Kolbermoor: So können Biber-Dämme im Kaltenbrunnbach bleiben

Diesen Baum hat der Nager schon „erlegt“ – er bevorzugt übrigens Weichhölzer. re
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Diesen Baum hat der Nager schon „erlegt“ – er bevorzugt übrigens Weichhölzer. re
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Von Bibern gebaute Dämme im Kaltenbrunnbach sorgen bei hohem Wasserstand für nasse Keller: Das könnte bald Geschichte sein, denn in dem Gewässer wurden jetzt erstmals Drainagen eingesetzt, sodass das Wasser anderweitig abfließen kann.

Kolbermoor – Die Biber sind wieder aktiv. Das ist an vielen Bäumen, die von den Wildtieren bearbeitet wurden, zu erkennen. Wie viele Biber in Kolbermoor leben, kann Jürgen Halder vom Technischen Bauamt nicht sagen. Nur soviel: „Es sind so viele, dass sie ein gewisses Problem darstellen“, sagt er. Die Zeiten vor rund zehn Jahren, als man sich über das Wildtier gefreut hat, seien vorbei.

Keller an der Blumenstraße feucht

Die Tiere haben keine natürlichen Feinde und sie unterliegen dem Naturschutzrecht, so Jürgen Halder. Das bedeutet: Man darf sie nicht bejagen oder einfangen und an anderen Orten wieder aussetzen. Das würde aber ohnehin nichts bringen, denn verschwindet einer, kommt sofort ein neuer.

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Problematisch seien die vielen Biber, wenn der Grundwasserpegel steigt, so Halder. Er erklärt: Der Biber baut beispielsweise am Kaltenbrunnbach Dämme – dann staut sich das Wasser und der Grundwasserpegel steigt. Die Folge: „In die Keller in der Blumenstraße dringt Wasser ein“, so Halder. Das habe es vor einigen Jahren gegeben.

Damals habe die Stadt laut Unterer Naturschutzbehörde die Dämme noch ohne Absprache entfernen dürfen – das sei mittlerweile untersagt, so Halder. Nur in Abstimmung mit der Behörde dürfen Dämme entfernt werden. Aber das könne bald Geschichte sein, denn die Stadt hat in Abstimmung mit dem Landratsamt Drainagen im Kaltenbrunnbach eingesetzt – „so kann das Wasser anderweitig abfließen und die Dämme müssen nicht mehr entfernt werden“. Ob das funktioniert soll sich beispielsweise nach starken Regenfällen zeigen, erklärt Halder.

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Er erinnert sich auch daran, als sich die Stadtgärtner wunderten, dass die frisch gepflanzte Thujen-Hecke am Alten Friedhof „ganz sauber angeschnitten war“. Auch dahinter steckte der Biber. Er lebte nahe des Schwaiger Wehrs, nahm die Strecke zur Hecke in Kauf, um sich Thujen-Zweige für seinen Burgbau zu organisieren – denn die Zweige eigenen sich aufgrund ihrer Struktur hervorragend. Die Gärtner haben dann einen Zaun vor der Hecke errichtet – ab da blieb der Biber fern. Das sei auch der Grund, warum viele „wertvolle Bäume“ an Gewässern mit einer „Drahthose“ ummantelt sind – dann könne der Biber nicht mehr kraftvoll zubeißen. In Kolbermoor gebe es die Draht-Variante selten, aber am Happinger See.

Knospen gefällter Bäume mag er nicht

Wählerisch ist der Biber übrigens auch: Ab und an drohen Bäume, die vom Biber bearbeitet worden sind, in die Mangfall zu kippen. Bevor das aber passiert, werden sie von den Stadtgärtnern gefällt. Um dem Biber etwas Gutes zu tun, legten die Mitarbeiter den Baum neben den Stamm – „dann kann er die Knospen fressen“, so Halder. Aber: „Das mag er nicht, das lässt er liegen.“

Des Weiteren ist er auch bei der Wahl der Stämme heikel: Weichhölzer wie Pappel, Weide und Erle bevorzugt er. Von harzigen Hölzern nimmt er Abstand  „die sind ihm zu klebrig“.

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