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Auch 55 Kinder ziehen auf Conradty-Areal ein

Kolbermoor: Erste 168 Bewohner freuen sich über eine bezahlbare Bleibe

Hält das neu bebaute Conradty-Areal für einen wichtigen Baustein der Kolbermoorer Wohnungslandschaft: Bürgermeister Peter Kloo, hier auf dem Balkon eines der drei bereits fertiggestellten Häuser. Hinter ihm Robert Daxeder, einer der drei Bauherren. Thomae
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Hält das neu bebaute Conradty-Areal für einen wichtigen Baustein der Kolbermoorer Wohnungslandschaft: Bürgermeister Peter Kloo, hier auf dem Balkon eines der drei bereits fertiggestellten Häuser. Hinter ihm Robert Daxeder, einer der drei Bauherren. Thomae
  • vonJohannes Thomae
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Sechs Jahre hat man um die beste Bebauungslösung gerungen, dann ging es schnell: Nach 16 Monaten Bauzeit sind die ersten 76 Wohnungen auf dem Conradty-Areal in Kolbermoor fertiggestellt und werden derzeit bezogen. Sie gehören zu einem besonderen Modell.

Kolbermoor – Bis 2025 sollen rund 220 weitere Wohnungen hinzukommen. Dann werden gut 600 Menschen ein neues Heim in Kolbermoor haben. Für Bürgermeister Peter Kloo ein kleiner Meilenstein auf dem Weg, zukunftsträchtige Lösungen für die Wohnungsprobleme der Stadt zu finden. Denn der neue kleine Stadtteil wird nicht nur überwiegend in Geschosswohnungsbau errichtet, sondern die ersten drei Häuser mit ihren 76 Wohnungen unterliegen der sogenannten sozialen Bindung.

Miete wird nach Einkommen gestaffelt

Das bedeutet, dass die Mieteinnahmen für die drei Bauherren, Robert und Christian Daxeder sowie Philipp Kellermann, den unteren Wert dessen, was in Kolbermoor für Neubauten üblich ist, nicht überschreiten werden. Dieser Wert liegt etwa bei zwölf Euro pro Quadratmeter, doch die Mieter zahlen weniger.

Die ersten drei Häuser des neuen Wohngebietes auf dem Conradty-Areal sind nun fertig, die 168 Bewohner sind zum großen Teil bereits eingezogen.

Ihre Miete wird – gestaffelt nach ihrem Einkommen – zum Teil deutlich unter zehn Euro pro Quadratmeter liegen, den Differenzbetrag zahlt der Staat.

Bürgermeister kritisiert gesellschaftliche Schieflage

Für Bürgermeister Peter Kloo ist die Tatsache, dass immer mehr Menschen einen Anspruch auf die sogenannten Wohnberechtigungsscheine haben, eigentlich ein Alarmzeichen: „Wenn die Kindergärtnerin, der Krankenpfleger, die Friseuse, der Busfahrer – also die Leistungsträger unserer Gesellschaft – sich ohne staatliche Hilfe keine Wohnung mehr leisten können, dann ist etwas in Schieflage geraten“, meint er.

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Ändern kann die Stadt an dieser Schieflage nichts, sie kann nur versuchen die Auswirkungen zu begrenzen. Zum Beispiel indem sie versucht, bei größeren Bauvorhaben für einen Teil der Bebauung die soziale Bindung zu einer Voraussetzung für die Baugenehmigung zu machen.

Das ist nicht einfach, und nicht in jedem Fall finden sich Bauherren, die wie beim Conradtygelände nicht nur die geforderten 4000 Quadratmeter in sozialer Bindung bebauten, sondern von sich aus auf 7000 Quadratmeter erhöhten.

Nachfrage ist riesengroß

Wie nötig diese Erhöhung war, konnten die Bauherren bei der Vergabe der Wohnungen feststellen: „Wir hätten“, so erklärt Robert Daxeder, „jede Wohnung doppelt und dreifach belegen können“. Hier eine Auswahl zu treffen, ist nicht einfach, und es ist ein Problem, das auch Bürgermeister Peter Kloo kennt.

Er ist mit beteiligt, wenn Claudia Kristian vom Liegenschaftsamt frei werdende städtische Wohnungen zu vergeben hat: „Da ist eine einzelne Wohnung, ihr aber stehen 26 Bewerber gegenüber, die sie alle dringend bräuchten. Wenn man da eine Entscheidung treffen muss, ist eine wirklich ,bescheidene‘ Aufgabe“, meint er.

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Im Falle des Conradty-Geländes kommt noch eine weitere Herausforderung hinzu: Hier werden in den drei jetzt fertiggestellten Häusern auf einen Schlag gut 160 Menschen zusammengebracht, die ein bunt gemischtes, aber doch harmonisches Ganzes ergeben sollen.

Bauherren wie Bürgermeister sind rundum zufrieden über den erfolgreichen Baustart auf dem Conradty-Areal (von links): Christian Daxeder, Bürgermeister Peter Kloo, Robert Daxeder und Philipp Kellermann.

Denn davon werde abhängen, ob sich wirklich funktionierende Hausgemeinschaften entwickeln können. Diese wären die Voraussetzung dafür, dass im gesamten neuen Viertel eine positive Stimmung herrscht. „Man hat nicht wirklich in der Hand, dass es am Ende passt“, meint dazu Robert Daxeder, „man kann sich nur nach bestem Wissen und Gewissen darum bemühen“.

Am Bedarf der Bewohner orientiert

Zumindest aber konnten die Bauherren bei der Planung der Wohnungszuschnitte auf die Erfahrungen der Stadt zurückgreifen: Die weiß natürlich durch die rund 460 Wohnungsgesuche, die derzeit bei ihr vorliegen, welche Wohnungsgrößen benötigt werden.

Die neuen 76 Wohnungen sind deshalb nicht nur bedarfsgerecht, sondern, wie die Bauherren stolz betonen, von gehobenem Standard: Die Kommunikationsanbindung der Wohnungen zum Beispiel ist auf allerneuestem technischem Stand, high-speed-Internet also selbstverständlich.

55 Kinder unter den ersten Bewohnern

Und was die „Mischung“ der Bewohner angehen, so könne man eines schon sicher sagen: Zumindest die ersten drei Häuser legen den Grundstein, dass das neue Viertel ein mit Leben und Lachen erfülltes sein kann: Unter den 168 Bewohnern sind 55 Kinder.

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