Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Interview mit Christian Poitsch vom Stadtmarketing

Endlich wieder Kultur in Kolbermoor: Warum es ein Neustart mit Schwierigkeiten wird

Ein Bürgerfest in Kolbermoorwie in „alten Zeiten“? Nach Einschätzung von Christian Poitsch steht das derzeit „noch in den Sternen“, ob daraus heuer was wird…
+
Ein Bürgerfest in Kolbermoorwie in „alten Zeiten“? Nach Einschätzung von Christian Poitsch steht das derzeit „noch in den Sternen“, ob daraus heuer was wird…
  • Ulrich Nathen-Berger
    VonUlrich Nathen-Berger
    schließen

Christian Poitsch vom Kolbermoorer Stadtmarketing freut sich, dass in seiner Stadt nun wieder Kulturveranstaltungen stattfinden können. Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen erklärt er aber auch, warum der Neustart schwierig ist. Denn: „Veranstaltungen lassen sich nicht aus dem Hut zaubern.“

Kolbermoor – Jetzt geht’s los mit der Kultur – das verheißen zumindest die sinkenden Corona-Inzidenzzahlen und grünes Licht aus den Behörden. Was geht in Kolbermoor? Darüber hat der Mangfall-Bote mit Christian Poitsch vom Stadt- und Kulturmarketing gesprochen.

Kultur darf jetzt wieder gelebt werden – was wird Kolbermoor bieten?

Christian Poitsch: Das ist in München zum Beispiel ein ganz anderes Thema wie in einer solch kleinen Stadt wie Kolbermoor. Wir können nicht innerhalb weniger Tage Kulturveranstaltungen aus dem Hut zaubern, dazu noch mit der Unsicherheit, ob wir nicht in wenigen Wochen wieder alles auf Null fahren müssen. Zumindest gibt’s bei den Kultur tragenden Vereinen ein Aufatmen, dass nach fast einem Jahr Proben wieder möglich sind. Das war in den Amateurbereichen ein großes Problem während der Lockdown-Maßnahmen.

Das bedeutet, dass zum Beispiel Theatergruppen nicht direkt auf die Bühne können…

Poitsch: …ja, viele Ensembles sind nicht spielfertig aus diesem Grund. Wie die vielen aus der Musikschule, die müssen sich jetzt erst wieder finden, zusammen intensiv proben und können sich dann erst auf die Bühne wagen. Das ist was völlig anderes als in München, wenn dort zum Beispiel Solo-Kabarettisten auf der Bühne stehen. Aber eine Musikgruppe zum Beispiel mit vier oder fünf Mitgliedern, die fast ein Jahr nicht mehr zusammengespielt haben, fängt sozusagen von vorne an.

Das dürfte nicht das einzige Problem sein – ich denke an passende Räumlichkeiten für größere Gruppen, die Corona konform Abstandsmöglichkeiten bieten.

Poitsch: Die Stadtkapelle Kolbermoor zum Beispiel sucht derzeit noch immer einen Raum, der so groß ist, dass sie die Hygieneauflagen erfüllen kann. Vor allem die Bläser müssen einen Zwei-Meter-Abstand einhalten. Da kämen nur der Mareis-Saal oder die Turnhalle infrage; allerdings darf auch der Turnverein wieder das Training aufnehmen, und im Saal sind wieder Veranstaltungen geplant – also wird’s schwierig für die Blaskapelle. Da hilft die Lockerung nur bedingt, dass wieder was gehen kann, weil in kleinen Orten einfach die Räumlichkeiten fehlen. Auf dem Land ist das vielleicht einfacher zu lösen, wenn zum Beispiel ein Bauer eine Scheune zur Verfügung stellt.

Saisonale Abhängigkeiten wie jetzt der Sommerbeginn machen’s dann auch nicht einfacher…

Poitsch: … nein, unser Kulturverein Pizzicato zum Beispiel ist derzeit leider etwas blockiert, weil jetzt im Juni die Innenveranstaltungen eigentlich auslaufen. Aber die Orgelkonzerte in der Kirche mit hochkarätigen Organisten starten wieder mit dem Kolbermoorer Orgelmittwoch. Natürlich mit stark begrenzter Zuhörerzahl, weil auch in den Kirchen die Abstandsregeln einzuhalten sind – da bringt man auch in eine große Kirche nur erstaunlich wenige Leute hinein.

Wie können zum Beispiel die Trachtler ihr Brauchtum und ihre Kultur leben?

Poitsch: Die Aktivitäten der Trachtenvereine waren sämtlich auf Eis gelegt. Bei ihnen sind die großen Jahreshöhepunkte wie Gautrachtenfeste weggebrochen. Jetzt müssen sie erst wieder proben, bevor sie sich zum Beispiel mit Platteln und Tänzen auf Bühnen wagen können. Aus den Vereinen ist zu hören, dass grad Jüngere sagen, jetzt erstmal wieder Biergarten erleben statt Probenabende. Dazu kommt die Tatsache, dass die Aktiven direkten Kontakt miteinander haben.

Was kann die Stadt zum Beispiel im Mareis-Saal bieten? Oder im Freien?

Poitsch: Die Abstandsregeln engen die Möglichkeiten an Veranstaltungen stark ein. Im Saal stehen normalerweise etwa 400 Sitzplätze zur Verfügung, jetzt sind’s rund 130. Abgesehen von der Jahreszeit ist das nicht sonderlich lukrativ für eine Kulturproduktion. Zudem liegen wir zwischen den beiden großen Kulturzentren Rosenheim und Bad Aibling, da können und wollen wir von Kolbermoor aus nicht dagegen halten. Wir sind aber seitens der Stadt mit den Vereinen im Gespräch und wollen dafür sorgen, dass es Auftrittsmöglichkeiten gibt im Freien, wie im Rathauspark oder auf dem Platz, das würden wir auch werblich unterstützen.

Mehr zum Thema

Kommentare