Aus dem Bauausschuss

Kolbermoor plant eine mobile Kindertagesstätte für 74 Kinder

So soll die neue Einrichtung an der Grubholzer Straße von Osten her aussehen. Im September soll sie fertig sein.
+
So soll die neue Einrichtung an der Grubholzer Straße von Osten her aussehen. Im September soll sie fertig sein.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
    schließen

Eine mobile Einrichtung für 74 Kinder soll an der Grubholzer Straße für 2,85 Millionen Euro entstehen. Wie die Aufteilung ist, was das besondere ist und wann sie fertig sein soll, lesen Sie hier.

Kolbermoor – Als „einen extrem sportlichen Plan“ bezeichnete Rathauschef Peter Kloo (SPD) den geplanten Neubau einer Kindertagesstätte im jüngsten Bauausschuss. Schließlich soll die Kolbermoorer Einrichtung bereits im September fertig sein, sodass die 74 Kinder pünktlich zum Kindergartenjahr einziehen können.

Entstehen soll die Kita auf einer Fläche an der Grubholzer Straße, die die Stadt für fünf Jahre gepachtet hat. Danach könne die mobile Einrichtung auch an einen anderen Ort ziehen. Letztlich stimmte das Gremium geschlossen der Entwurfsplanung zu – und empfiehlt dem Stadtrat die Umsetzung des Projekts zu beschließen. Im Bauausschuss wurde zunächst das Projekt seitens des Architekten Christian Würfel vorgestellt.

Gebäude kann versetzt werden

Entstehen soll eine mobile Kindertagesstätte – aus Containern. Der Architekt erklärte aber, dass man weder von außen, noch von innen das Gefühl habe, dass es sich um Container handele. Deshalb favorisierte er auch die Bezeichnung Pavillon. Außen könne Holz in einer Kombination mit bunten Fassadenplatten angebracht werden, so Würfel.

Lesen Sie auch: Wegen Corona: Aus für Kolbermoorer Kostümverleih

Im Erdgeschoss soll die Krippe einziehen – zwei Gruppen à zwölf Kinder. Auf dieser Ebene sollen unter anderem auch ein Schlafraum, ein Essensraum, Personalraum sowie eine Garderobe entstehen. Im ersten Stock sollen zwei Kindergartengruppen mit jeweils 25 Mädchen und Buben einziehen – sowie Schlafraum und Gruppenräume. Auf beiden Ebenen entstehen auch Sanitärräume.

Würfel erklärte, dass „man jeden Zentimeter ausgenutzt habe – kompakter geht es nicht“. Vor dem Gebäude ist ein Parkplatz geplant – der mehr Stellplätze aufweist, als erforderlich sind, so Würfel. Das soll einerseits realisiert werden, weil man an der Grubholzer Straße keine Parkmöglichkeiten seien, zum anderen solle bei „Stoßzeiten das Hinbringen und Abholen funktionieren“. Auf der Rückseite der Kindertagesstätte ist ein Garten geplant – den die Krippen- und Kindergartenkinder gemeinsam nutzen können.

Kosten rund 2,85 Millionen Euro

Obendrein habe er die Einrichtung mit einem „aufgeständertem Dach“ geplant – gegen die Wärme im Sommer und für eine „kontrollierte Entwässerung“. Die Kosten für die mobile Einrichtung liegen bei 2,85 Millionen Euro.

Lesen Sie auch: Hundesalon-Besitzerin aus Kolbermoor: Warum darf ich meinen Laden nicht öffnen?

„Eine stolze Summe“, sagte Bürgermeister Kloo. Allerdings sei die mobile Bauweise immer noch billiger, als wenn man eine vierzügige Einrichtung im herkömmlichen Sinne errichte. „Da rechnet man für eine Gruppe eine Million Euro“, erklärte Kloo. Der Vorteil sei hier allerdings, dass man eben mit der Einrichtung umziehen könne. Kurz: Abbauen und an anderer Stelle wieder aufbauen. „Wir brauchen diese Einrichtung“, so Kloo.

Dach kann mit umziehen

Dagmar Levin (SPD) erklärt: „Ja, so eine Einrichtung kostet Geld, aber wir brauchen sie.“ . Sie sagte auch, dass sie das Dsch und die Fassaden gelungen finde – denn „wir wollen keinen Container, sondern eine Pavillonbauweise“. Caroline Schwägerl (Grüne) fragte, ob sich die Container extrem aufheizen würden. Würfel antwortete, dass sie sich mehr aufheizen, als bei einer „konventionellen Bauweise, deshalb schlage er die Holzfassade vor“. Obendrein habe man Verschattungsmöglichkeiten.

Als ein „anspruchsvolles Konzept“ bezeichnete Sabine Balletshofer-Wimmer (CSU) den Entwurf. Allerdings hatte sie noch eine Frage zum Dach: „Kann das bei einem Umzug auch mit?“ Das bejahte der Architekt, ebenso ergänzte er, dass auch die Fassade versetzt werden könne.

Würfel ist in Kolbermoor kein Unbekannter. So hat er bereits den Jugendtreff geplant sowie das Kinderhaus „Kieselstein“.

Mehr zum Thema

Kommentare