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ARBEITEN BEGINNEN ENDE MÄRZ

Kolbermoor: Finaler Schritt zum Hochwasserschutz für 3,3 Millionen Euro

Die Baumaßnahme erstreckt sich im Bereich der Aiblinger Brücke bis zur Bebauung und dann entlang der Weiherkette Richtung Staatsstraße.
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Die Baumaßnahme erstreckt sich im Bereich der Aiblinger Brücke bis zur Bebauung und dann entlang der Weiherkette Richtung Staatsstraße.
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim scharrt mit den Hufen. Der Bauabschnitt 6 zum Hochwasserschutz in Kolbermoor steht an. Ende März sollen die Arbeiten beginnen. 2019/2020 haben bereits Rodungsarbeiten als vorbereitende Maßnahmen für den Neubau von Schutzdeichen stattgefunden.

Kolbermoor – Der Zeitplan der aktuellen Maßnahme sieht nach Angaben von Baurätin Iris Reitinger-Eß wie folgt aus: „Als erstes wird der bestehende Deich entlang der Mangfall westlich der Aiblinger Brücke bis zum Ende der Bebauung verstärkt. Der neue Deich verläuft im Weiteren nördlich der Bebauung an der Grenze zum Auwald bis zur Staatsstraße. Um die Stabilität zu erhöhen wird der Deich mit einer Innendichtung als Erdbetonwand versehen. Das dauert bis circa Ende des Jahres.“

Damm an der Mangfall wird zurückgesetzt

Der Oberboden wird abgeschoben und danach wird der neue Deich lagenweise aufgebaut und verdichtet. Der Deich wird mit einer Innendichtung versehen (Erdbetonwand). Diese wird mit Stahlträgern ausgesteift, so dass eine Standfestigkeit auch bei extremen Hochwasserereignissen – sogenannten 100-jährigen Hochwassern (HW100) – gegeben ist.

Keine coronabedingten Einschränkungen

Danach werde im zweiten Bauabschnitt entlang der Staatsstraße hin zum Auwald eine Hochwassermauer aus Stahlspundwänden errichtet. Coronabedingt gebe es derzeit keine Einschränkungen. Alles könne demnach nach Plan laufen. Hintergrund der Maßnahme ist laut Reitinger-Eß, dass aktuell noch eine Hochwassergefährdung für das Gebiet bis zum Kaltenbrunnbach besteht. „Es wird ein Hochwasserschutz bis zu einem hundertjährlichen Ereignis inklusive 15 Prozent Klimaveränderung hergestellt“, sagt die Baurätin.

Mangfalldamm muss während der Bauarbeiten umgeleitet

Die Maßnahme sei planfestgestellt – auch in Abstimmung mit der Fischerei. „Es kommt zu keinen direkten Arbeiten in der Mangfall“, betont Reitinger-Eß. Für Bürger ergeben sich aus den Arbeiten ebenfalls Einschränkungen. Denn: Der Mangfalldamm auf der Südseite zwischen Aiblinger Brücke und Mühlbachsiedlung in Bad Aibling muss während der Bauarbeiten umgeleitet werden.

Doch ein Ende ist in Sicht. Schließlich ist der jetzige sechste Bauabschnitt der letzte noch offene in Kolbermoor an der Mangfall. „Mit diesem Abschnitt, den bereits gebauten Hochwasserschutzabschnitten und dem aktuell in Bau befindlichen Rückhaltebecken Feldolling hat die Stadt Kolbermoor einen Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser der Mangfall“, hebt Iris Reitinger-Eß hervor.

Bayerweiter Standard

Dabei sei auch ein erhöhter Abfluss von 15 Prozent durch die Klimaänderung berücksichtigt. Das sei bayernweiter Standard. Kleine Schwachstellen gebe es aber noch im Rückstaubereich des Filzbaches. Die Gesamtkosten des sechsten Bauabschnitts belaufen sich auf circa 3,3 Millionen Euro. Seit 2001 wird am Hochwasserschutz Kolbermoor gewerkt. Angefangen hat alles mit der Erhöhung des bestehenden Deiches im Bereich Spinnereiwehr bis Zugspitzstraße sowie den Bau einer Binnenentwässerungsleitung.

Bereits 2019/2020 sind die notwendigen Rodungen für den Bauabschnitt 6 erfolgt.

Es folgte in der zweiten Phase eine Deichrückverlegung bis zur Staatsstraße zur Erhaltung des Retentionsraumes und eine Verlegung der Kaltenbrunnbachmündung in Richtung Osten durchgeführt. Der Mangfall stehen dadurch circa 120 000 Kubikmeter zusätzlicher Rückhalteraum zur Verfügung. Einher ging dabei die Verlegung der Einmündung des Kaltenbrunnbaches. Die Rückstaugefahr bei Hochwasser aus der Mangfall sollte dadurch entschärft werden. Zusätzlich wurde eine ökologisch wertvolle Auwaldfläche in der Größe von circa 20 Fußballfeldern im Stadtgebiet reaktiviert.

Betonwände auf Bohrpfählen eingebracht

Der dritte Bauabschnitt wiederum umfasste den Abbruch der bestehenden Wehranlage (Spinnereiwehr) und den Neubau von zwei naturnahen aufgelösten Rampen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit. Nach dem Hochwasser 2013 wurde zum sofortigen Schutz der Bürger in Kolbermoor (und auch Rosenheim) anstelle der geplanten Betonmauern Spundwände eingebracht. Aus statischen Gründen wurden im Teilabschnitt an der Brückenstraße Betonwände auf Bohrpfählen errichtet.

Mobile Elemente bei Notfall im Einsatz

Im Bereich des Alten Friedhofs wurde dann 2017/2018, die noch verbliebene Lücke im Hochwasserschutz im Innenstadtbereich geschlossen. Dazu wurde auf der Wasserseite des Weges eine auf Bohrpfählen gegründete Betonmauer errichtet. Außerdem wurden am Friedhofsvorplatz Sitzstufen zur Mangfall gebaut.

Dieser Bereich wird im Hochwasserfall mit mobilen Elementen geschlossen. Der Bauabschnitt 05 erstreckte sich nördlich der Mangfall im Bereich der Spinnereiinsel, vom Walzenwehr bis zum umgebauten Spinnereiwehr. Die Deiche wurden an den Mangfallkanal zurückverlegt. Der rechtsseitige Deich wurde im Bereich von der Aiblinger Brücke bis zur ehemaligen Mündung Kaltenbrunnbach ebenfalls mit einer Innendichtung sowie einer Binnenentwässerung versehen.

Was können die Bürger und die Kommunen tun?

Bürger: Entlang von Gewässer lebt man grundsätzlich in einem Hochwasser Gefahrenbereich. Es können größere Hochwasser, für die unsere Bauwerke nicht ausgelegt sind, weiterhin Schäden anrichten. Aus diesem Grund ist es laut Baurätin Iris Reitinger-Eß wichtig, dass die Bürger Eigenvorsorge betreiben. Dazu zählen wasserdichte Keller gegen hoch anstehendes Grundwasser und eine Absicherung für größere Hochwasser in Form von Elementarschadenversicherungen.

Kommunen: Sie können durch einer vorausschauende Bauleitplanung Schäden verhindern, indem Flächen in einem Gefahrenbereich nicht bebaut werden, oder indem die Bauträger Auflagen bekommen Hochwasser angepasst zu bauen.

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