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Hilfe für Kriegsflüchtlinge

So will Kolbermoor „ein Stück Heimat“ für Ukrainer sein

Die Stadt, der Mangfalltreff und die Kirchen haben sich zusammengeschlossen, um die Hilfe für die ukrainischen Kriegsflüchtlinge noch effektiver zu organisieren (von links): Elisabeth Kalenberg, Geschäftsführerin der Stadtverwaltung, Christian Poitsch, Leiter des Stadtmarketings, Pfarrerin Birgit Molnar von der evangelischen Kirche, Stephanie Weber und Melanie Klettl vom Mangfalltreff, Susanne Weber von der Diakonie und Pastoralreferentin Martina Mauder von der katholischen Stadtkirche.
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Die Stadt, der Mangfalltreff und die Kirchen haben sich zusammengeschlossen, um die Hilfe für die ukrainischen Kriegsflüchtlinge noch effektiver zu organisieren (von links): Elisabeth Kalenberg, Geschäftsführerin der Stadtverwaltung, Christian Poitsch, Leiter des Stadtmarketings, Pfarrerin Birgit Molnar von der evangelischen Kirche, Stephanie Weber und Melanie Klettl vom Mangfalltreff, Susanne Weber von der Diakonie und Pastoralreferentin Martina Mauder von der katholischen Stadtkirche.
  • VonJohannes Thomae
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Die Hilfsbereitschaft für ukrainische Flüchtlinge ist in Kolbermoor groß. Stadt, Kirche und Sozialträger wollen ihr Engagement nun besser bündeln und auch, dass sich Helfer und Ukrainer untereinander mehr vernetzen können. Dafür gibt es viele Ideen und einen wichtigen Termin.

Kolbermoor – „Es war am 30. April 1945, beim Brückenwirt in Kolbermoor. Dort habe ich als Flüchtlingskind das erste Mal wieder eine richtige Mahlzeit bekommen. Deshalb möchte ich an dem Tag eine ukrainische Familie zum Essen ausführen.“ Nicht nur solch anrührenden Angebote, wie das eines betagten Kolbermoorers, bekommen in der Stadt alle Stellen, die sich um die ukrainischen Flüchtlinge bemühen: die Kirchen, der Mangfalltreff, die Stadtverwaltung.

Spendenbereitschaft ist groß

„Die Bereitschaft zur Hilfe ist nach wie vor ungebrochen“, berichtet zum Beispiel Pastoralreferentin Martina Mauder, „wenn wir in den Gottesdiensten sagen, dass wir etwa Schultaschen oder auch Fahrräder bräuchten, für die Kinder, die hier zur Schule gehen sollen, können wir sicher sein, dass wir welche bekommen.“ Nötig ist diese Hilfsbereitschaft immer noch, besonders wichtig war sie aber zu Beginn des Krieges.

Die Flüchtlingswelle kam damals viel schneller, als alle staatlichen Stellen reagieren konnten. „Am Donnerstag, den 24. Februar, begann der russische Angriff, am nächsten Tag trafen in Kolbermoor bereits die ersten Flüchtlinge ein“, erinnert sich Martina Mauder. Zuflucht suchten sie zunächst vor allem in der evangelischen Kirche. „Diese ersten, die kamen, haben wir in den ersten Wochen allein mit unseren Mitteln und mit den Spenden über die Runden gebracht“, berichtet Pfarrerin Birgit Molnar.

Infos auf der Stadt-Homepage

Mittlerweile haben Staat und Landratsamt Hilfsstrukturen aufgebaut, doch nach wie vor funktioniert nichts ohne die unmittelbare Unterstützung vor Ort. „Es geht jetzt darum, den Geflüchteten hier vorübergehend ein Stück Heimat zu bieten und soweit das geht einen normalen Alltag“, sagt Elisabeth Kalenberg, die Geschäftsleiterin der Stadtverwaltung. Dabei möchte die Stadt mit den Kirchen und dem Mangfalltreff eng zusammenarbeiten. Ein erstes Treffen der Beteiligten fand jetzt statt und Einigkeit herrscht darüber, dass die zentrale Informationsplattform die Homepage der Stadt sein soll.

Die Infos befinden sich bereits auf der Startseite. Dort ist veröffentlicht, was aktuell an Spendengütern benötigt wird. Immer noch sind das Fahrräder, aber ebenso Spenden an die Kolbermoorer Tafel. Die hat derzeit gut 50 Kunden mehr als früher, wie Melanie Klettl vom Bürgerhaus berichtet, und benötigt entsprechend mehr Nahrungsmittel. Es finden sich auf der Homepage aber nicht zuletzt auch Hinweise auf alle Veranstaltungen, die es im Rahmen der Flüchtlingshilfe gibt.

Rund 100 Ukrainer in Kolbermoor

Am Samstag, 14. Mai, sind Geflüchtete mit ihren Gastfamilien eingeladen, und alle, die sich in der Hilfe engagieren wollen. Einerseits sollen die Geflüchteten, von denen rund 106 in Kolbermoor Zuflucht gefunden haben, miteinander in Kontakt kommen. Andererseits geht es darum, Unterstützern bei Fragen zu helfen. So haben die Flüchtlinge zum Beispiel Anspruch auf Sozialleistungen. Diese zu erlangen, ist aber kein Selbstläufer. „Wir alle“, so erklärt Elisabeth Kalenberg, „müssen uns da oft selbst erst schlau machen.“

Und weiter: „Ziel unseres ,Hilfsbündnisses‘ ist es deshalb auch, die erhaltenen Kenntnisse untereinander zu teilen, um sie dann in einheitlicher Form weitergeben zu können. Schließlich geht es darum alle jene, die den Kriegsflüchtlingen helfen wollen, so effektiv wie möglich zu unterstützen. Und dafür sind klare und schnell erreichbare Informationen eine wesentliche Voraussetzung.“

Neue Idee: Ein Begegnungscafé

Ein Begegnungscafé „coffee and more.ua“ findet am Samstag, 14. Mai, ab 14.30 Uhr im Pfarrer-Klaas-Stüberl in Wiederkunft Christi statt (Barbara-Strell-Weg 3, Eingang über Kirchplatz, Heubergstraße 34/36). Eingeladen sind die in Kolbermoor wohnhaften ukrainischen Flüchtlinge sowie die ehrenamtlichen Helfer, die sich um die Ukrainer kümmern oder dies tun wollen, ebenso wie ihre Gastfamilien. Das Treffen soll die Gelegenheit schaffen, sich bei Kaffee und Kuchen zu vernetzen. Für die Kinder gibt es ein Spieleangebot. Kuchenspenden sind willkommen, bitte melden beim Mangfalltreff, Telefon 08031 / 23 19 257 oder per E-Mail an mangfalltreff@dwro.de. Bürger, die bei „coffee and more.ua“ mit anpacken möchten, können sich beim Mangfalltreff melden. Der Nachmittag wird in Kooperation mit der Evangelischen Kreuzkirche, der Stadtkirche Kolbermoor, der Flüchtlings- und Integrationsberatung des Diakonischen Werkes sowie der Stadt Kolbermoor veranstaltet.