Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Meinung

Geflüchtete aus der Ukraine – ein Bett reicht nicht

OVB-Volontärin Paula L. Trautmann.
+
OVB-Volontärin Paula L. Trautmann.
  • VonPaula Trautmann
    schließen

Viele Menschen spenden nicht nur Geld oder Hilfsgüter für Geflüchtete, sie bieten sogar Privatunterkünfte an. Doch was gut gemeint ist, ist oft nicht durchdacht. Denn es ist nicht getan mit einem Dach über dem Kopf. Damit die Hilfsbereitschaft nicht im Frust endet, muss sich die Regierung kümmern.

Schon jetzt melden sich Personen beim Rosenheimer Landratsamt, die mit der Situation überfordert sind. Diese Überforderung kann sprachliche, finanzielle, emotionale und zeitliche Gründe haben. Nicht jeder Ukrainer spricht Englisch, kaum ein Deutscher Ukrainisch. Bereits vor der Anreise der Geflüchteten sollten Helfer deshalb überlegen, wie sie dieses Problem lösen wollen – etwa mithilfe eines Dolmetschers oder einer Übersetzungs-App.

Die Regierung muss Helfer unterstützen

Geflüchtete erhalten mit ihrer Aufenthaltserlaubnis Hilfen vom Staat, falls ihre Mittel nicht reichen. Bis das Geld ankommt, kann es jedoch einige Zeit dauern. Zu lange. Wer nicht viel verdient, kann durch die Aufnahme von Geflüchteten also schnell an seine finanziellen Grenzen stoßen. Die Regierung sollte jetzt handeln und die Helfer unterstützen.

Lesen Sie auch: Leere Gästezimmer: Warum gibt es kaum Ukraine-Flüchtlinge in Privatunterkünften der Region?

Es kostet zudem viel Zeit, sich um die Ukrainer zu kümmern. Helfer sollten ihnen idealerweise die Gegend zeigen, sie zu Behörden begleiten, sie in den eigenen Bekannten- und Freundeskreis einführen. Sie sollten die Geflüchteten in die Gesellschaft integrieren. Denn niemand weiß, wie lange sie bleiben müssen. Putin hat ihre Städte zerbombt, ihre Häuser zerstört und Familien auseinandergerissen.

Mütter und Kinder brauchen belastbare Gastgeber

Das belastet die Menschen. Jeder, der Geflüchtete aufnehmen will, muss sich deshalb fragen: Komme ich damit klar, dass eine Mutter Tag für Tag weint? Dass sie vergeblich auf den Anruf ihres Mannes wartet? Dass die Kinder in der Nacht schreien? Es wäre naiv zu denken, dass einen das nicht belastet. Doch die Ukrainer brauchen jetzt genau das: belastbare Menschen, die sich um sie kümmern, zuhören und trösten.

Hilfe auf lange Sicht

Es ist keine Schande von der Situation überfordert zu sein, doch den Geflüchteten muss langfristig geholfen werden. Es hilft ihnen nicht, wenn sie nach einer Woche wieder aus ihrem Zufluchtsort flüchten müssen. Es verstört sie mit Sicherheit noch mehr.