Kolbermoorer Rektor: Dr. Mertens untersucht im Februar 1947 Zähne der Kinder

Teil 5 der Serie „Aufzeichnungen eines Schulrektors 1944 bis 1948“. Warum es am 1. Februar 1947 keine Zeugnisse gab, lesen Sie hier.

Kolbermoor – Kein geregelter Unterricht war ab 1943/1944 mehr für die Schüler möglich: Schließlich war ein großer Teil der Mädchen- und Knabenschule anderweitig belegt: Im Mädchenschulhaus war die Wehrmacht untergebracht, in der Knabenschule unter anderem evakuierte Klassen aus München.

Ab Juni 1945 fand wieder der Schulunterricht statt, wenn auch nur in begrenztem Maße: Denn es standen nur zwei Klassenräume zur Verfügung. In den anderen Zimmern waren Flüchtlinge und Bombengeschädigte untergebracht.

Die Serie „Aufzeichnungen des Schulrektors 1944 bis 1948“ im Mangfall-Boten soll einen Einblick geben, wie es damals war. Die Unterlagen hat Anton Hamberger vom einstigen Rektor Georg Dobler (1922 bis 2016) bekommen. Die folgender Einträge von Januar bis April 1947 stammen von Rektor Hanns Weigl.

8. Januar 1947

Wiederbeginn des Unterrichts. Infolge der Kälte wird mit Schließung der Schule gerechnet.

10. Januar 1947

Um die Kinder nicht vollkommen der Schule zu entwöhnen, wird von der Ganzschließung der Schule abgesehen.

Ein Raum wird geheizt und die einzelnen Klassen geben jeden zweiten Tag 1 1/2 Stunden Unterricht. Unterrichtszeit ist von 8 bis 17 Uhr ununterbrochen, auch am Samstag.

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20. Januar 1947

Es werden zwei Räume geheizt, so dass jede Klasse täglich 1 1/2 Stunden unterrichtet.

1. Februar 1947

Die Ausgabe der an diesem Tag fälligen Zeignisse kann nicht erfolgen, da die Formulare noch nicht eingetroffen sind.

10. Februar 1947

Die Heiznot ist so groß geworden, dass nur mehr zweimal in der Woche, Montag und Dienstag, von 8 bis 17 Uhr, je Klasse 1 1/2 Stunden Unterricht gehalten werden kann. Die Mädchen kommen in die Knabenschule herüber. Es werden vier Räume geheizt. Dr. Flach beginnt mit der Untersuchung für die Kinderspeisung.

17. Februar 1947

Dr. Mertens untersucht klassenweise die Zähne der Kinder.

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1. März 1947

Frl. Harbauer, die aus dem Sudetenland zu uns kam, scheidet wegen Verheiratung aus dem Schulkörper aus.

10. März 1947

Unterricht wieder täglich in vier Klasszimmern für Knaben und Mädchen je 1 1/2 Stunden. Lehrbefähigungsprüfungen: Zwei Anstellungsprüfungen für A. Gumler. Prüfungskommission setzte sich zusammen aus Kreisschulrat Grog, Rosenheim; Schulrat Forstmeier, Frl. Scheyer, Bruckmühl.

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17. März 1947

Wiederbeginn des Vollunterrichts. Die zwei durch den Zimmerbrand beschädigen Schulräume werden repariert. Beschaffung des Materials war äußerst schwierig.

1. April 1947

Beide Schulzimmer sind wieder hergestellt.

2. April 1947

Beginn der Osterferien, die bis zum 14. April 1947 festgesetzt sind, da umfangreiche Reinigungen notwendig wurden.

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