Damit die Kinder wissen, woher Obst kommt: Kolbermoor will Streuobstwiese in der Stadt

Eine Streuobstwiese soll in Kolbermoor entstehen, wenn es nach Christoph Maier geht: „Kinder sollen wissen, wo ihr Obst herkommt.“
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Eine Streuobstwiese soll in Kolbermoor entstehen, wenn es nach Christoph Maier geht: „Kinder sollen wissen, wo ihr Obst herkommt.“
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Christoph Maier (37) möchte eine Streuobstwiese in der Mangfallstadt realisieren, unter anderem deshalb, damit die Kinder wissen, woher ihr Obst her kommt. Was die Stadt dazu sagt, wie das Projekt finanziert werden könnte und wie jetzt nach einer geeigneten Fläche gesucht werden soll, lesen Sie hier.

Kolbermoor – Christoph Maier (37) will ein Projekt starten: Er möchte, dass in Kolbermoor eine Streuobstwiese auf den Weg gebracht wird. „Ich finde das einfach wichtig, Kinder sollen wissen, woher ihr Obst kommt“, sagt der Rollstuhlfahrer. Obendrein könnte gemeinsam geerntet werden – ein Projekt also, um auch die Gemeinschaft zu fördern.

Aber woher soll die Fläche kommen? „Von der Stadt“, meint Maier. Und deshalb hat er sich auch mit dem Bürgermeister getroffen. „Er fand die Idee nicht ganz so gut“, sagt Maier auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

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Blick auf Bodenbeschaffenheit

Und das hat mehrere Gründe: „Zum einen führen Obstbäume zu Vandalismus“, erklärt der Bürgermeister. Das habe sich an einigen Ostbäumen im Süden der Stadt gezeigt. Des Weiteren sei der Boden im Norden der Stadt wegen seiner Beschaffenheit nicht geeignet, das zeige sich beispielsweise an den Siedlungsgärten, erklärt Kloo.

Realisierung ist schwierig

Und deshalb erachtet der Rathauschef eine Realisierung des Projektes innerhalb der Stadt als schwierig. So eine Streuobstwiese könne beispielsweise von einer Initiative vorangetrieben werden, aber nicht von der Stadt, so der Rathauschef weiter. Obendrein werden bereits sehr viele Bäume im Stadtgebiet gepflanzt – bis zu 50 im Jahr.

Stadt hält Ausschau nach geeigneten Plätzen

Federführend ist Jürgen Halder vom Bauamt dafür zuständig. Er hält auch immer wieder Ausschau, nach geeigneten Plätzen für Obstbäume, erklärt er. Als er nahe des Tonwerksgeländes eine Stelle fand, fragte er beim Eigentümer dem Landkreis Rosenheim nach, ob an dieser Stelle Obstbäume gepflanzt werden könnten. „Die Untere Naturschutzbehörde lehnte diesen Vorschlag aufgrund der Bodenbeschaffenheit ab“, erklärt Halder.

Äste und Obst wahllos abgerissen

In der Stadt gebe es aber schon Bereiche, auf denen Obstbäume gepflanzt worden sind: Westlich des Mareisgasthauses stehen beispielsweise Spalierbirnen, obendrein gibt es Obstbäume an der Sportanlage am Waldrand. Im Frühjahr stiftete beispielsweise eine Kolbermoorer Familie einen Apfelbaum. Gemeinsam mit dem Bauhof pflanzte die Familie den Baum am Grünstreifen neben dem Sportplatz. Aber genau dort habe es eben immer wieder Vandalismus gegeben, sagt auch Halder. „Äste und Obst wurden wahllos abgerissen.“

Wenn Früchte reif sind, sind Ferien

Darüber hinaus stehen auch Obstbäume in den Gärten der Kolbermoorer Kindergärten, beispielsweise beim Momo-Kindergarten. „Wenn die Früchte reif sind, sind meistens Kindergartenferien“, sagt Halder. Dann fällt das Obst zu Boden und wird matschig – „die einzigen, die sich dann freuen, sind die Wespen.“

Dennoch will Maier an der Streuobstwiese-Idee festhalten. Ihm zur Seite stehen jetzt die Grünen und die CSU, die sich auf ihren Antrag „Heimisches Obst für Kolbermoorer Bürger“ von Februar 2018 beruft. Deshalb wollen diese Parteien nun auch zu einer gemeinsamen Radltour aufrufen (siehe Kasten). Ziel dieser Aktion ist es, nach geeigneten Standorten zu schauen. Sei so eine Fläche beispielsweise von einer Privatperson, könne sie „von der Stadt gepachtet werden“, ist Stefanie Peters, Sprecherin der Grünen, überzeugt.

Baumfest angedacht

Aber wie soll eine Streuobstwiese finanziert werden? Laut der Grünen-Sprecher Stefanie Peters und Michael Hörl könne ein Baumfest auf die Beine gestellt werden: Dort sollen Spenden gesammelt werden. Auch die Übernahme einer „Baumpatenschaft“ im Obstgarten sei denkbar. Überschüssige Gelder sollen einem Aufforstungsprojekt zugeführt werden, so Peters.

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Radltour im September: Suche nach geeigneter Fläche

Die Kolbermoorer Grünen und die CSU unternehmen am Samstag, 19. September, eine Besichtigungstour mit dem Radl. Los geht es um 10 Uhr auf dem öffentlichen Parkplatz am Neuen Friedhof (hinter Aldi). Ziel ist es, geeignete Standorte für eine Streuobstwiese zu identifizieren. Vorbehaltlich der geltenden Corona-Regeln ist dies eine öffentliche Veranstaltung, Interessierte sind eingeladen. Initiator Christoph Maier ist auch mit von der Partie.

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