„Mein Ehrenamt und ich“: Agathe Lehle ist seit 35 Jahren Vorsitzende der afa Kolbermoor

Agathe Lehle und ihr Teamorganisieren jährlich acht Veranstaltungen –  als nächstes steht „Alle Bürgermisterkandidaten an einem Tisch“ an.Re
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Agathe Lehle und ihr Teamorganisieren jährlich acht Veranstaltungen –  als nächstes steht „Alle Bürgermisterkandidaten an einem Tisch“ an.Re

Wie die Jungfrau zum Kind sei sie zu ihrem Ehrenamt gekommen, sagt Agathe Lehle. Denn der Besuch einer Veranstaltung der afa brachte sie zur Kolbermoorer Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen.

Von Ines Weinzierl

Kolbermoor – Im nächsten Jahr feiert Agathe Lehle 35-jähriges Jubiläum im Amt. Denn 1986 wurde sie die Vorsitzende von Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa). Dazu gekommen ist die heute 71-Jährige „wie die Jungfrau zum Kind“.

Zuerst Gast bei afa-Veranstaltung nur zu Gast

Anfang der 80er-Jahre hat Lehle an einer afa-Veranstaltung in der evangelischen Kreuzkirche zur Friedensbewegung teilgenommen und war „total begeistert“. Und weil es ihr so gut gefallen hat, ist sie weiterhin zu den Veranstaltungen gegangen – und auch zu den Gottesdiensten, obwohl sie katholisch war.

Dann habe der Pfarrer sie gefragt, ob sie nicht den Vorsitz der afa übernehmen wolle, „um neuen Schwung reinzubringen“. Und dass obwohl Lehle katholisch war, „aber das war kein Problem“, sagt sie. Später ist sie dann konvertiert – das wollte sie dann doch.+++

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afa Kolbermoor besteht aus siebenköpfigem Team

Sie und ihr Team – insgesamt sind sie zu siebt – treffen sich zweimal im Jahr, um die Themen für die Veranstaltungen zu besprechen. Dann überlegen sie, welche Themen die Bürger interessieren und sie bringen beispielsweise Vorträge auf den Weg – im Jahr sind es acht. Obendrein findet noch ein Tages- sowie ein Wochenendseminar statt.

Wie die afa Kolbermoor Themen für Vorträge findet

Fallen ihr denn immer Themen ein? „Ja“, sagt sie und lacht. Und so haben sie und ihr Team jetzt auch die Veranstaltung mit den fünf Kolbermoorer Bürgermeisterkandidaten auf dem Programm (28. Februar, 19.30 Uhr, evangelisches Gemeindehaus) – „wir bringen sie alle an einen Tisch und alle bekommen jeweils eine Frage gestellt“, so Lehle.

„Mir fällt soviel ein, dass können wir gar nicht alles umsetzen“, erzählt sie. Denn sie habe ja auch noch die Kunsthandlung. Und deshalb würde sich Lehle auch freuen, wenn sich andere ehrenamtliche Helfer melden und das Team unterstützen.

Denn zu den Vorträgen gehört so vieles in der Vorbereitung: die ganze Organisation, Plakate drucken, Einladungen schreiben, Pressearbeit, den Saal vorbereiten und und und – sie kommt auf etwa zehn Stunden Ehrenamt die Woche.

Siebenköpfiges Team stemmt die Arbeit

An ihrer Seite sind wie gesagt sechs weitere Kolbermoorer. Zwei von ihnen, Hanna und Gerhard Legart, haben die Anfänge der afa in Kolbermoor noch mitbekommen.

In den 1950er-Jahren wurde die afa gegründet – damals kümmerte man sich in erster Linie um die Bedürfnisse der evangelischen Arbeitnehmer und ihrer Familien. „Überall, wo es Industrie gab, wurde die afa gegründet“, so Lehle. Über die Organisation konnte man „preiswert Reisen“ und es gab Ansprechpartner vor Ort. Mittlerweile tritt die afa mit Veranstaltungen in den Vordergrund, insbesondere mit politischen Themen.

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