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Ludwig Reimeier Jahrzehnte im Dienst der Stadt

Ein Wegbereiter blickt zurück: Kolbermoors Altbürgermeister feiert seinen 90-er

Viele Erinnerungen aus Jahrzehnten als Stadtrat und Bürgermeister hat Ludwig Reimeier in seinen kommunalpolitischen Fotoalben festgehalten.
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Viele Erinnerungen aus Jahrzehnten als Stadtrat und Bürgermeister hat Ludwig Reimeier in seinen kommunalpolitischen Fotoalben festgehalten.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Er hat viel bewegt für die Stadt Kolbermoor. 42 Jahre war er im Stadtrat aktiv, sechs Jahre sogar der Erste Bürgermeister. Nun feierte Ludwig Reimeier seinen 90. Geburtstag. Gemeinsam mit Weggefährten und seinem kommunalpolitischen Album erinnert er sich an seine größten Projekte.

Kolbermoor – Geburtstage sind der beste Anlass, um in Erinnerungen zu schwelgen – mit einem verschmitzten Augenzwinkern, einem inbrünstigen Lachen oder mit Geschichten, die eine ganze Stadt bewegt haben. Besonders viel Spaß macht das Erinnern natürlich, wenn man gemeinsam zurückblicken kann. Und deshalb holte Ludwig Reimeier an seinem 90. Geburtstag seine „kommunalpolitischen Alben“ aus dem Archiv, denn zu den Gratulanten zählten auch der Kolbermoorer Bürgermeister Peter Kloo, sein Großkarolinenfelder Amtskollege Bernd Fessler und Kameraden der Pullacher Feuerwehr.

Jubilar ist zufrieden und dankbar

„Ich bin zufrieden und dankbar“, sagt der Jubilar voller Demut. „Die Kreise werden immer kleiner.“ Viele seiner Altersgenossen sind nicht mehr da. Bei einem Blick auf das Foto vom Schülertreffen der Volksschule wird ihm das wieder bewusst. Auch er merkt, dass die Füße schwer werden. Er trainiert sie jeden Tag auf Spaziergängen und genießt dabei den Ratsch mit den Nachbarn. Zum „McCafé“ kommt er nicht mehr. Früher hat er dort jeden Morgen seinen Kaffee genossen. „Es war ein richtiger Stammtisch“, erzählt er schmunzelnd. Und schon flackert die erste Erinnerung auf: Die ans Hochwasser 2013, als an die 600 Jugendlichen bei den Aufräumarbeiten halfen und wie es dem heutigen Bürgermeister Peter Kloo gelang, sie kostenlos zu verköstigen.

Jahrzehnte in der Kommunalpolitik

Ludwig Reimeier blättert in seinem Album und erinnert sich an viel gute Begegnungen. Mit den italienischen oder türkischen Gastarbeitern beispielsweise. „Auch Griechen waren hier. Da bin ich als zweiter Bürgermeister immer am ersten Weihnachtsfeiertag zum Gratulieren hin. Die konnten schön feiern.“ Und wieder spricht ein vielsagendes Lächeln aus seinen Augen. Jahrzehntelang war Reimeier als ehrenamtlicher Stadtrat der CSU-Fraktion und eine Zeit lang auch als Zweiter Bürgermeister für sein Kolbermoor im Einsatz. „Ich habe 1960 angefangen und bin von der Kommunalpolitik nicht wieder losgekommen“, sagt er. Von 1996 bis 2002 war er Erster Bürgermeister der Stadt Kolbermoor. Aus Altersgründen – 2002 war Reimeier schon 70 Jahre alt – konnte er nicht noch einmal für das Amt kandidieren.

Besonders stolz ist er auf die Transformation der alten Spinnerei. Als sie ihre Pforten schloss, gehörte er zu denen, die mit Nachfolgern und Vermögensverwaltern um Ideen für die Zukunft des Areals rangen. „Das ganze Gebiet sollte geschliffen und mit Wohnbebauung verdichtet werden“, erinnert sich Peter Kloo. „Zum Glück konnte das verhindert werden.“

Auch der Erwerb und die Sanierung der Werkssiedlung durch die Stadt im Dezember 1992 war ein gewagter Schritt. Es dauerte drei Bürgermeister – Peter Kloo senior, Ludwig Reimeier und Peter Kloo junior – und vier Amtsperioden lang, bis daraus ein Vorzeigeprojekt entstand. Mehr als 32 Millionen Euro wurden in all den Jahren investiert.

„Unser Glück war damals, dass das Städtebauprogramm ,Soziale Stadt‘ aufgelegt wurde“, erinnert sich Reimeier. Kolbermoor gehörte zu den ersten fünf Kommunen, die davon profitierten – ebenso wie München, Ingolstadt oder Neuburg an der Donau. Quartiersmanagement und soziale Arbeit baute die Stadt 1999 gemeinsam mit der Diakonie auf. „Heute kämpfen wir darum, diese zu erhalten. Es gibt immer weniger Personalzuschüsse“, informiert Peter Kloo.

In der Amtszeit des heute 90-jährigen Reimeier wurde das Volksbildungswerk in die Volkshochschule umgewandelt, auch der erste Jugendtreff der Stadt gegründet. „Mit Hilfe der beiden großen Stadtratsfraktionen haben wir die Grundlage für die Pauline-Thoma-Schule gelegt“, ist der Altbürgermeister stolz. Auch den Bau des Pullacher Kreisels schob er an. „Dafür bin ich den Grundeigentümern noch heute dankbar, denn der Kreisel legte die Basis für die Entwicklung Pullachs.“

Wegweisende Entscheidungen waren die Standortentscheidung und Planung des Bau- und Wertstoffhofes an der Geigelsteinstraße, auch wenn er heute schon wieder zu klein und ein neuer in Planung ist. Ebenso fielen die Erweiterung des Wohngebiets an der Pfarrer-Klaas-, Pfarrer-Moosleitner- und Franz-Hertle-Straße im Kolbermoorer Süden in die Amstzeit von Reimeier. Bemerkenswert ist bei all diesen Langzeitprojekten, wie reibungslos deren Durchführung auch nach politischen Wechseln im Rathaus funktioniert hat.

Gratulation zum 90. Geburtstag von (von rechts) Bernd Fessler, dem Großkarolinenfelder Bürgermeister, und von Kolbermoors Stadtoberhaupt Peter Kloo.

Den nahtlosen Übergang zwischen der Amtszeit seines Vorgängers Peter Kloo senior, unter dessen Ägide viele der Planungen begonnen hatten, seiner eigenen Wirkungszeit sowie der seines Nachfolgers Peter Kloo junior, der wiederum einige der Vorhaben zu einem erfolgreichen Ende führte, lobt Ludwig Reimeier auch heute noch. Ein Beispiel dafür ist auch die „Schmiede-Biennale“. Vorbereitet wurde sie von Peter Kloo senior und Walter Still. Als sie 1996 erstmals ausgerichtet wurde, war Ludwig Reimeier Bürgermeister. Vom 4. bis 7. August findet nach vierjähriger Pause die 13. Biennale statt. Eröffnet wird sie von Peter Kloo junior.

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