AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE KOLBERMOOR

Kunst in historischen Räumen

Der Dachstuhlwurde in Loftateliers umgebaut, die ebenfalls für Kurse und Ausstellungen genutzt werden.
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Der Dachstuhlwurde in Loftateliers umgebaut, die ebenfalls für Kurse und Ausstellungen genutzt werden.

Ins dritte Jahr startet nun die „Akademie der Bildenden Künste an der Alten Spinnerei“ – und erneut wurde ein vielfältiges und hochkarätiges Programm mit teils namhaften Künstlern und Dozenten aufgelegt. Eine Premiere findet zudem Ende Januar statt: mit einer Dozentenausstellung. Über 40 Künstler werden ihre Werke zeigen.

Kolbermoor – Sie ist stets auf der Suche nach Neuerungen und Verbesserungen: Anna Eisner, Geschäftsführerin der Kunstakademie Kolbermoor. Sie führt die Einrichtung, die im September 2014 eröffnet wurde, ins inzwischen dritte Jahr – und hat nun für Ende Januar eine Premierenveranstaltung im Visier: eine hochkarätige Dozentenausstellung in den Räumen der Akademie.

Insgesamt 40 Dozenten werden am Sonntag, 29. Januar, einen ganzen Tag lang (11 bis 18 Uhr) ihre Werke zeigen – und für Gespräche zur Verfügung stehen. „Das ist mal etwas völlig Neues, man kann die Künstler und Dozenten kennenlernen, mit ihnen ins Gespräch kommen und natürlich ihre Werke betrachten“, freut sich Anna Eisner. Besonders angetan ist die Geschäftsführerin, dass auch eine ganze Reihe namhafter Dozenten unter den Ausstellern sind – und so manch einer gar eine lange Anreise in Kauf nimmt, teils aus Düsseldorf, Hamburg oder Berlin. „Die Resonanz freut mich sehr.“

Angekündigt haben sich unter anderem Elvira Bach, Peter Tomschiczek, Reinhold Braun, Leander Kresse, Sybille Rath, Toni Stegmayer, Jürgen Wassmuth und Sati Zech. Begleitet und gehängt wird die Ausstellung vom Priener Galeristen Stefan Wimmer. „Das Schöne ist, dass für jeden etwas dabei ist, von der Aquarellmalerei über Bildhauerei bis hin zur ungegenständlichen Malerei“, so Anna Eisner.

„Die Resonanzfreut mich sehr.“ Geschäftsführerin Anna Eisner

Entpuppt sich die Dozentenausstellung als Erfolg, würde Eisner die Veranstaltung künftig gerne alle zwei Jahre durchführen. Und dies dann im Wechsel mit einem sogenannten „Kunstsupermarkt“, einer Ausstellung für Kursteilnehmer, wo sie ihre Werke oder Skizzen zum Verkauf anbieten können – eine weitere Idee, die Anna Eisner vorschwebt.

Zieht sie nach gut zwei Jahren Akademiebetrieb Bilanz, ist die Geschäftsführerin, die in künstlerischer Hinsicht nach wie vor durch Rupert Fegg unterstützt wird, durchaus zufrieden. „Wir haben die schwarze Null erreicht“, freut sie sich. Ebenso zufrieden ist Eisner mit der Durchmischung der Kursteilnehmer: „Wir haben in der Regel 50 Prozent Wiederkehrer in den Kursen und 50 Prozent Neue, das ist optimal.“ Zum einen beweise dies, dass die Teilnehmer gerne wiederkämen, zum anderen würden auch neue Interessenten angezogen.

Auch das neue Programm für 2017 ist wieder vielfältig gestaltet – neben den vielen Kursen mit Schwerpunkt Zeichnen und Malerei werden auch Seminare für Fotografie und Bildhauerei angeboten. Insgesamt kann aus circa 130 Seminaren mit einer Dauer zwischen zwei und zehn Tagen ausgewählt werden. Unter den Dozenten sind namhafte Künstler wie Peter Tomschiczek, Sigi Anzinger, Christian L. Attersee, Elvira Bach, Peter Casagrande, Anke Doberauer, die Zhou-Brothers aus Chicago und viele andere zu finden.

Im Programm sind zudem sieben Studiengänge zu finden, die in einem Zeitraum von einem bis drei Jahren absolviert werden können. Es gibt jeweils einen Studiengang unter der Leitung von Professor Markus Lüpertz, Professor Jerry Zeniuk, Sati Zech, Thomas Lange, Matthias Kroth, Felix Eckardt und Rut Masso. „Diese Lehrgänge sind so aufgebaut, dass sie neben dem Beruf an zwei bis fünf Wochen verteilt über das Jahr besucht werden können“, so Anna Eisner. Einer der Studiengänge findet an acht Wochenenden im Jahr statt plus einer Arbeitswoche. „Für diesen Lehrgang muss keine Bewerbungsmappe eingereicht werden. Er richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene“, erklärt sie. Und sie fügt hinzu: „Wichtig ist bei allen Studiengängen, dass der Teilnehmer ernsthaft arbeiten will, um sich künstlerisch entwickeln zu können. Dabei spielt die Gruppe eine nicht unwesentliche Rolle für die Auseinandersetzung mit der Kunst.“

„Wir spüren immer wieder großes Interesse anunseren Räumen.“ Anna Eisner

Nach wie vor will Eisner die Akademie auch für die Bürger öffnen und ihnen im Rahmen von Ausstellungen einen Einblick ermöglichen. „Wir spüren immer wieder das große Interesse an unseren Räumen, insbesondere natürlich am historischen Betsaal“, weiß die Geschäftsführerin.

Ein Manko sieht Eisner nach wie vor an der Übernachtungssituation vor Ort: Man könne zwar die eigenen acht Zimmer anbieten, müsse dann aber größtenteils auf Bad Aibling ausweichen. Immer wieder gebe es deshalb Überlegungen, auf dem Gelände ein Angebot zu schaffen. „Gedankenspiele dazu gab es bereits einige, sie sind aber alle im Sande verlaufen“, berichtet Eisner. Eine dieser Überlegungen: auf dem historischen Flachbau in der Spinnereikurve, in dem aktuell das „Trendhaus“ untergebracht ist, ein Hotel in luftiger Glasbauweise zu errichten. Dies sei allerdings unter anderem am Denkmalschutz gescheitert.

Ad acta gelegt wurden überdies die Pläne für ein Hotel auf der noch freien Fläche am Kreisel Brückenstraße.

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