Künftige Energieversorgung der Stadt

Spinnereigelände in Kolbermoor: Wohnen, arbeiten und Strom erzeugen

So soll es aussehen: das neu kombinierte Geschäfts-und Wohnhaus „Spinnerei-West“ mit daran angebautem Blockheizkraftwerk. Der neue Entwurf setzt auf eine deutliche Gliederung zwischen Geschäfts- und Wohnbereichen. Der Bau wird dadurch optisch aufgelöst und gewinnt deutlich an „Leichtigkeit“. Behnisch Architekten
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So soll es aussehen: das neu kombinierte Geschäfts-und Wohnhaus „Spinnerei-West“ mit daran angebautem Blockheizkraftwerk. Der neue Entwurf setzt auf eine deutliche Gliederung zwischen Geschäfts- und Wohnbereichen. Der Bau wird dadurch optisch aufgelöst und gewinnt deutlich an „Leichtigkeit“. Behnisch Architekten

Einen entscheidenden Schritt weitergekommen ist Kolbermoor bei den Planungen für die Fertigstellung des Spinnereigeländes. Gleichzeitig ist damit ein weiterer Baustein gesetzt für eine zukunftsträchtige Energieversorgung der Stadt.

Kolbermoor – Auf der jüngsten Bauauschuss-Sitzung genehmigte das Gremium einstimmig die Entwurfsplanung für das neue kombinierte Geschäfts- und Wohngebäude am Spinnereipark, an das ein Blockheizkraft angeschlossen wird.

Gebäude überplant

Über einen ersten Entwurf hatte der Stadtrat Ende April entschieden, die daraufhin begonnene öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes wurde aber unterbrochen. Gespräche der Stadt mit dem Energieversorger Innergie hatten ergeben, dass der Standort sich für mehr als nur die unmittelbar lokale Energieversorgung eigne. Damit könnten zwei weitere ursprünglich angedachte Blockheizkraftwerke – eines beim Conradty-Gelände, eines im Bereich Bahn/Stadtmitte – gespart werden.

Die mit der Planung beauftragten Architekten des Büro Behnisch nutzten daraufhin die Chance, um den Gebäudekomplex noch einmal zu überplanen, denn der erste Entwurf war zwar vom Stadtrat angenommen worden, aber nicht mit offenen Armen: Vielen im Gremium erschien er zu hoch und zu wuchtig.

Kein streng geometrischer Baukörper

Diesen Einwand kann man beim neuen Entwurf nicht mehr geltend machen, das war zumindest das Empfinden der breiten Mehrheit im Bauausschuss. Zwar orientieren sich die unteren Geschosse nach wie vor an der alten Planung. Sie sind kein streng geometrischer Baukörper, sondern frei geschwungen gestaltet, um den Platz für ein Zugangsareal zu erhalten. Die darauf sitzenden Geschosse, die Wohnungen enthalten, sind völlig neu geplant: Sie sind keine schlichte Aufstockung mehr, sondern ein eigener, rechtwinkliger Baukörper. Dieser ist gegenüber den Untergeschossen in der Breite zurückgenommen, so dass er durch Grünflächen, die auf dem Dach des Unterbaus Platz finden, umrahmt wird.

Wuchtigkeit durch Gliederung gemindert

Dadurch wirkt das Gebäude gegliedert, verliert im optischen Eindruck an Wuchtigkeit. Vor allem von der Eingangsseite her kommt noch eine weitere Gliederung zum Tragen: Links vom Eingangsbereich sind zwei Gewerbegeschosse und drei darüberliegende Wohngeschosse ausgeführt. Rechts, vom Eingangsbereich, bei gleicher Gesamthöhe drei Gewerbe- und zwei Wohngeschosse.

Das Blockheizkraftwerk, das sich im Nordteil des Baukörpers befindet und jetzt so ausgelegt werden kann, dass es die beiden anderen geplanten mit ersetzt, verschwindet dabei optisch so weit wie möglich. Sichtbar im Wesentlichen nur die drei Wärmespeichertürme.

Mehrheit für neue Planung

Die neue Planung wurde vom Bauausschuss in breiter Mehrheit als sehr überzeugend bewertet und einstimmig zur Weiterbearbeitung freigegeben. Den Wunsch des den Entwurf vorstellenden Architekten Florian von Hayek, der Bau sollte nach Möglichkeit um 90 Zentimeter über die in der letzten Stadtratssitzung vorgegebenen 17 Meter Höhe hinauswachsen können, sah der Bauausschuss dabei als erfüllbar an: Bei der jetzigen Gestaltung falle diese Erhöhung nicht ins Gewicht.

Bezahlbarer Wohnraum

Positiv aufgenommen in Sachen Wohnbereich auch der Hinweis von Bürgermeister Peter Kloo (SPD), dass man danach trachte, mit den Wohnungen auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und im Begriff sei, mit der Regierung von Oberbayern die Förderungsmöglichkeiten auszuloten.

Bezüglich des Blockheizkraftwerkes wollte Markus Schiffmann (CSU) sichergestellt sehen, dass die Bürger über zu erwartende Emissionen informiert würden. Eine Forderung, die, wie Kloo erläuterte, im Rahmen der im weiteren Fortgang zu erstellenden Gutachten sowieso erfüllt werde.

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