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Krematorium Kolbermoor: Keine Wartezeiten bei Einäscherungen an anderen Standorten

Das Krematorium in Salzburg: Dort kommt es laut der österreichischen Stadt „in der Regel nicht zu Wartezeiten“. honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Gründe für ein Krematorium in Kolbermoor gibt es laut Stadt viele: So müsse ein Friedhof kostendeckend sein, es gebe Gewerbesteuereinnahmen. Obendrein komme die Einrichtung in Traunstein an ihre Grenzen, in München gebe es Wartelisten – andere Krematorien lägen noch weiter entfernt. Lange Wartezeiten?

Kolbermoor – Der Mangfall-Bote hat bei fünf Krematorien nachgefragt – und von dreien eine Antwort erhalten.

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In München „gibt es keine Wartelisten für Einäscherungen“, so eine Sprecherin des Gesundheitsreferats der Landeshauptstadt. Ob es Wartelisten im Krematorium in Augsburg gibt, wird seitens des Amtes für Friedhofswesen ebenfalls verneint. Obendrein heißt es aus Salzburg: „Es kommt in der Regel zu keinen Wartezeiten.“ Und weiter: „Sollte aus Wartungsgründen eine Ofenlinie ausfallen, übernimmt die zweite Ofenlinie die anfallenden Kapazitäten und kann auch im dritten Schichtbetrieb abgefangen werden“, heißt es aus Salzburg.

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Gibt es Ausnahmen? „In sehr seltenen Ausnahmefällen“, so die Sprecherin der Münchner Behörde, „beispielsweise bei einer staatsanwaltschaftlich angeordneten Überprüfung des Leichnams, kann es geschehen, dass der Zeitraum von drei Werktagen bis zur Einäscherung überschritten wird.“

Zahl der Feuerbestattungen nimmt stetig zu

„Die Zeiten des Wartens sind weitestgehend vorbei“, sagt Udo Portner. Der Geschäftsführer des Unternehmens „Schmid Bestattungen“ in Rosenheim, das auch in Kolbermoor eine Zweigstelle hat, erklärt: Im Rahmen des Zweiten Vatikanischen Konzils 1963 akzeptierte die katholische Kirche auch die Feuerbestattung. Somit setzte in der Folge eine Nachfrage nach Urnenbeisetzungen in Bayern ein.

Insbesondere seit zehn bis 15 Jahren nimmt die Zahl der Feuerbestattungen stetig zu. Mittlerweile sind es laut Portner 60 Prozent im Freistaat. In Sachsen beispielsweise liegt die Zahl bei über 90 Prozent. Werden es in Bayern mehr werden? „Ich habe das Gefühl, die Zahl hier stagniert“, so Portner.

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Aber wie geht eine Urnenbestattung vonstatten? Vom Zeitpunkt nach dem letzten Atemzug über eine Kremierung bis zum Begräbnis? Ein Leichnam darf nicht vor Ablauf von 48 Stunden nach Feststellung des Todes bestattet werden, spätestens aber nach 96 Stunden – ausgenommen sind Sonn- und Feiertage, erklärt Bestattermeister Portner.

Ein Beispiel: Eine 90-jährige Frau stirbt zu Hause in ihrem Bett. Ihr Mann meldet das sofort beim Hausarzt. „Ist sie laut Mediziner eines natürlichen Todes gestorben, stellt er den Totenschein aus“, erklärt Portner. Dieses Dokument, samt Geburtsurkunde, Heiratsurkunde und Personalausweis wird dem Bestatter übergeben, der sich um den weiteren bürokratischen Ablauf kümmert.

Frist zur Beisetzung wird in der Regel eingehalten

Der Leichnam wird abgeholt und – sollte es der Wunsch des Verstorbenen gewesen sein, verbrannt zu werden – in ein Krematorium gebracht. Bei Schmid Bestattungen in Rosenheim zum Krematorium nach Traunstein. Anschließend wird die Urne vom Bestatter abgeholt und es findet die Beisetzung statt.

Bei der Feuerbestattung ist es in vielen Fällen laut Portner der Fall, dass die Frist der Beisetzung spätestens nach 96 Stunden eingehalten wird. Allerdings gebe es Ausnahmen. Sollten beispielsweise nächsten Angehörigen im Urlaub sein und nicht binnen der 96 Stunden zuhause sein können, können entsprechende Anträge gestellt werden und die 96-Stunden-Frist kann verlängert werden.

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