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Einstimmige Entscheidung im Stadtrat

Kurse an der Volkshochschule in Kolbermoor werden teurer

Für Ulrike Sinzinger, Leiterin der Volkshochschule, ist diese nicht nur ein Ort der Weiterbildung – auch einer der Begegnung. Diesem Anspruch will das Team der Vhs gerade auch in Coronazeiten gerecht werden.
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Für Ulrike Sinzinger, Leiterin der Volkshochschule, ist diese nicht nur ein Ort der Weiterbildung – auch einer der Begegnung. Diesem Anspruch will das Team der Vhs gerade auch in Coronazeiten gerecht werden.
  • VonJohannes Thomae
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Die Volkshochschule in Kolbermoor erhöht ihre Preise. Wie sich das nun auf das Portemonnaie der Bürger auswirkt und wie die Vhs die Corona-Krise meistert.

Kolbermoor – Die letzte Anhebung der Kursgebühren gab es bei der Kolbermoorer Volkshochschule im Jahr 2018. Eine Anpassung war deshalb nicht mehr aufzuschieben. Ulrike Sinzinger, die Leiterin der Vhs, stellte dem Stadtra t auf dessen letzter Sitzung die neuen Gebühren vor, die dieser einstimmig und ohne jede Diskussion annahm.

Wie Ulrike Sinzinger erläuterte, hatte sich die Volkshochschule den Entschluss zur Erhöhung alles andere als leicht gemacht. In Zeiten, in denen die Geldbeutel der Kolbermoorer immer stärker belastet sind, wollte die Vhs nur ungern ebenfalls tiefer hineingreifen. Zumal Kultur seit jeher der Bereich ist, bei dem die meisten Menschen als erstes ansetzen, wenn Abstriche zu machen sind.

Anhebung so moderat wie möglich

Die Anhebung – so nötig sie durch die allgemeine Kostensteigerung seit der letzten Anhebung war – ist deshalb so moderat wie irgend möglich ausgefallen, bewegt sich zwischen 45 Cent und 1,10 Euro. Ulrike Sinzinger gab in der Stadtratssitzung auch einen Überblick darüber, wie sehr die Volkshochschule in den vergangenen zwei Jahren durch Corona betroffen gewesen war: „Von Mitte März 20 bis Mai 20 mussten wir Corona bedingt zusperren, danach war bis zur Sommerpause vier Wochen Kursbetrieb möglich. Schon Anfang November 20 aber mussten wir den Betrieb wieder einstellen und das bis Mai letzten Jahres. Seit letzten Herbst ist Betrieb möglich, wenn auch wegen der immer wieder wechselnden Verordnungslage nur mit deutlichen Einschränkungen“.

Der Schließungszwang führte in der Folge auch zu einem verringerten Kursangebot. Waren es 2019, vor Corona, noch 303 Kurse gewesen, lag die Zahl im letzten Jahr bei 145. „Wir haben versucht“, erklärte Ulrike Sinzinger in der Stadtratssitzung, „vor allem alle Gesundheitskurse aufrechtzuerhalten und jene Kurse, die über mehrere Semester laufen, also zum Beispiel alle Sprachkurse“. Dabei wurde viel Einfallsreichtum entwickelt, es gab Online-Kurse, auch hybride Veranstaltungen, die sowohl vor Ort als auch von zuhause aus verfolgt werden konnten. Auch die Erstellung eines belastbaren Hygienekonzeptes kostete einige Arbeit.

Alle Maßnahmen konnten aber nicht verhindern, dass die Zahl der Kursteilnehmer deutlich sank, wie die Zahl der stattgefundenen Doppelstunden deutlich macht. 2021 wurde mit 8467 gerade noch ein Drittel der Doppelstunden des Jahres 2018 erreicht, damals waren es noch 24 358 gewesen. „Corona“, so das Fazit von Ulrike Sinzinger, „hat es vielen unseren Besuchern unmöglich gemacht, an den Kursen teilzunehmen“. Für sie eine fatale Entwicklung, denn damit wurde den Menschen nicht nur die Gelegenheit zur Weiterbildung genommen, sondern auch eine äußerst wichtige Möglichkeit zur Begegnung mit Anderen und zum wechselseitigen Austausch.

Zwar scheint sich momentan abzuzeichnen, dass die Coronaentwicklung mit Beginn von Frühjahr und Sommer nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft abflaut. Sorgen hat die Vhs-Leiterin dennoch: Werden auch wirklich alle, die einst zum festen „Kundenstamm“ der Volkshochschule gehörten, zurückfinden? Denn eines ist klar: Begeisterung, die in Folge der erzwungenen Auszeiten abflachte, wird nicht ohne Weiteres von selbst wieder zurückkehren, sobald ein normaler Betrieb wieder möglich ist. Schwierig auch die Lage für die meist freiberuflichen Dozenten. Etliche, so erklärte Sinzinger, mussten sich schon andere Betätigungsfelder suchen, weil sie die Verdienstausfälle während der Schließungszeiten auf Dauer nicht tragen konnten.

Stadtrat würdigt Einsatz für Besucher

Die Volkshochschule jedenfalls wird alles tun, was in ihren Möglichkeiten steht, um Besucher- wie auch Dozentenstamm in diesen schwierigen und herausfordernden Zeiten optimal zu betreuen. Ein Umstand, den der gesamte Stadtrat sehr wohl zu würden wusste. Dieter Kannengießer (Parteifreie) sprach sicherlich für viele, als er sagte, dass gerade der Kulturbereich durch die Coronakrise sehr stark gelitten habe. „Der Volkshochschule gebührt großer Dank, dass sie sich dieser Entwicklung mit Einfallsreichtum und unverdrossener Hartnäckigkeit entgegengestemmt hat.“

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