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„Das liebste Spielgerät ist der Hügel“

Kolbermoorer Kita „Wollmäuse“ fertig ausgestattet – Wie haben sich die Kinder eingelebt?

Der Garten der Kita „Wollmäuse“ ist bestens ausgestattet: Es gibt ein Tipi, eine Schaukel, zwei Sandkästen, eine Bobbycarbahn und Hochbete, die die Kinder im Frühjahr bepflanzen können.
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Der Garten der Kita „Wollmäuse“ ist bestens ausgestattet: Es gibt ein Tipi, eine Schaukel, zwei Sandkästen, eine Bobbycarbahn und Hochbete, die die Kinder im Frühjahr bepflanzen können.
  • VonPaula Trautmann
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Die „Wollmäuse“ sind Anfang September in die neuen Kitaräume der Diakonie an der Grubholzer Straße eingezogen. Was erleben sie und wie haben sie sich eingelebt?

Kolbermoor – Im Gang liegt eine bunte Matte mit sechs Quadraten in pink, orange, grün, rot, blau und lila. Wenn die Kinder darauf treten, bewegt sich die Flüssigkeit darin. „Das fasziniert sie“, sagt Leiterin Cornelia Andrasch. Passend deshalb auch der Name der „Faszinationsmatte“. Und das ist nicht das Einzige, das die Kinder im „Spielflur“ spannend finden. Es gibt eine Station mit Treppen und Rutschen und sogar ein Terrarium mit afrikanischen Riesenschnecken. Seit dem Umzug schlafen die jedoch fast durchgehend.

Zwischen Bobbycars und Dreirädern steht Kitaleiterin Carolin Andrasch.

Die Kinder hingegen sind voller Energie, laufen durch die Gegend, spielen und kreischen auch mal vor Freude. „Inzwischen haben wir uns sehr gut eingelebt“, so Carolin Andrasch. Am Anfang sei noch viel zu tun gewesen. Nicht alles war fertig beim Einzug. An der Fassade, dem Parkplatz, im Garten und im ersten Stock mussten noch Handwerker arbeiten. Die Räume im Erdgeschoss waren aber bereit für die beiden Krippengruppen mit jeweils zwölf Kindern. „Das war das Wichtige.“

Im „Snoezelraum“ entspannen die Kinder

Doch nun ist alles fertig. Im Garten wurden Bäume und Sträucher gepflanzt sowie die Schirme geliefert. Das „größte Problem“ waren die Möbel, so Andrasch. Die Gruppen mussten mit einer geliehenen Ausstattung starten. Die bestellten Tische, Stühle, Schränke und Garderoben waren nicht lieferbar – aufgrund des Rohstoffmangels in der Corona-Pandemie. Mittlerweile sind die Möbel da. „Jetzt freuen wir uns, dass alles da ist“, sagt Andrasch.

Kuschelecke, Spielzeug und Bastelmaterial – die Jungen und Mädchen können sich hier gut selbst beschäftigen.

Die Architekten haben die Kita-Leiterin von Anfang an in die Planung und Gestaltung einbezogen und ihr einen ganz besonderen Wunsch erfüllt: Den „Snoezelraum“ im ersten Stock. Dort können die Kinder entspannen. Das Zimmer ist sanft beleuchtet, hat eine sprudelnde Wassersäule, einen Kuschelteppich und eine Art Bällebad. Die Idee stammt aus den Niederlanden und das Wort ist eine Kombination aus „snuffelen“ (kuscheln) und „doezelen“ (dösen).

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Den Kindern gefällt das sehr gut. „Bei uns ist es oft laut, hier können sie zur Ruhe kommen“, sagt Andrasch. Die Erzieher legen schöne Musik auf und nehmen immer nur zwei oder drei Kinder mit. So können sie sich ganz auf sich selbst konzentrieren. Ansonsten verbringen die Kleinen ihre Zeit in den Gruppenräumen. Dort gibt es eine Kuschelecke mit vielen Decken und allerlei Spielsachen wie Kräne, Kuscheltiere und Bauklötze.

Die Kita öffnet um 7 Uhr, bis 8.30 Uhr können Eltern ihre Kinder vorbeibringen. Dann gibt es einen Morgenkreis – „als gemeinsamen Start in den Tag“. Dabei wird gesungen oder die Erzieher spielen den Kleinen etwas mit Handpuppen vor. Im Anschluss wird gefrühstückt. Die Kleinen können selbst wählen: Müsli mit Milch oder Joghurt und Haferflocken, Cornflakes, Cranberries oder Körner. An anderen Tagen gibt es Semmeln mit Wurst, Käse oder Aufstrich.

„Wir sind wirklich sehr gut ausgestattet“

Nach dem Frühstück ist „Freispielzeit“. „Es ist individuell, was wir da machen“, sagt Andrasch. Die Kinder gehen in den Garten oder spazieren, basteln oder spielen im Turnraum. Dort gibt es ein Klettergerüst, eine Ringschaukel, Geräte zum Balancieren und viele Matten, damit die Kinder weich fallen.

Entspannen im „Snoezelraum“: Zwei bis drei Kinder können sich hier eine Pause gönnen.

Im ersten Stock befindet sich neben dem Turmraum auch das Lager. Darin sammeln sich alle möglichen Spielsachen und Bastelmaterialien wie Farben, Pinsel, Perlen, Stifte und „Playmais“ aus dem die Kinder Figuren basteln können. „Wir sind wirklich sehr gut ausgestattet“, betont Andrasch.

Kran und Bagger als „absolutes Highlight“

Wegen der tollen Ausstattung konnten es nicht nur die Erzieherinnen kaum erwarten einzuziehen, sondern auch die Kinder. Der neue Standort ist nur 500 Meter von der alten Einrichtung entfernt. „Gehen wir wieder auf die Baustelle?“, hätten die Kinder deshalb oft gefragt. Denn die Hälfte der Jungen und Mädchen ist bereits im vorherigen Haus, bei den „Holzwürmchen“ gewesen. Die Erzieherinnen sind mit ihnen immer wieder an die Grubholzer Straße spaziert. Von der grünen Wiese, dem Abtragen dieser, dem Aufstellen der Container haben sie deshalb alles mitbekommen. „Als der Kran und der Bagger kamen, war es ein absolutes Highlight für sie“, so Andrasch.

Austoben im Turnraum: Ein Klettergerüst, eine Ringschaukel und Balancegerät versprechen Spaß.

Weil sie den Prozess mitbekommen haben, sei der Umzug „super unproblematisch“ gewesen. Ab dem ersten Tag hätten sich die Kinder wohlgefühlt. Es sei einfach spannend für sie gewesen, die neuen Spielsachen, die Umgebung und den großen Garten zu erkunden.

Bepflanzen Hochbeete im Frühjahr

Dort gibt es zwei Sandkästen, Rutschen, ein Indianerzelt, eine Hängematte, ein Klettergerüst und eine Bobbycarbahn. „Das liebste Spielgerät der Kinder ist aber der Erdhügel“, so die Leiterin und lacht. Sie würden rauf- und runterrennen und freuen sich schon hinunterzuschlittern, wenn der Schnee liegen bleibt. Mindestens drei Mal die Woche sind die Kinder im Garten, meist öfter. Sie sollen an die frische Luft. Auch Hochbeete stehen bereit, die sie im Frühjahr bepflanzen können.

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Mit den vielen Neuerungen wollte das Team auch gleich das Konzept überarbeiten. Ziel sei es, teiloffen zu arbeiten. In jedem Raum wären dann ein oder zwei Mitarbeiter und die Kinder können frei entscheiden, wo sie sich aufhalten wollen. „Aktuell dürfen wir das nicht, weil wir die Gruppen wegen Corona nicht mischen können“, sagt Andrasch. Wenn das wieder möglich sei, wollen sie das neue Konzept anwenden. Bis dahin versuchen sie den Kindern „so viel Normalität, wie möglich zu vermitteln“.

Was erwartet die Kindergartenkinder?

Im Moment sind zwei Krippengruppen in das neue Gebäude eingezogen. Das jüngste Kind ist elf Monate, das älteste wird bald drei. Ab diesem Alter kommen die Kleinen in den Kindergarten. Der zieht aber erst kommenden September in den ersten Stock ein. Zwei Gruppen mit insgesamt 50 Kindern werden dort Platz haben. Sie kommen dann aus der Kita in der Pauline-Thoma-Schule. Die Kleinen können sich auf einiges freuen: Es gibt ein Vorschulzimmer mit einer Bibliothek und speziellen Spielsachen wie etwa Zählstationen und Buchstaben. Auch ein Kreativzimmer mit höhenverstellbaren Staffeleien gibt es. „Hier können sich die Kinder künstlerisch austoben“, sagt Leiterin Carolin Andrasch. An der Wand hängen eine Tafel, ein Whiteboard und ein Spiegel, die sie bemalen dürfen. Der Speiseraum der Kindergartenkinder wird momentan als Aufenthaltsort für Eltern genutzt, die ihre Kleinen an die Krippe gewöhnen.

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