Behörde involviert

Ein totes Lamm in Kolbermoor sorgt für Bestürzung bei den Schafhaltern und Nachforschungen

Gestern mittag waren die Schafe auf ihrer Weide an der Kolbermoorer Staatsstraße meist im offenen Stall.
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Am Mittwochmittag waren die Schafe auf ihrer Weide an der Kolbermoorer Staatsstraße meist im offenen Stall.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Ein Lämmchen auf der Weide an der Staatsstraße ist verendet: Der Besitzer hat sich mit dem Veterinäramt vor Ort getroffen. Das Tier wurde jetzt dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zur Begutachtung übergeben. Doch: Wie konnte das passieren?

KolbermoorAuf der Schafkoppel an der Staatsstraße in Kolbermoor sind Anfang Januar Zwillinge mit schwarzem Fell geboren worden. Jetzt kam erneut Nachwuchs im Doppelpack auf die Welt. Eines dieser neugeborenen Lämmchen sei jetzt allerdings tot, erzählt der Besitzer, Georg Schüller. „Es war wohl eine Totgeburt“, vermutet der Rosenheimer, der seit rund 15 Jahren die Schafe auf der Kolbermoorer Weide hat. Ein Indiz dafür kann laut Schüller sein, dass das Lämmchen von seiner Mama nach der Geburt nicht abgeschleckt worden sei. Jetzt will das Veterinäramt die Todesursache aufklären.

Termin mit Veterinäramt

Auf Nachfrage beim Veterinäramt, verweist ein Mitarbeiter auf die Pressestelle des Landratsamtes. Dort heißt es: „Dokumentiert sind zwei Lämmer, die gelebt haben und am nächsten Tag tot waren.“ Davon weiß Familie Schüller nichts – „wir haben nur eines tot aufgefunden, das andere lebt“, erklärt Sophia Schüller auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Man habe sich vor Ort mit einem Tierarzt des Veterinäramtes getroffen. „Der Tierhalter war vom Veterinäramt aufgefordert worden, Sorge zu tragen, damit den Tieren nichts passiert“, erklärt Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes. Aber was war da los? Ging es den Schafen nicht gut? Dazu kann Fischer auf Anfrage nichts sagen.

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Der Sprecher der Behörde sagte dazu nur so viel: „Ob ein Verschulden des Tierhalters vorliegt, muss nun geklärt werden.“ Eines der toten Lämmchen wurde jetzt seitens des Veterinäramtes dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zur Begutachtung übergeben. Das Ergebnis stehe noch aus. Und weil es sich um ein laufendes Verfahren handele, könne die Behörde keine weiteren Auskünfte geben.

Besitzer: „Ich kümmere mich.“

Was sagt Familie Schüller? „Es kann immer vorkommen, dass bei einer Zwillingsgeburt ein Lämmchen nicht überlebt“, sagt Georg Schüller. Er bekräftigte aber, dass er sich um seine Schafe auf der Weide kümmere. Ein- bis zweimal täglich fahre er zu der Koppel, um nach den Tieren zu sehen. Sprecher Michael Fischer erklärt: „Tierhalter sind verpflichtet, sich um das Wohl ihrer Tiere zu kümmern.“ Das sieht Schüller genauso. Hat es denn Beschwerden beim Landratsamt über die Schafhalter Schüller gegeben? Auch dazu kann Sprecher Fischer nichts sagen.

Laut Polizei Bad Aibling liegen keine Anzeigen gegen den Besitzer vor. Der Kolbermoorer Peter Riedl hat sich beim Mangfall-Boten gemeldet und erklärt, dass er bereits mehrmals beim Veterinäramt angerufen habe, da der Siloballen in Plastik auf der Koppel liege. „Das können die Tiere mitfressen. Wir haben Sorge, dass da etwas passiert“, so Riedl. Darum will Familie Schüller sich kümmern und ein Gestell für das Futter anschaffen.

Besitzer bestürzt ob des Vorwurfs

Die Schafbesitzer sind bestürzt ob des Vorwurfs, dass man sich nicht kümmern würde. „Das stimmt nicht.“ Den Schafen gehe es gut – und dass ein Lämmchen tot geboren werde, sei traurig, aber der Lauf der Natur. Familie Schüller versteht das alles nicht: „Es habe nie Probleme gegeben bis die verschimmelten Essensreste 2019/2020 auf der Koppel lagen.

Schafbesitzer Georg Schüller macht sich große Sorgen um seine Tiere in Kolbermoor: „Vielleicht ist auch ein Fuchs das Lämmchen angegangen.“ Das soll jetzt die Begutachtung durch die Behörden ergeben.

Vor rund einem Jahr berichteten die OVB-Heimatzeitungen, dass binnen eines Jahres elf Schafe, die er an der Staatsstraße in Kolbermoor leben, verendet sind. Besitzer Georg Schüller glaubte, dass von Passanten weggeworfene Essenreste für den Tod der Tiere verantwortlich sind. Eine Vermutung, die das Rosenheimer Veterinäramt auch nicht ausschließen konnte. Daraufhin wurden Zettel aufgehängt, auf denen stand, dass man die Tiere nicht füttern solle.

Seither wurden keine Essensreste mehr auf der Schafkoppel gefunden. Aber es sollen auch Bürger immer wieder gemeldet haben, dass die Tiere nicht ausreichend zu Fressen hätten – auch das verneinte der Besitzer. Auch damals sei das Veterinäramt eingeschaltet gewesen. Damals erklärte die Behörde auf Anfrage: „Zum Zeitpunkt der letzten Kontrolle war die Versorgung der Schafe mit Futter und Wasser in ausreichendem Umfang gegeben.“

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