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Kein Platz: Keiner weiß, was gebaut werden darf

Raumnot für Kolbermoors Schulkinder spitzt sich zu: Mittagsbetreuung in Gasthaus

Um der wachsenden Schülerzahl an der Mangfallschule und dem neuen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden, könnte ein Verbindungsbau zwischen Schulhaus eins (links) und dem Gebäude der Mittagsbetreuung entstehen.
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Um der wachsenden Schülerzahl an der Mangfallschule und dem neuen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden, könnte ein Verbindungsbau zwischen Schulhaus eins (links) und dem Gebäude der Mittagsbetreuung entstehen.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Kolbermoor hat Platz und Pläne, um seine Grundschulen für das Jahr 2026 fit zu machen. Doch bislang weiß keiner, welches Raumprogramm tatsächlich gefordert wird, um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zu erfüllen. Wenn die Kommunen wollen, dürfen sie aber trotzdem schon losbauen. Was hinter diesem Widerspruch steckt.

Kolbermoor – In den Ferien will kein Mensch an Schule denken, die Kolbermoorer Stadtväter aber müssen es. Denn nicht nur für den Start des neuen Schuljahres am 13. September muss alles vorbereitet sein. Mit Blick auf das Jahr 2026 wächst auch der Druck, ausreichend Plätze für die Ganztagsbetreuung zu schaffen, denn dann haben Erstklässler darauf einen Rechtsanspruch.

Noch immer gibt es keine Richtlinien

Zwar haben die Kolbermoorer dafür ausreichend Platz und auch Pläne. Doch noch immer gibt es keine klaren Aussagen vom Bund. Bis auf eine Zahl: „Der Bund will dem Freistaat Bayern 428 Millionen Euro zur Verfügung stellen“, informiert Bürgermeister Peter Kloo. Das wurde den Bürgermeistern jetzt in einem sommerlichen Ministerialschreiben mitgeteilt. „Doch die Mittel sind noch nicht abrufbar, an Landesförderprogramme und Verwaltungsvereinbarungen gebunden, die es noch nicht gibt, und in denen auch erst die Eckpunkte festgelegt werden sollen“, beschreibt Kloo das Verwirrspiel.

Bauen ohne Plan und Fördermittel?

Denn im Schreiben wird den Kommunen zwar eine Unbedenklichkeitsbescheinigung avisiert, wenn sie schon planen und bauen wollen. „Doch wir wissen noch nicht einmal, welche Raumprogramme für die Ganztagsbetreuung gefordert werden, was wir also bauen müssen. Und wir wissen auch nicht, was überhaupt förderfähig wäre“, kritisiert Kloo die seit Verabschiedung des Ganztagsfördergesetzes am 11. Oktober 2021 bestehende unklare Lage.

Vier Jahre sind auch in „normalen“ Zeiten eine knappe Frist für die Planung und Umsetzung von Neubauprojekten, in einer Krise dagegen sind sie noch viel knapper. Die Kolbermoorer haben deshalb zumindest schon gedanklich vorgesorgt. „Unser Glück ist, dass wir auf städtischen Grundstücken ausreichend Platz und an beiden Grundschulen noch Entwicklungsmöglichkeiten haben“, so der Bürgermeister.

Im Gebäude der Adolf-Rasp-Grundschule sei Potenzial für Um- oder Ausbauten vorhanden. „Zudem sind wir im Gespräch mit der katholischen Kirche, ob wir den Bereich von Kindertagesstätte, Hort und Pfarrsaal der Pfarrkirche Wiederkunft Christi in Erbbaupacht übernehmen und ausbauen können.“

Auch das Ensemble der Mangfallschule an der Rainerstraße bietet Raum für Ideen. „Wir könnten hier beispielsweise mit einem Verbindungsbau von Schulhaus eins und dem Gebäude der Mittagsbetreuung zusätzliche Räume, einen zweiten Fluchtweg und mit einem Aufzug auch Barrierefreiheit schaffen“, erläutert Kloo erste Gedanken. Auch Schulhaus zwei und Pfallerhaus auf der anderen Seite der Rainerstraße hätten noch Ausbaupotenzial. „Doch das ist eben nur die Hülle, deren Inhalt wir noch nicht definieren können“, ergänzt er.

Klar ist bis heute nur, dass der Rechtsanspruch sowohl in Horten als auch in offenen oder gebundenen Ganztagsschulen umgesetzt werden kann. „Ob wir dafür extra Räume brauchen oder Klassenzimmer nutzen dürfen, wie groß die Gruppen sein sollen oder ob wir eine extra Mensa brauchen, wissen wir nicht.“

Einzug wächst mit Neubauten

Was den Bürgermeistern zusätzliche Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass in der Ganztagsbetreuung nur ausgebildetes Personal erlaubt sein wird. Quereinsteiger, die bislang auch in der Mittagsbetreuung der Kinder aktiv waren, dürften dann nicht mehr angestellt werden. „Hier erwarte ich klare Aussagen und staatliche Angebote, damit wir diese Menschen weiterbilden und als Fachkräfte behalten können“, betont der Bürgermeister angesichts des Personalmangels in Kindertageseinrichtungen.

Ab September wird das Gasthaus zum Mareis auch für die Mittagsbetreuung der Mangfallschule genutzt.

„Die Neubaugebiete im Conradty-Gelände, im Spinnerei-Areal oder an der Gärtnerstraße befinden sich im Einzugsgebiet der Mangfallschule“, umreißt Kloo den zu erwartenden Zuwachs an Schülern. Schon ab September werde beispielsweise die Mittagsbetreuung aus allen Nähten platzen. „Deshalb nutzen wir das Gasthaus zum Mareis ab September, um dort ein bis zwei Gruppen zu betreuen“, zeigt der Bürgermeister eine kurzfristige Lösung auf. Doch perspektivisch sei die Erweiterung der Mangfallschule unausweichlich – auch ohne den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.

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