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Kolbermoorer Kleiderkammer öffnet am 17. Mai wieder

Heidi Andrä (im Vordergrund) und Maria Behrendt im Erdgeschoss des evangelischen Gemeindehauses beim Vorsortieren der angelieferten Ware.
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Heidi Andrä (im Vordergrund) und Maria Behrendt im Erdgeschoss des evangelischen Gemeindehauses beim Vorsortieren der angelieferten Ware.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Erste vorsichtige Schritte zurück in Richtung Öffnungsmodus: Knapp ein halbes Jahr war auch die Kolbermoorer Kleiderkammer im evangelischen Gemeindehaus an der Mitterharter Straße geschlossen, doch ab Montag, 17. Mai, ist sie wieder am Start.

Kolbermoor – Rund fünf Monate Lockdown. Das hieß, niemand hatte die Möglichkeit, sich in der Einrichtung mit Kleidung aus zweiter Hand zu versorgen und niemand konnte Ware abgeben. Gestern nun war es erstmals wieder möglich, Jacken, Hosen, Pullis, Röcke und Co. kontaktlos abzugeben. Den Nachmittag über nutzten das zahlreiche Kolbermoorer und brachten Ware in Plastiksäcken, Koffern und Kartons vorbei.

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Ab dem kommenden Montag öffnet die Kleiderkammer dann wieder zu den üblichen Zeiten von 15 bis 17 Uhr. Wie genau die Abläufe sein werden, hänge von den dann geltenden Regelungen ab, sagt Heidi Andrä, seit 21 Jahren die gute Seele der Kleiderkammer.

Auch während des Lockdowns sei die Zahl derer, die sich danach erkundigt haben, wann sie wieder etwas vorbeibringen könnten, größer gewesen als die jener, die um Kleidung nachgefragt hätten. Nur zweimal sei es um dringende Fälle gegangen, in denen man kontaktlos über die Kirchengemeinde habe helfen können.

Lieber keine Winterware im Moment

Die Lagerkapazitäten seien nicht sonderlich groß, vor allem, was die dickeren Kleidungsstücke angeht. Deshalb wäre man im Moment auch froh, wenn keine Winterware abgegeben würde. Ein weiteres Anliegen ist es dem fünfköpfigen Team, dass nur solche Kleidung gespendet wird, die in Ordnung, gut tragbar sowie noch einigermaßen modisch ist – und die man selber auch tragen würde, wenn man Kunde bei der Kleidekammer wäre.

Leider immer wieder Unzumutbares

Denn erlebt haben Heidi Andrä und die anderen ehrenamtlichen Helfer schon so gut wie alles: Löcher in Pullis, ausgerissene Säume, Mäntel voller Hunde- oder Katzenhaare, Hemden, die über und über mit Spritzern von Malerfarbe übersät sind, schmutzige Unterwäsche samt Binden und immer wieder völlig ausgetretenes, unzumutbares Schuhwerk. „Als ob manche denken, wer kein Geld hat, müsse alles nehmen“, sagt Andrä.

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Dabei sei bei manchen Menschen die Hemmschwelle ohnehin schon groß, zur Kleiderkammer zu kommen. „Wenn man eh schon in Not ist, will man nicht auch noch Bittsteller sein.“ Dabei ist es den Ehrenamtlichen egal, wer zu ihnen in die Kleiderkammer kommt.

Viele Familien seien dabei, auch Kunden, die bewusst nachhaltig leben, die erst einmal vor Ort schauen, bevor sie beispielsweise auf Flohmärkten nach Second-Hand-Stücken suchen. „Wir bekommen manchmal auch wirklich sehr schöne Stücke, zum Beispiel mal ein Abendkleid, das man gut zu einem Abschlussball anziehen könnte. Viele suchen gar nicht nach so etwas bei uns“, meint Andrä.

Jeder zahlt hier den gleichen Preis

In der Kleiderkammer zahlt jeder den gleichen Preis. „Es gibt nichts, das mehr als fünf Euro kostet. Für Kinder kostet jedes Teil 50 Cent.“ Kinderkleidung sei im Übrigen immer gefragt. Der Einrichtung gehe es überhaupt nicht ums Geldeinnehmen, sondern darum, zu sagen: „Es ist nicht ganz umsonst.“

Zweimal pro Jahr geben Andrä und ihr Team auch Gutscheine über fünf Euro an Kunden der Kolbermoorer Tafel aus, die diese gerne nutzen. An einen Tag, an dem kein Kunde kam, kann sich Heidi Andrä seit Langem nicht mehr erinnern. Ansonsten schwanke die Zahl. An guten Tagen seien es bis zu 15 Personen.

Auch in der Kleiderklammer gibt es aber Stücke, die noch in Ordnung sind, die aber niemand möchte. Andernorts sind sie jedoch gefragt: Eine Familie, die ein Ferienhaus in Ungarn hat, nimmt die Sachen dorthin mit, wo sie noch Abnehmer finden. „So müssen wir nichts wegwerfen.“

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