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Bis zu 20 Stunden wöchentlich im Einsatz

Kolbermoors Umweltschutz-Held: 17-Jähriger Niklas sammelt täglich Müll

In dieser gut 30 Quadratmeter großen Holzhütte in Kolbermoor sammelt Niklas Romanski den eingesammelten Müll. Zwischendurch sortiert er ihn und bringt ihn zum Wertstoffhof. re
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In dieser gut 30 Quadratmeter großen Holzhütte in Kolbermoor sammelt Niklas Romanski den eingesammelten Müll. Zwischendurch sortiert er ihn und bringt ihn zum Wertstoffhof.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Niklas Romanski ist täglich im Einsatz, um Kolbermoor und das Umland vom Müll zu befreien. Und dass, obwohl der 17-Jährige nicht mehr zur Pauline-Thoma-Schule geht, sondern eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau in Söchtenau macht. Nach Feierabend setzt er sich auf sein Rad und fährt durch Kolbermoor.

Kolbermoor – „Dann schaue ich, wo etwas liegt, oder ob irgendwo Hilfe benötigt wird.“ Und er wird fündig – immer. Einkaufswagen, Autoreifen, Metallstangen. Überall liegt etwas herum. Besonders schlimm sei es an der Mangfall – da wo gegrillt wird.

Hauptsächlich am Wochenende unterwegs

Am Wochenende kommt der Auszubildende dann mit seinem Radlanhänger zu den Stellen, die er unter der Woche erspäht hat und räumt auf. Alles packt er in seinen Anhänger. „Ich will einfach die Umwelt schützen“, sagt er. Denn im Müll verfangen sich auch Tiere, erklärt der Kolbermoorer und denkt an einen kleinen Igel, der in einer Metalldose feststeckte. Aber ärgert er sich nicht über die Bürger, die alles liegenlassen? „Es ist schon ärgerlich, aber ich räume es halt einfach weg.“

Niklas Romanski sammelt Müll am Mangfallkanal – nahe des Alten Friedhofs.

Und wo bringt er den ganzen gesammelten Abfall hin? In eine Hütte, die ihm die Stadt zur Verfügung gestellt hat. Hütte ist gut. Sie ist 30 Quadratmeter groß und mittlerweile bis oben hin voll. Jetzt sortiert er den Unrat. Und dann muss sein Vater Jürgen Romanski mit ran. „Ich helfe ihm gerne. Ich finde es toll, was er macht“, so Niklas‘ Vater.

Hier entsorgt der Auszubildende den Unrat auf dem Rosenheimer Schrottplatz.

Auto-Anhänger leigt er sich von Vater oder dem Ausbildungsbetrieb

Mithilfe eines Auto-Anhängers, den er vom Bauhof oder von seinem Ausbildungsbetrieb leiht, bringen Vater und Sohn den Unrat zum Rosenheimer Schrottplatz oder zum Kolbermoorer Bauhof. Dort kennt ihn mittlerweile jeder. „Sie sind sehr nett und hilfsbereit.“ Und nicht nur die Bauhof-Mitarbeiter kennen Niklas, sondern nahezu jeder Kolbermoorer. „Ja, das ist der, der immer den Müll samt Anhänger und Fahrrad einsammelt“, heißt es dann. Ja, das ist Niklas Romanski, der in seiner Freizeit Müll von anderen einsammelt. Etwa vier Tonnen kommen im Jahr zusammen. 15 bis 20 Stunden ist er wöchentlich damit beschäftigt – ehrenamtlich. „Ich tu‘s für die Natur und um Bedürftige zu unterstützen“, sagt er.

Er unterstützt auch Bedürftige – Rasen mähen, Unkraut jäten

Unter dem Motto „Menschen helfen – Natur schützen“ ist er im Einsatz. Denn neben dem Müllsammeln, hilft er auch älteren Kolbermoorern. „Ich kehre Schnee, entsorge Hausmüll, trenne und entsorge Wertstoffe, jäte Unkraut, schneide Sträucher, gehe für sie einkaufen. Ich will einfach helfen.“ Alles ehrenamtlich, sagt er. Aber will er sich damit irgendwann mal selbstständig machen? „Vielleicht später mal, ich mag meinen jetzigen Beruf. Die Ausbildung macht großen Spaß.“

Aber der Auszubildende hat weitere Pläne. Denn wenn er 18 Jahre alt ist, bekommt er das alte Auto von seinen Eltern. Dann muss sein Vater nicht mehr helfen. Obendrein spart er Geld, um sich einen Autoanhänger zu kaufen – der kostet rund 2000 Euro, erzählt er. Wenn er das Geld beisammen hat, dann kauft er sich einen. Dann muss er sich keinen mehr leihen. „Dann bin ich flexibel und kann los, wenn ich Zeit habe“, sagt er.

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