Der Bedarf steigt

Kolbermoor: Übergangsgrundstücke für Kinderbetreuung – Gemeinde sucht Grundstücke

Weder von außen noch von innen ist diesem Bau anzusehen, dass er nur eine „Kindergarten-Übergangslösung“ ist. Das Bild stammt aus der Gemeinde Bernau, wo sich Bürgermeister Peter Kloo und Bauamtschef Andreas Meixner vorab über solche Lösungen informiert hatten.
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Weder von außen noch von innen ist diesem Bau anzusehen, dass er nur eine „Kindergarten-Übergangslösung“ ist. Das Bild stammt aus der Gemeinde Bernau, wo sich Bürgermeister Peter Kloo und Bauamtschef Andreas Meixner vorab über solche Lösungen informiert hatten.
  • vonJohannes Thomae
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Der Bedarf an Betreuungsplätzen in Kolbermoor wächst. Jetzt sucht die Stadt nach geeigneten Grundstücken, um Übergangslösungen auf den Weg zu bringen.

Kolbermoor – Um die Sicherstellung von Betreuungsplätzen für die kleinen Kolbermoorer ging es in der jüngsten Stadtrats-Sitzung. Denn die Stadt Kolbermoor ist „jung“ und der Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen wächst ständig. Man wird deshalb, so der einstimmige Beschluss, möglichst schnell ein Grundstück suchen, auf dem möglichst zeitnah „Übergangslösungen“ erstellt werden können.

Holzwürmchen ziehen im Herbst aus

Anlass dafür sind die zwei Gruppen der Holzwürmchen-Kinderkrippe des Diakonischen Werks. Sie sind derzeit an der Rosenheimer Straße 78a untergebracht, wo sie bislang faktisch mietfrei logierten: Die Miete wurde mit einem Sponsoring der Firma Steelcase gegengerechnet, der das Gebäude bis vor einiger Zeit gehörte. Nun hat der Besitzer gewechselt und der benötigt für seine Immobilie eine Mietzahlung, über deren Höhe aber keine Einigung erzielt werden konnte. Die Holzwürmchen werden deshalb zum Herbst 2021 ausziehen.

Neue Bleibe erforderlich

Die Überlegung, statt weiterer Verhandlungsversuche gleich eine Übergangslösung zu erstellen, war für die Verwaltung nicht zuletzt deshalb sinnvoll, weil noch weitere Gruppen nach einer Bleibe suchen. Wie Hauptamtsleiterin Elisabeh Kalenberg den Stadträten auf der Sitzung erläuterte, benötigen auch zwei Gruppen der Mangfallwichtel eine neue Bleibe: Sie sind derzeit in der Pauline-Thoma-Schule untergekommen. Nach der Schulbedarfsplanung ist aber klar, dass die Schule die Räume ab Herbst 2022 selbst benötigen wird. Die beiden Gruppen der Mangfallwichtel sollen dann zu den Holzwürmchen – beide Kindertagesstätten sind in der Trägerschaft des Diakonischen Werkes – in die Übergangslösung ziehen. Ab 24/25 ist dann mit der Fertigstellung des Kindergartens im Spinnereigelände zu rechnen, der dann die neue, endgültige Heimat für diese Kindertagesstättengruppen werden wird.

Hochwertige Gebäudeelemente

Für die Stadträte war die Übergangslösung kein Problem, denn Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) berichtete aus dem Hauptausschuss, dass es sich um spezielle und hochwertige Gebäudeelemente handele. Sie sollen eine vollwertige Kindergarten-Ausstattung bekommen, die man deshalb auch keinesfalls einfach als „Container“ bezeichnen könne. Auch Dagmar Levin (SPD) meinte, der Ausdruck, der die Konstruktionen richtig beschreibe, sei eigentlich „Kinderpavillon“.

Passende Areale „In der Schwaig“

Diskussionen gab es aber über den Standort. Caroline Schwägerl (Grüne) regte an, zunächst auf jeden Fall ein stadteigenes Grundstück zu suchen, „In der Schwaig“ gebe es zum Beispiel passende Areale. Gerhard Duschl (CSU) wandte dagegen ein, Priorität bei der Suche müsse die Frage haben, ob der Standort für diejenigen Kinder, die ihn zunächst besuchen würden, auch vernünftig zu erreichen sei. Leonhard Sedlbauer (CSU) meinte, man könne dabei auch auf nichtstädtische Grundstücke zurückgreifen. Wesentlich sei nur, dass man eine ausreichend lange Nutzungssicherheit habe.

Suche nach städtischen Grundstücken schwierig

Bürgermeister Peter Kloo (SPD) erläuterte, dass der Versuch, ein passendes städtisches Grundstück zu finden, schwierig sei: „Es reicht nicht, dass wir eine freie grüne Wiese haben, wir brauchen darauf auch Baurecht und das schränkt die Auswahl stark ein.“ Die Stadt Kolbermoor sei aber schon mit zwei privaten Grundstücksbesitzern in aussichtsreichen Gesprächen.

Planungen vorantreiben

Mit dem einstimmigen Votum des Stadtrates, die Planung für die Kinderpavillons voranzutreiben, kann Kalenberg zunächst wieder einmal beruhigt auf die Kindergartenbedarfszahlen blicken: Sie hat, wenn Holzwürmchen und Mangfallwichtel zum Kindergartenjahr 2024/25 ausgezogen sein werden, dann noch für einige Jahre Reserven frei, um bei weiterhin stark steigendem Bedarf genügend Plätze anbieten zu können.

Das sind die Angebote in der Mangfall-Stadt

Und falls wider Erwartung doch mehr Spielraum sei, so Elisabeth Kalenberg, könnten in den Pavillons Kinder untergebracht werden, deren eigentliche Kindergärten einer größeren Sanierung oder Renovierung unterzogen werden müssten, was für einige Einrichtungen in den nächsten Jahren zu erwarten sei.

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