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Stählernes Monument wird 2023 vor Rathaus aufgestellt

„NO HATE“: Kolbermoorer Schmiede setzen ein Zeichen gegen Hass und Krieg

„NO HATE“ : Ein klares Zeichen gegen Hass haben die österreichischen Künstler Alexandra Rangger (links) und Bernhard Witsch gemeinsam mit 71 Künstlern und Kreativen geschaffen. Von August bis Oktober 2023 wird das Kunstobjekt vor dem Kolbermoorer Rathaus als Zeichen für den Frieden stehen.
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„NO HATE“ : Ein klares Zeichen gegen Hass haben die österreichischen Künstler Alexandra Rangger (links) und Bernhard Witsch gemeinsam mit 71 Künstlern geschaffen. Von August bis Oktober 2023 wird das Kunstobjekt vor dem Kolbermoorer Rathaus als Ruf nach Frieden stehen.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die XIV. Kolbermoorer Schmiede-Biennale im Jahr 2024 soll gigantisch werden. Doch schon im kommenden Jahr sind die Schmiede wieder in Kolbermoor: Mit einer Zwischen-Biennale und dem schmiedeeisernen Kunstprojekt „NO HATE“ wollen sie ein klares Zeichen gegen Krieg und Gewalt setzen.

Kolbermoor – „Schmiede sind weltweit Botschafter für den Frieden“, sagt Peter Elgaß, der Cheforganisator der Schmiede-Biennale in Kolbermoor: „Und auch wenn es der Einzelne nicht in der Hand hat, Kriege, Hass und Gewalt zu unterbinden, können wir gemeinsam ein Zeichen für den Frieden setzen.“

Eines von künstlerisch-kreativer Kraft haben die österreichischen Künstler Alexandra Rangger und Bernhard Witsch bereits geschaffen: In Zusammenarbeit mit 71 Künstlern aus verschiedenen Schaffensbereichen entstand in ihrem Atelier ein stählernes Kunstobjekt: das Monument NO HATE. „Wir beziehen Position für das, was uns als Stärke vereint, stehen für ein Miteinander und plädieren gegen jede Form von Hass“, so ihre Botschaft.

Der österreichische Schmied Bernhard Witsch verewigte die Beiträge aller 71 Kreativen mit Plasmaschnitt ins Metall. Und so entstand eine riesige Metallskulptur, die den Schriftzug NO HATE auf den Kopf stellt, denn: „So verkehren wir das Negativum – den Hass (Hate) – in seine Verneinung – in NO HATE“, erklärt Witsch.

Für das monumentale Kunstprojekt „NO HATE“ schneidet der österreichische Schmied Bernhard Witsch die Beiträge von 71 Künstlern und Kreativen mit Plasmaschnitt ins Metall. Im Ergebnis wurde die Metallskulptur sieben Meter breit und einen Meter hoch. Von August bis Oktober wird das Kunstprojekt vor dem Kolbermoorer Rathaus ausgestellt.

Das Kunstwerk ist einen Meter hoch, sieben Meter breit, 40 Zentimeter tief und 400 Kilogramm schwer. Von August bis Oktober 2023 wird es vor dem Rathaus als Zeichen aller Kolbermoorer für den Frieden stehen.

Gemeinsam kann man viel erreichen

Die Künstler stellen es kostenlos zur Verfügung. Die Transportkosten übernimmt das Europäische Zentrum für zeitgemäße Metallgestaltung. Der Kolbermoorer Bauhof sorgt dafür, dass es sicher steht und keine Metallschlieren auf dem Rathausplatz hinterlässt. „Und daran sieht man wieder, was man gemeinsam schaffen kann, und wie gut die Zusammenarbeit in Kolbermoor funktioniert“, würdigt Elgaß die Kooperation. Zudem ist er sich sicher, dass die Kolbermoorer Vereine die drei Monate Ausstellungszeit mit Veranstaltungen flankieren werden. „Schon jetzt können sich Initiativen melden, die mit uns ein Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen wollen“, ruft Elgaß zum Mitmachen auf.

Auch die Schmiede-Biennale in Kolbermoor setzt seit 26 Jahren Zeichen für den Frieden. Ihre Bedeutung für die Völkerverständigung würdigte Bürgermeister Peter Kloo (SPD) zur Eröffnung der XIII. Biennale mit den Worten: „Um den Frieden zu sichern, ist es wichtig, dass sich Menschen über die Grenzen treffen, gemeinsam arbeiten, feiern, lachen und Freundschaften schließen.“ Seit 1996 kommen in Kolbermoor alle zwei Jahre circa 100 Schmiede aus zwölf europäischen Nationen und der Republik Niger zusammen. Gemeinsam gründeten sie das „Europäische Zentrum für zeitgemäße Metallgestaltung“.

„Die XIII. Schmiede-Biennale war gigantisch“, blickt Peter Elgaß auf das Treffen vom 3. bis 7. August zurück. Seine Bedenken, dass die coronabedingte Zwangspause von vier Jahren der Veranstaltung den Reiz nehmen könnte, waren schnell verflogen. „Ich hatte Sorge, dass nach der Corona-Zwangspause die Stimmung nicht so gut sein würde und dass nicht so viele kommen, weil sie volle Auftragsbücher haben und für die Biennale Arbeitstage opfern müssen.“ Doch die Corona-Pause konnte der Biennale nichts anhaben: 90 Schmiede kamen nach Kolbermoor, zeigten ihre traditionelle Handwerkskunst und auch moderne Entwicklungen.

„Aus Zeitgründen hatten wir ein wenig abgespeckt und die Gastlandausstellung (Benelux) auf 2024 verschoben“, erklärt Elgaß. Trotzdem fertigten die Schweizer Schmiede wieder ihr traditionelles Geschenk für Kolbermoor an: diesmal ein Segelschiff, den „Fliegenden Holländer“. Seit Jahren schon setzten sie Märchen und Sagen in Feuer und Stahl um. „2024 werden wir all ihre Werke in einer Ausstellung präsentieren“, kündigt Elgaß an. Und noch weitere Neuerungen soll es geben. „Das große Gastrozelt wird nicht gebraucht, wie die Erfahrungen zeigen. Deshalb werden wir den Platz künftig für weitere Stände nutzen und auch das beliebte Schmieden mit Kindern ausbauen.“

So sieht echte Begeisterung aus: Das Schmieden mit Kindern auf der XIII. Schmiede-Biennale in Kolbermoor war ein voller Erfolg. Der fünfjährige Florian Kösters hatte mit „Coach“ Richard Kerkhoff einen Schneckenanhänger geschmiedet und freut sich über das Ergebnis.

Traditionell werden einige Kunstwerke der Schmiede am Biennale-Sonntag versteigert. Diesmal kamen dabei 4500 Euro zusammen, weitaus mehr als vor der Corona-Pandemie. „Somit konnten wir auch diese Biennale mit einem ausgeglichenen finanziellen Ergebnis abschließen und uns eine Basis für die XIV. Schmiede-Biennale im Jahr 2024 schaffen, die durch Spenden und unser Programmheft weiter aufgestockt wird“, ist Elgaß zufrieden.

Schmiede warten nicht lang, sondern packen an

Am Amboss wird nicht geredet. Dort sprechen nur Blicke und Hammerschläge. Doch nutzten die Schmiede die Biennale in Kolbermoor auch, um den Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger um Hilfe zu bitten, damit sie künftig auch selbst wieder ihres Glückes Schmied sein können. Eine Antwort haben sie darauf zwar noch nicht bekommen, aber: „Schmiede warten nicht, sie packen einfach an“, macht Elgaß klar. Aktuell machen auch ihnen die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise massiv zu schaffen: „Gas und Kohle sind exorbitant teuer geworden, auch die Preise von Eisen und Bronze haben sich mehr als verdoppelt.“

„Es war eine gigantische Biennale“, resümiert Peter Elgaß, Chef-Organisator der XIII. Schmiede-Biennale in Kolbermoor. 90 Schmiede und Schmiedinnen nahmen daran vom 3. bis 7. August teil. Die XIV. Schmiede-Biennale im Jahr 2024 soll noch grandioser werden, kündigt Elgaß an.

Trotzdem erlebe das traditionelle Handwerk gerade einen Aufschwung, ist Peter Elgaß glücklich und voller Zuversicht: „Die Durstrecke von vor zehn Jahren ist überstanden, das Unternehmenssterben gestoppt. Das Umdenken der Konsumenten und die steigenden Nachfrage nach wertigen, nachhaltigen Produkten sorgt für volle Auftragsbücher unserer Schmiede. Sie bilden auch wieder aus und sorgen dafür, dass die Metallgestaltung eine Zukunft hat.

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