Wie Fotos zwei Schwestern aus Kolbermoor und Kalifornien miteinander verbinden

2013 besuchte Deborah Waldhör (rechts) ihre Schwester Bea Heiloway in Kalifornien. Sie fuhren auch nach San Francisco und ließen sich gemeinsam vor der Golden Gate Bridge fotografieren.
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2013 besuchte Deborah Waldhör (rechts) ihre Schwester Bea Heiloway in Kalifornien. Sie fuhren auch nach San Francisco und ließen sich gemeinsam vor der Golden Gate Bridge fotografieren.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Getrennt sind die beiden Schwestern nur räumlich. Doch dank der vielen Fotos ihrer in Bad Aibling lebenden Schwester Deborah Waldhör bekommt die ausgewanderte Bea Heiloway im fernen Kalifornien fast alles mit, was sich in ihrer Heimatstadt Kolbermoor so tut.

Kolbermoor – Rund 10.000 Kilometer trennen die Schwestern Deborah Waldhör (66) und Bea Heiloway (69). Waldhör lebt in Bad Aibling und Heiloway in Kalifornien. Aufgewachsen sind die beiden mitten in Kolbermoor. Aber vor zehn Jahren packte Heiloway ihre Koffer, nahm ihr Hab und Gut und zog an die Westküste der Vereinigten Staaten.

Eine macht Mittag, andere geht schlafen

Getrennt sind die beiden allerdings nur räumlich, denn die Schwestern haben mehrmals die Woche Kontakt über Skype – telefonieren übers Internet und dabei kann man sich auch sehen. „Wenn es bei meiner Schwester früh morgens ist, ist es bei mir schon Abend.“ Zeitverschiebung lässt grüßen. Aber während im fernen Kalifornien der Mittags-Braten im Ofen schmort, steht in Bad Aibling der Mond am Himmel.

Auf den Spuren der Stadt ihrer gemeinsamen Kindheit

Die beiden sprechen, aber nicht nur miteinander, sondern sie schauen sich regelmäßig Fotos aus Kolbermoor gemeinsam an. Waldhör schickt sie digital nach Kalifornien, Heiloway lädt sie dann hoch. Die Aufnahmen macht Waldhör, wenn sie in der Stadt ihrer Kindheit unterwegs ist: „Wenn ich das Grab meiner Eltern und meines Bruders besuche zum Beispiel.“

Als die Kolbermoorer Schäffler 2019 auftraten, wie hier in Bad Aibling, schickte Waldhör ihrer Schwester unter anderem dieses Foto.

Schäffler, Eiscafé und Sanierungen

Des Weiteren hält sie Stadtgeschichte für ihre Schwester Bea fest: Auftritte der Kolbermoorer Schäffler, das König-Ludwig-Denkmal, das der Sturm vom Sockel stieß, die Sanierung verschiedener Häuser, das Eiscafé, die Spinnereisiedlung, Blumen, die überall in der Stadt gepflanzt werden und und und – Schwester Bea Heiloway nimmt anhand der vielen Fotos am Geschehen in Kolbermoor teil. „Ihr Herz hängt ja an Kolbermoor“, sagt Waldhör.

Schnappschuss April, 2020: Immer wenn Deborah Waldhör die Gräber ihrer Familie besucht, macht sie Fotos vom Alten Friedhof.

„Mich interessiert auch das Alltagsgeschehen, die Wahlen, die Bautätigkeit, die Geschichte der Stadt, Kunst und natürlich die Konzerte der Musikschule“, erzählt Heiloway via Skype. Und natürlich weiß Heiloway im fernen Kalifornien, dass das gesellschaftliche Leben derzeit brach liegt – im ganzen Land. Das ist bei ihr in Kalifornien nicht anders: „Auch wir haben hier Ausgangsbeschränkungen.

Winter 2019in der Mangfallstadt: Auch dieser Schnappschuss ging nach Kalifornien. Waldhör

Leere Straßen und Mundschutz allerorten

Sie und ihr Mann gehen alle 14 Tage mit Mundschutz einkaufen. Was abwaschbar ist, wird abgewaschen“, erzählt sie, während sie das Mittagessen zubereitet und im fernen Oberbayern der Mond am Himmel steht. Leere Straßen in Kalifornien und in Kolbermoor – auch das verbindet die Schwestern.

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In diesem Haus hat die Familie früher in Kolbermoor gewohnt.

Auch davon schickt Waldhör Fotos. Am meisten freut Bea Heiloway sich aber, wenn ihre Schwester Sprachnachrichten aufnimmt – „von alten Kolbermoorer Schulfreunden zum Beispiel“, erzählt Waldhör. Die Leitungen in die Heimat stehen. Auch die Freundschaften zu den Kolbermoorern – viele schreiben Mails, es wird geskypt und manchmal kommen Kolbermoorer auch zu Besuch.

Vor einigen Jahren besuchte auch Deborah Waldhör ihre Schwester in den USA: Sie fuhren nach San Francisco und ins Monument Valley. Da machten sie gemeinsam Fotos von ihren Erlebnissen. „Es ist unvergesslich“, sagt Waldhör.

Der Name Heiloway und die Fotografie

Das Fotografieren verbindet sie auch, denn die beiden sind in eine Fotografenfamilie geboren. „Bereits meine Großmutter war vor dem Ersten Weltkrieg mit der Kamera unterwegs“, sagt Heiloway. Und 1948 eröffnete ihre Mutter ein Fotogeschäft an der Rainerstraße. 1980 übernahm es dann Bea Heiloway – im ehemaligen Spinnerei-Kindergarten – und nannte es Fotostudio Bea.

Wenige Jahre später eröffnete sie ein Fotostudio neben ihrem Haus im Garten. Sie fotografierte Familien, Hochzeiten, Kinder, Festlichkeiten und Veranstaltungen – „die ich auch an den Mangfall-Boten abgab“, erinnert sie sich. Und: „Für die Musikschule in Kolbermoor habe ich viele Veranstaltungen über Jahre dokumentiert“, sagt Heiloway.

Und ihre Schwester Deborah Waldhör dokumentiert nun weiterhin alles, was sich heute so in der Heimatstadt der beiden Schwestern an der Mangfall tut. Egal, in welchen Zeiten

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