KOLBERMOORER SENIOREN ABSOLVIERTEN JETZT IHRE 100. BERGTOUR

Am Mittwoch ruft der Berg

Das Erinnerungsfoto unter dem Gipfelkreuz durfte auch bei der 100. Bergtour nicht fehlen. Rudi Hackenberg

Das hätten sie nie gedacht: 2012 startete eine Runde Kolbermoorer Senioren zu einer Bergwanderung. Man fand Gefallen an den Touren, an der Natur, der Geselligkeit und der sportlichen Herausforderung – und absolvierte jetzt die 100. Über den Rauhkopf ging es zum Jägerkamp. Ältester Teilnehmer war mit 86 Jahren Mitorganisator Alois Hackenberg.

Kolbermoor – Die Senioren-Union Kolbermoor hatte sich 2012 überlegt, Bergwanderungen für Senioren anzubieten. Die Kampenwand war das erste Ziel, wie sich Alois Hackenberg erinnert. Er und Heinz Schwaiger organisierten von Anfang an die Touren. Unter den ersten Mitwanderern waren auch Sophie Müller, Monika Hellauer, Marianne Graf, Hilde Fellinger und Barbara Seidl. Hackenberg, der immer gerne in die Berge gegangen war, stellte die Touren zusammen, die er selber auch schon gegangen war. Da konnte er aus einem großen Repertoire auswählen: Ein Gebiet vom Königssee bis zum Herzogstand, also oberbayerische und auch einige Tiroler Berge, wurden erwandert. Da ging es zum Herzogstand, zum Wallberg, zum Setzberg, zum Breitenstein, zum Wildalpjoch; auch Hochries, Hochfelln, Dürrnbachhorn, das Stripsenjoch im Wilden Kaiser, die Kühoint alm und die Gruttenhütte und viele weitere Berge und Almen wurden angesteuert. Am Schatzberg und am Wiedersberger Horn freuten sich die Kolbermoorer über die vielen Almenrauschblüten. Rudi Hackenberg, der Neffe von Alois Hackenberg, fotografiert mit Begeisterung die Blumen – und selbstverständlich auch die Wanderer unter dem Gipfelkreuz. Die Eindrücke in der Natur und die Geselligkeit in der überaus harmonischen Wandergruppe lässt auch den sportlichen Ehrgeiz wachen: „Des mach ma jetzt no – und den Berg auch noch“, hört Hackenberg immer wieder.

So stehen die nächsten Ziele auch schon fest: Es wird zum Sonntagshorn gehen und auf die Hohe Salve, zum Risserkogel, auf die Kampenwand von Gschwend aus, aufs Feichteck und auf die Wagner-Alm. Einige Touren bewältigen die Kolbermoorer auch mit Hilfe der Bergbahnen. „Sie sind für Senioren eine gute Hilfe, größere Touren zu bewältigen,“ so Hackenberg. Denn vor dem Durchschnittsalter der Wanderer kann der „normale“ Bergfex nur den Hut ziehen: Die 70-Jährigen zählen hier durchaus zu den Jungspunden...

Jeden Mittwoch – bei Wanderwetter – trifft sich die kleine Gruppe an der Kirche Heilige Dreifaltigkeit. In Privatfahrzeugen wird dann in Fahrgemeinschaften das jeweilige Ziel angesteuert. Alois Hackenberg betont, dass jeder in Eigenverantwortung marschiert. Bei einem möglichen Unfall kann also nicht der „Reiseleiter“ haftbar gemacht werden.

Das wäre aber auch noch nicht erforderlich gewesen: „Es ist nie etwas Ernsthaftes passiert,“ so Hackenberg. Man sei auch noch nie in ein Unwetter gekommen; und außerdem brächten die Teilnehmer ausreichend Bergerfahrung mit. Trotzdem: „Wir sind dankbar, dass wir immer alle wieder heil und zufrieden nach Kolbermoor zurück gekommen sind“.

Die 100. Bergtour war dann schon etwas Besonderes: Über den Rauhkopf ging es zum Jägerkamp, und bei einer Brotzeit vor der Schönfeldalm wurde schließlich auf den Erfolg angestoßen. Und die nächsten Mittwoche wird er wieder rufen, der Berg.

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