eine fachgerechte Entsorgung von großen Gegenständen häufig kostenpflichtig, „das wollen viele einfach nicht bezahlen und werfen es einfach irgendwo hin“.

Noch braucht er seinen Vater zum fahren, bald sitzt der noch 17-Jährige selbst am Steuer.

In wenigen Wochen wird Romanski 18 Jahre alt. „Dann kann ich nicht nur selbst mit dem Auto fahren, ich werde dann auch ein Gewerbe anmelden“, so der Kolbermoorer. Ziel sei es dann, mit bezahlten Entrümpelungen, Umzugshilfen oder Gartenpflege die ehrenamtliche Arbeit, die er weiterhin ausführen möchte, zu finanzieren. „Es gibt viele Menschen, die Hilfe brauchen, die schwere Sachen haben und diese nicht selbst entsorgen können“, so Romanski. Diesen Menschen – „vor allem Hilfsbedürftigen oder Älteren“ – will der Jugendliche dann weiterhin kostenfrei helfen. Wenn seine Ausbildung in zwei Jahren endet, will er sich hauptberuflich der Müllentsorgung widmen. Seine ehrenamtliche Tätigkeit soll aber stets bestehen bleiben.

„Er hat dieses Helfersyndrom“

„Er hat einfach dieses Helfersyndrom“, sagt Vater Jürgen Romanski. Dies liege in der Familie. Woher er die Leidenschaft für Müllentsorgung hat, kann sich der Ingenieur aber nicht erklären. Vermutlich fing aber alles an, als der Sohn Mitleid mit Natur und Tierwelt hatte. „Darüber hinaus hat er einfach diese soziale Ader, will vor allem Hilfsbedürftigen helfen“, sagt der Vater. Deshalb sei es ihm wichtig, gerade bei der Müllentsorgung und Gartenarbeit weiterhin für Menschen, die es nicht alleine schaffen, zur Seite zu stehen. Zudem könnten sich viele Menschen etwa eine teure Umzugsfirma einfach nicht leisten.

Da ist Anpacken gefragt: Romanski lädt ein Trainingsgerät auf den Anhänger.

Wer Fragen zur Müllentsorgung hat, Hilfe benötigt oder Unterstützung nach Unwetterschäden braucht, kann sich bei Romanski unter der Telefonnummer 0151 161 484 909 melden.

Mehr zum Thema

Kommentare