Konzept muss in die Köpfe: Schlussbericht zum Kolbermoorer Radverkehr liegt vor

Kolbermoor soll radlfreundlicher werden: 168 Seiten umfasst der Schlussbericht des Radverkehrskonzeptes, das der Stadt jetzt vorliegt.
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Kolbermoor soll radlfreundlicher werden: 168 Seiten umfasst der Schlussbericht des Radverkehrskonzeptes, das der Stadt jetzt vorliegt.

168 Seiten zählt der Schlussbericht des Radverkehrskonzeptes. 168 Seiten unter anderem mit Vorschlägen, um die Attraktivität des Radelns in Kolbermoor zu fördern. Kurz: Um die Bürger vom Autositz ind den Sattel zu bekommen – langfristig.

Kolbermoor– Denn die Vorschläge wie Radlstraßen, Bordsteinabsenkungen, Radlstellplätze und Co. sollen in den nächsten 15 Jahren sukzessive umgesetzt werden.

Bürger beteiligen

In erster Linie soll das „Konzept in allen Köpfen verhaftet“ sein, erklärt Rathauschef Peter Kloo. So wie man sich seit den 50er-Jahren quasi um den Autoverkehr gekümmert hat, solle das nun hinsichtlich des Radverkehrs geschehen.

Deshalb seien langfristig auch Kampagnen angedacht, um die Bürger mit ins Boot zu holen, wie beispielsweise Bürger- und Planungswerkstätten. So können die Kolbermoorer an den Planungen teilhaben.

Rathauschef Peter Kloo denkt beispielsweise auch an die Mitarbeiter des Straßenbaus, werde dort beispielsweise ein Schlagloch beseitigt, könne gleich ein Polder angepackt werden, um es für die Radler attraktiver zu machen.

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„Das müssen wir hinkommen, dass es jeder im Hinterkopf hat“, sagt Kloo. Das gehe nicht von heute auf morgen, aber eben langfristig. Und so sollen zunächst schon kleinere Bausteine auf den Weg gebracht werden, wie Schilder oder Bordsteinabsenkungen.

Es sind „riesige Klimmzüge“ um Radlfreundlicher zu werden, so Kloo weiter. So könne er sich beispielsweise vorstellen, einen Pkw-Parkplatz zugunsten von Radl-stellplätzen zu opfern. Denn: Wenn es keine Radlstellplätze gibt, werde es schwierig, die Bürger in den Sattel zu bekommen.

Bei bestehenden Straßen müsse man schauen, wie man Radlstreifen realisiere. In der Flurstraße beispielsweise habe man mit Eigentümern gesprochen, sie würden von ihrem Grundstück etwas abtreten.

Bei neu zu erschließenden Arealen könne das Radkonzept gleich mit in die Planungen einfließen, erklärte er mit Blick auf die Fläche hinter dem Bauhof (wir berichteten).

Kloo spricht auch die Verkehrsberuhigung der Rosenheimer Straße vom Kreisel an der Hasslerstraße bis zu Möbel Krug an – so soll beispielsweise an der Ampel zur Ludwigstraße ein Kreisel entstehen. Bis diese Planungen allerdings umgesetzt werden können, müssen noch Besitzverhältnisse geklärt werden. Er betont aber auch, dass die Rosenheimer Straße für Radler nicht attraktiv sei. Sie könnten parallel zur Rosenheimer Straße auf der Friedrich-Ebert-Straße unterwegs sein.

Und um Besitzverhältnisse geht es auch in punktoRadverkehr: Sind beispielsweise Straßenlaternen an bestimmten Örtlichkeiten gewünscht, können sie bei Bedarf nur realisiert werden, wenn der Grundbesitzer einverstanden ist.

Ziel soll es sein, den Radlern mehr Raum zu geben. Aber: „Radler müssen aber auch Verantwortung übernehmen.“ Kurz: Auch sie müssen sich an Regeln halten.

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