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Um Gotteshaus zu erhalten

Kirche verkauft Pfarrheim Wiederkunft Christi und Kitas: Das ist der neue Besitzer in Kolbermoor

Der Erhalt ihrer Pfarrkirche Wiederkunft Christi ist den Kolbermoorern enorm wichtig. Um das auch in Zukunft gewährleisten zu können, hat die Kirchenstiftung nun das Pfarrheim, den Kindergarten und den Hort verkauft.
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Der Erhalt ihrer Pfarrkirche Wiederkunft Christi ist den Kolbermoorern enorm wichtig. Um das auch in Zukunft gewährleisten zu können, hat die Kirchenstiftung nun das Pfarrheim, den Kindergarten und den Hort verkauft.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Um die Kolbermoorer Kirche Wiederkunft Christi erhalten zu können, hat der Pfarrverband einen Teil des Pfarrzentrums verkauft: Pfarrheim, Kindergarten und Kinderhort haben ab Januar 2023 einen neuen Besitzer. Jetzt wurde bekannt, wie es unter dem neuen Besitzer weitergeht.

Kolbermoor – Ihren Kindergarten, den Hort und das Pfarrheim mit Pfarrer-Klaas-Stüberl und Turnhalle (Saal) von Wiederkunft Christi hat die Stadtkirche an die Stadt Kolbermoor verkauft, die ab 1. Januar 2023 offiziell die neue Besitzerin sein wird. Nun trieb die Gläubigen die Sorge um die Zukunft ihres Gotteshauses um.

Umso größer war die Erleichterung, als sowohl Kirchenpfleger Hans-Jürgen Opitz als auch Bürgermeister Peter Kloo in der jüngsten Pfarrversammlung versicherten, dass am Bestehen der Kirche nicht gerüttelt und diese im Besitz der Kirchenstiftung bleiben werde. Vielmehr habe sich die Stadtkirche genau deswegen zu dem Verkauf der Liegenschaften (und der Überlassung des Grundes via Erbpachtvertrag) durchringen müssen, um den Bestand der Kirche sichern zu können.

Unterhalt verschlingt zu viel Geld

Denn: Die Kirchenstiftung bekomme für den Erhalt der Immobilie zwar Geld vom Ordinariat, doch dieses werde wegen der rückläufigen Anzahl von Kirchensteuerzahlern immer weniger. „Der Unterhalt ist so teuer, dass wir es uns sonst nicht mehr leisten können, die Kirche auf Dauer zu erhalten,“ so Opitz. Doch dies sei das erklärte Ziel. Durch die Ablöse der Gebäude und den Erbpachtzins, den die Stadt künftig für den Grund bezahlt, soll dies gesichert werden (über die Summen werde nicht gesprochen, hieß es auf Anfrage). „Für den Erhalt der Kirche werden wir alles tun – uns notfalls auch festkleben“, meinte er mit einem Augenzwinkern in Richtung dieser aktuell verbreiteten Protestform von Aktivisten.

Kloo bekräftigte darüber hinaus, dass sich trotz der neuen Besitzverhältnisse an Betrieb und Nutzung der anderen Räumlichkeiten vorerst gar nichts ändern werde. „Nur dass jetzt das Liegenschaftsamt der Stadt der Ansprechpartner ist, und nicht mehr die Pfarrei.“

Eine Ausnahme allerdings gebe es: Der Pfarrsaal beziehungsweise die Turnhalle könne aus Brandschutzgründen nicht mehr für Veranstaltungen mit über 100 Personen genutzt werden. Das bedeutet, dass auch der legendäre Rosenmontagsball der Pfarrei dort nicht mehr stattfinden kann. Dieser könne aber in den Mareis-Saal übersiedeln.

Ansonsten aber soll das Areal weiterhin ein Treffpunkt in diesem Stadtteil südlich der Mangfall bleiben. Beim Aufbau der Pfarrei Mitte der 1960er-Jahre und der Errichtung von Kirche und Pfarrzentrum habe der damalige Kaplan Eugen Klaas Weitsicht bewiesen: „Ihm war es darüber hinaus auch wichtig, für Sozialstrukturen zu sorgen und einen sozialen Treffpunkt anbieten zu können“, erinnerte Kloo an den Ehrenbürger der Stadt.

Nicht nur das Pfarrheim sei dort entstanden, sondern die mit Bühne ausgestattete Turnhalle sowie der ehemalige, noch heute legendäre Club 71 für die Jugend. „Pfarrer Klaas hat gewusst, wie wichtig solch ein sozialer Treffpunkt ist. An dieser Bedeutung hat sich bis heute nichts geändert“, betonte der Bürgermeister.

Immenser Bedarf an Raum und Flächen

„Wir haben nicht zuletzt angesichts des Umbruchs in der Schul- und Betreuungslandschaft und der starken Nachfrage einen immensen Bedarf an Raum und Flächen. Da ist es ein echter Glücksfall, hier das Areal direkt neben der Adolf-Rasp-Grundschule sichern zu können.“ Kloo versicherte, dass auf absehbare Zeit alles so bleiben soll, wie es ist.

Frühestens in drei bis fünf Jahren werde sich die Stadt Gedanken machen, was mit dem Pfarrheim passieren soll. „Das Gebäude ist so am Ende, dass eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich wäre. Klar ist, dass es der Stadt nicht egal ist, was an dieser Stelle passiert. Wer die Geschichte Kolbermoors kennt, weiß, dass hier immer Dynamik drin war.“ Kloo wünscht sich an dieser Stelle eine möglichst multifunktionale Nutzung für die Zukunft.

Wie geht es mit dem Pfarrhaus weiter?

Wie es mit dem aktuell unbewohnten Pfarrhaus, das weiter im Besitz der Pfarrei bleibt, weitergehen soll, wolle man im neuen Jahr überlegen, kündigte Kirchenpfleger Hans-Jürgen Opitz an. Es gebe Ideen von früher, die man nur aus der Schublade zu holen brauche, um nun zu überlegen, was realisier- und finanzierbar sei und ob man allein oder mit der Stadt etwas entwickeln könne: „Wir sind für alles offen.“

Die Frage, ob es stimme, dass dort eine Flüchtlingsfamilie untergebracht sei, verneinte Opitz. Das Pfarrbüro im Erdgeschoss indes soll laut Leonhard Sedlbauer, Vorsitzender des Stadtkirchenrates, erhalten bleiben.

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