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Gespräch mit Schulleiter

Kolbermoorer Musikschule über schwierige Zeiten und Pläne für die Zukunft

Was die beiden wohl für ein Stück üben? (Von links) Càleb Lah (13) lernt Gitatte spielen, Markus Lohmeier ist sein Lehrer.
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Was die beiden wohl für ein Stück üben? (Von links) Càleb Lah (13) lernt Gitatte spielen, Markus Lohmeier ist sein Lehrer.
  • VonPaula L. Trautmann
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Corona hat auch die Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor hart getroffen. Ein Gespräch mit Leiter Günther Obermeier über schwierige Zeiten, seinen Wunsch für die Zukunft und darüber, was eine gute Musikschule ausmacht.

Kolbermoor – Die Klarinette und das Akkordeon sind Günther Obermeiers Fachgebiete. Er unterrichtet nicht nur an der Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor, sondern leitet sie auch. Vier Mal musste die Schule wegen Corona schließen. Seit 9. Dezember hat sie mit 2G-Regel wieder geöffnet. „Auf und nieder, immer wieder“, sagt Leiter Günther Obermeier und lacht. Obwohl ihm zwischenzeitlich gar nicht zum Lachen zumute war.

Zwar hätte die Schule ein Online-Angebot aufgebaut. Das funktioniere aber nur als Einzelunterricht für Instrumente, mit mehreren Schülern auf einmal sei das unmöglich. Grundfächer, musikalische Früherziehung, die Musikspielwiese, Chöre und Stunden für Ensembles mussten immer wieder ausfallen.

Schüler hätten erstaunlich gut geübt

Dennoch kann Obermeier der schwierigen Situation etwas Positives abgewinnen: „Die Schüler lernen zu schätzen, dass sie in die Musikschule kommen können.“ Auch während der Schließung hätten viele „erstaunlich gut geübt“, auch über den Onlineunterricht. Nicht jeder Schüler habe das Angebot wahrgenommen. Manche hätten das nicht gewollt, weil sie lieber persönlich unterrichtet werden. Bei anderen habe es nicht funktioniert, weil sie eine schlechte Internetverbindung oder nicht die passende Ausstattung hatten.

Deshalb sei es eine Erleichterung, dass der Unterricht für Geimpfte und Genesene wieder in Präsenz stattfinden kann. Wenn die Schüler den Abstand einhalten können, müssen sie keinen Mundschutz tragen. „Bei Blasinstrumenten oder bei Gesang ginge das ohnehin nicht“, so Obermeier. Nur auf den Gängen herrsche Maskenpflicht oder wenn sie sich bewegen.

Acht statt 100 Veranstaltungen für die Ensembles

Weil sich die Vorschriften laufend ändern, könne der Leiter aber kaum planen. Vor Weihnachten wäre die Schule so weit gewesen, wieder mit einigen Ensembles spielen zu können. Dann sei wieder alles ausgefallen. Normalerweise organisieren die Mitarbeiter rund 100 Veranstaltungen im Jahr, aufgrund der Einschränkungen konnten 2021 nur acht stattfinden.

Laut Obermeier sei es für die Ensembles besonders schwierig, dass die Musiker wieder alle kommen und dabeibleiben. Einige dürften nicht mehr in der Schule spielen, weil sie ungeimpft sind. „Die Ensembles sind dann teilweise nicht mehr spielfähig“, bedauert er. Dabei gäbe es viele Gruppen an der Musikschule: Ein Blasmusikensemble, ein Akkordeonorchester, ein Kammerorchester und mehrere Chöre. Auch ein Erwachsenenorchester mit Streich- und Blasinstrumenten gibt es. „Das ist sozusagen ein Gemischwarenorchester, wo jeder mitspielen kann, der gern mitspielt“, sagt Obermeier.

Zusammen spielen „einfach a‘ Gaudi“

Weil Schüler und Lehrer nur kurzfristig planen können, studieren sie im Moment Stücke ein und hoffen auf das Beste. „Wir schauen, dass wir wieder in Schwung kommen“, so Obermeier. Wenn die Ensembles wieder spielfähig sind, wollen sie so schnell wie möglich wieder auftreten.

Denn eine Musikschule zeichne nicht nur guter Unterricht aus, sondern auch, dass die Schüler die Möglichkeit haben in einem Chor oder Ensemble mitzuwirken. „Das ist ein zusätzlicher Anreiz für viele, es macht ihnen mehr Spaß als alleine“, sagt Obermeier. Zusammen zu spielen oder zu singen fördere die Gemeinschaft und sei „einfach a’ Gaudi“. Manche Schüler würden aber auch lieber alleine auf ihrem Klavier oder ihrer Gitarre spielen.

Weil Schüler und Lehrer begeistert am Werk sind, hofft Leiter Obermeier, dass sich die Lage beruhigt: „Ich wünsche mir, dass wir wieder normal arbeiten können.“

Von kleinen Schülervorspielen vor den Eltern bis hin zu größeren Konzerten, wo hauptsächlich die Talentierteren oder die Ensembles spielen. Auch auf Veranstaltungen von Vereinen oder der Stadt würde er seine Schüler gerne wieder sehen. Er hofft außerdem auf die schuleigenen Feiern wie das Maibaumfest, das Schulfest, die Schlusskonzerte am Jahresende, das Adventssingen und die Weihnachtskonzerte.

Großer organisatorischer Aufwand

„Das Frühjahrssingen im März wird wohl leider wieder ausfallen“, sagt Obermeier. Es sei immer ein großer Aufwand alles zu organisieren und herzurichten. Weil aktuell nur wenige Zuschauer erlaubt sind, wären die Einnahmen zu gering.

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