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Zum Ende des Jahres

Warum das Gartencenter Mertin in Kolbermoor nach 13 Jahren den Besitzer wechselt

Haben in den vergangenen Monaten viel Zeit miteinander verbracht: (von links) Roland und Bärbl Mertin vom Gartencenter Mertin in Kolbermoor sowie Leo Nickl, Florian Nickl, Daniela Nickl, Anton Nickl und Peter Nickl.
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Haben in den vergangenen Monaten viel Zeit miteinander verbracht: (von links) Roland und Bärbl Mertin vom Gartencenter Mertin in Kolbermoor sowie Leo Nickl, Florian Nickl, Daniela Nickl, Anton Nickl und Peter Nickl.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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In Kolbermoor geht eine Ära zu Ende: Das Gartencenter Mertin Am Kochanger 1 in Kolbermoor wechselt nach 13 Jahren den Besitzer. Auf Bärbl und Roland Mertin folgt die Familie Nickl aus Rosenheim. Was das Ehepaar Mertin zum Aufhören bewogen hat und wie es für die Kunden jetzt weitergeht.

Rosenheim/Kolbermoor - Bärbl Mertin war es wichtig, den Absprung nicht zu verpassen. Seit mehr als 30 Jahren betreibt die 60-Jährige gemeinsam mit ihrem Mann Roland das Gartencenter „Mertin“ – erst in Traunstein, seit 2010 in Kolbermoor. „Wir haben über die Jahre sehr viel gearbeitet“, sagt sie am Telefon.

Von Höhen und Tiefen

Der letzte Urlaub liege so lange zurück, dass sie sich gar nicht mehr daran erinnern kann. Sie erzählt von langen Arbeitstagen und wenigen Pausen. Von Herausforderungen. Von Höhen und Tiefen. Und dem Moment, als sie und ihr Mann entschieden haben, dass es Zeit wird, einen Schlussstrich zu ziehen. „Wir haben zwar drei Kinder, aber niemanden, der das Geschäft übernehmen möchte“, sagt Bärbl Mertin.

Tolle Gespräche auf Augenhöhe

Stattdessen beschließen sie, sich auf die Suche nach einem Nachfolger zu machen – und finden diesen in der Familie Nickl. „Unsere Familien hatten in den vergangenen Jahren viel Kontakt“, sagt Florian Nickl, Geschäftsführer des Gartencenters Nickl in der Brianconstraße in Rosenheim. Er habe sofort sein Interesse bekundet, als er erfuhr, dass die Mertins auf der Suche nach einem Nachfolger sind. Es folgten „tolle Gespräche auf Augenhöhe“ und Besuche im Gartencenter. „Im Herbst 2021 ist dann die Entscheidung gefallen“, erinnert sich Florian Nickl.

Aufhören, wenn es am besten läuft

Im Dezember 2021 informierten die Mertins schließlich ihre Mitarbeiter. Seitdem laufen die Vorbereitungen zur Übergabe. „Natürlich hätten wir uns vorstellen können, noch ein paar Jahre länger zu machen“, sagt Bärbl Mertin. Kurz ist es still am anderen Ende der Leitung. Dann spricht die 60-Jährige weiter: „Aber bekanntlich soll man aufhören, wenn es am besten läuft.“

Herausforderung für neuen Betreiber

Und gut lief es. Das bestätigt auch Florian Nickl, der die Zahlen kennt und weiß, was Bärbl und Roland Mertin in den vergangenen 13 Jahren geleistet haben. „Es wird eine große Herausforderung, das Gartencenter auf diesem Niveau weiterzuführen“, sagt Florian Nickl. Aber er und seine Familie seien bereit für die Herausforderung. „Wir sind gut aufgestellt, zudem haben wir unsere Verwaltung aufgestockt“, sagt der Geschäftsführer des Gartencenters Nickl. Hinzu kommt, dass er die 35 Mitarbeiter, die im Moment in Kolbermoor tätig sind, übernehmen wird.

Januar 2023 Beginn der Umbauarbeiten

Ab Januar 2023 sollen die Umbauarbeiten beginnen, Mitte März ist der Termin für die Wiedereröffnung. Während sich das Angebot kaum verändern wird, erwarte die Kunden ein modernisiertes Gartencenter. „Unsere Kunden können sich auf einen rundum erneuerten Ladenbau freuen“, verrät Florian Nickl.

Mit Preissteigerung zu kämpfen

Dass die Umbauarbeiten aufgrund der Energiekrise und Inflation in eine ungünstige Zeit fallen, weiß auch der Geschäftsführer. Und nicht nur das. „Wir haben auch bei unseren Einkäufen mit der Preissteigerung zu kämpfen“, sagt Florian Nickl. Optimistisch bleibt er trotzdem. „Ich glaube an die Branche, sonst würden wir das Gartencenter in Kolbermoor nicht übernehmen“, sagt Florian Nickl.

Ab Dezember: Abverkauf der Ware

Für Roland und Bärbl Mertin beginnen jetzt die letzten Monate in dem Geschäft, in das sie in den vergangenen 13 Jahren viel Herzblut gesteckt haben. „Es war eine gute Zeit, sonst hätten wir es nicht so lange gemacht“, sagt Bärbl Mertin. Im Dezember wollen sie und ihr Mann mit dem Abverkauf der Waren beginnen. Im Januar und Februar bleibt das Geschäft geschlossen, bevor es Mitte März unter neuer Führung wiedereröffnet wird.

Ohne Plan in den Tag starten

Zwar fällt Roland und Bärbl Mertin der Abschied schwer, aber sie freuen sich auch auf das, was kommt. Auf den neuen Lebensabschnitt. „Es gibt noch etwas anderes als Arbeit“, sagt sie. Zum Beispiel, ohne einen Plan in den Tag zu starten. Am Abend keinen Wecker zu stellen und einfach einmal Nichtstun. „Unser großer Plan für die Zukunft ist es, keinen Plan zu haben“, sagt sie. An einen Plan jedenfalls haben sie sich gehalten: den Absprung nicht zu verpassen.

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