Kolbermoor: Neuer Trainingsplatz ein „Quantensprung für Freerunner“

Martin Guggenberger bei der Veranstaltung „Jump and Run Festival 2018 in Bad Aibling“. Neuwirth/re
  • vonThorsten Neuwirth
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Fun-Sportart Freerunning in der Mangfallstadt: Sportler freuen sich auf neues Outdoor-Trainingsareal. Wo sie jetzt trainieren und warum sie das neue Areal als „Sahnehäubchen“ bezeichnen.

Kolbermoor – Freiheit, Kreativität, Körperbeherrschung, Hindernisse, Fitness, Akrobatik, Tempo, Gemeinschaft, Herausforderung, Mut, Energie, Kondition, Sprünge und Tricks. Diese Attribute stehen für die coole und anspruchsvolle Fun-Sportart Freerunning. In Rosenheim und Kolbermoor gibt es seit gut zehn Jahren zwei aktive und engagierte Freerunner-Szenen, die aktuell „mit hohem Puls“ der Realisierung des lang herbei gesehnten Parkour-Parks am Kolbermoorer Rothbachl in unmittelbarere Nähe zum bereits bestehenden Skater-Park entgegenfiebern.

„Wir freuen uns alle wahnsinnig auf das Vorzeige-Projekt“, beschreibt das Freerunner Trainer-Duo Rainer Krey und Martin Guggenberger die Gefühlslage. Wenn alles nach Plan läuft, könnten die ersten Sprünge, Kicks und Saltis noch in diesem Jahr auf dem 120 Quadratmeter großen Open-Air-Gelände kreiert werden.

Große Freude über „Vorzeige-Projekt“

Die trendige Sportart unterscheidet zwischen Parkour und Freerunning: Beim Parkour ist es das Ziel, mit den eigenen körperlichen Fähigkeiten möglichst effektiv und sicher von Punkt A zu Punkt B zu gelangen. Der Akteur bestimmt dabei ohne Stunts und Tricks seinen eigenen Weg.

Spontan zeigten Rainer Krey (oben) mit einer Flugrolle durch die „Handstand-Beine“ seines Trainerkollegen Martin Guggenberger eine Freerunner-Kostprobe.

Im Gegensatz dazu ist das Freerunning von verschiedensten Bewegungen und Bewegungsabläufen geprägt. Hier steht die individuelle Kreativität des Akteurs unter anderem mit künstlerischen Salti oder Schrauben im besonderen Fokus.

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Mit ihrer offenen und aktiv gelebten Sportleidenschaft haben die Freerunner mit spektakulären Auftritten beim Rosenheimer Hitzefrei-Festival, der 150-Jahr Feier des SV-DJK Kolbermoor, dem Herto-Park Fest und dem Kolbermoorer Neubürgerempfang bereits für großes Aufsehen gesorgt. „Mit dem neuen, künftigen Außenareal können wir in ganz anderen Trainingsdimensionen stoßen“, ist Coach Guggenberger von dem anstehenden Bauprojekt fasziniert.

Neuer Trainingsplatz für die Freerunner

Bis dato steht den rund 200 begeisterten jugendlichen Freerunnern die Turnhallen des Rosenheimer Ignaz-Günther-Gymnasiums und der Kolbermoorer Adolf-Rasp-Grundschule zur Verfügung. „Der zukünftige Outdoor-Trainingsplatz kommt wie gerufen, da zwischenzeitlich die Hallenkapazitäten immer wieder ausgeschöpft wurden“, begründet Krey die Freude über das innovative Outdoor-Projekt. Dies ist sicherlich auch dem Alleinstellungsmerkmal geschuldet.

Die Kolbermoorer Sportanlage südlich der Staatsstraße bekommt Zuwachs in Form der neuen Parkour- und Calisthenics-Anlage – Kosten rund 30000 Euro.

Nach Aussage des lizensierten Trainer-Duos gibt es im Landkreis Rosenheim kein vergleichbares Training. „Dies ist schon etwas Besonderes für uns“, erklärt Guggenberger.

Der regionale Grundstein für diese erfolgreiche Sportgeschichte wurde bereits im Jahr 2009 gelegt. Unter der Initiative von Thomas Bachmaier fand sich eine Handvoll Freerunner in Rosenheim zusammen. Auf Wiesen und in Sandgruben hielten die Jungs die ersten Trainingseinheiten ab.

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Doch schon in diesen Anfängen erweiterte sich der Freerunner-Kreis stetig. So war die logische Konsequenz, dass der Wunsch nach einer Hallen-Trainingsmöglichkeit immer intensiver wurde. Mit Tanja Borsten fand Bachmaier schließlich die ideale und engagierte Teamplayerin für das Projekt „Hallen-Location-Suche“. Die pädagogische Mitarbeiterin des Stadt-Jugendrings Rosenheim vermittelte den Kontakt zum Ignaz-Günther-Gymnasium. Damit war die Basis für einen geordneten Trainingsbetrieb gelegt. Bis heute treffen sich durchschnittlich bis zu 60 Mitglieder der Rosenheimer Freerunner-Szene wöchentlich am Samstag zu vierstündigen Hallen-Sessions in der Schulturnhalle.

Seit 2014 eine eigene Sparte bei des SV-DJK Kolbermoor

Einhergehend mit dem internationalen Aufschwung der Freerunner- und Parkour-Szene sahen sich auch die Rosenheimer mit einem regen Interesse an ihrer Sportart konfrontiert. Dies löste wiederum die Notwendigkeit von ergänzenden Trainingsmöglichkeiten aus.

+++ Interessierte können sich unter www.freemovement.de informieren und auch jederzeit Kontakte knüpfen. +++

Auch hier hatte das Freerunner-Urgestein Bachmaier die zündende Idee. Dieses Mal war Karin Maier, Geschäftsführerin des SV-DJK Kolbermoor, der ideale Gegenpart. So wurden die Freerunner im Jahr 2014 mit eigenem Spartenbeitrag offiziell der Abteilung Turnen & Fitness des SV-DJK zugeordnet.

„Das war schon ein weiterer Meilenstein in unserer Entwicklung, auch haben wir damit noch zusätzliche Trainingszeiten bekommen“, blickt er mit einem Augenzwinkern zurück.

Neuer Parkour-Park ist das "Sahnehäubchen"

Durchschnittlich 40 Freerunner zwischen 13 bis 30 Jahren gehen seitdem jeden Donnerstagabend in der Halle der Kolbermoorer Adolf-Rasp-Grundschule ihrer Sportleidenschaft nach.

Als „Sahnehäubchen“ folgt nun der Parkour-Park in Kolbermoor, von dem Co-Trainer Christian Wittmann schlichtweg begeistert ist. Auf dem Areal werden in Teilen ein Fallschutzboden und trittdämpfender Rindenmulch verlegt. An Stangen, Mauern und weiteren Hindernissen kann im Teamspirit die individuelle Kreativität trainiert und ausgelebt werden.

Sparte beim SV-DJK seit 2014

Das Besondere an dem Projekt ist auch, dass die Trainer aufgrund ihrer Erfahrung, Kompetenz und Fachkenntnisse von den Kolbermoorer Stadtverantwortlichen und Planern bei der Komplett-Realisierung des Projektes „mit ins Boot genommen wurden“. „In dem Umfang ist das bestimmt keine Selbstverständlichkeit“, freut sich Freerunner-Coach Krey über die „gelebte Vertrauensbasis“.

„Wenn alles nach Plan läuft, können wir noch in diesem Jahr mit der Fertigstellung rechnen und einen neuen Freerunner Quantensprung vollziehen“, zeigt sich das Trainer-Trio abschließend zuversichtlich.

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