Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ernüchternde Untersuchung in Kolbermoor

Desolate Entwässerung und kontaminierte Bereiche: Straße wird zur monatelangen Baustelle

Die Harthausener Straße wird ab dem Frühjahr ausgebaut. Trinkwasserleitungen und Regenwasserkanal sind hier in desolatem Zustand.
+
Die Harthausener Straße wird ab dem Frühjahr ausgebaut. Trinkwasserleitungen und Regenwasserkanal sind hier in desolatem Zustand.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
    schließen

Im Frühjahr soll die Harthausener Straße im Kolbermoorer Ortsteil Lohholz ausgebaut werden. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse muss in diesem Bereich vor allem die desolate Oberflächenentwässerung verbessert werden. Was genau geplant ist.

Kolbermoor – In der Harthausener Straße wird das Trinkwasser noch immer in Asbestzementrohren zu den Verbrauchern geleitet. Der Stadtrat stimmte den Planungen des Ingenieurbüros Dippold und Gerold jetzt einstimmig zu. Im Herbst werden die Bauarbeiten ausgeschrieben. Nach derzeitigen Schätzungen belaufen sich die Kosten auf 1,5 Millionen Euro.

Untersuchungen waren ernüchternd

Jörg Huber vom Planungsbüro machte keinen Hehl daraus: „Die vorbereitenden Untersuchungen waren ernüchternd“, wie er dem Stadtrat erläuterte. Die Folgen der jahrelangen „Flickschusterei“ sind einerseits kontaminierte Bereiche mit teerhaltigem Bitumen. Andererseits gibt es Schäden an der Oberfläche, an der Wasserleitung und am Kanal. Auch der Baugrund der Harthausener Straße ist alles andere als ideal: teils tonig und schluffig, teils lehmig.

Asbestzementrohre und Kontaminationen

Im lehmigen Abschnitt sei während des Straßenbaus mit starken Schwingungen zu rechnen. Deshalb, so erläuterte Huber, müsse vor Beginn der Bauarbeiten eine Gebäudebeweissicherung erfolgen. Nur so könnten durch den Bau entstehende mögliche Schäden an den Wohnhäusern im Nachhinein dokumentiert werden.

Was genau ist geplant: Die Wasserleitung aus Asbestzementrohren muss ausgetauscht und durch eine Leitung aus Polyethylen ersetzt werden. Auch ein neuer Regenwasserkanal wird gebraucht, denn die Kanäle wurden in der Vergangenheit größtenteils von den Anliegern gebaut und laufen über deren Privatgrundstücke. Für die Neuverlegung von Trinkwasserleitung und Kanal muss die gesamte Fahrbahnfläche entfernt werden. Deshalb soll im Zuge der Bauarbeiten auch die Straßendecke erneuert und mit einer normgerechten Straßenentwässerung versehen werden. Zudem werden fünf Löschwasserhydranten errichtet. Die perspektivische Verlegung von Glasfaserkabeln wird mit Lehrrohren vorbereitet.

Die Harthausener Straße soll in zwei Bauabschnitte eingeteilt werden. 585 Meter können nach Informationen des Planers in konventioneller Bauweise ausgebaut werden. Auf den nach der Wohnbebauung folgenden letzten 160 Metern bis zum Lohholzweg werden die Rohre mit einer Spülbohrung verlegt. Der Grund für diese Variante: „Im Bereich der Hauptbebauung wird die Straße hergerichtet. Der hintere Straßenbereich endet an einem Feldweg und ist verkehrstechnisch unbedeutend“, wie Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo (SPD) erläuterte. Für die geringe Nutzung der Straße wären die Kosten für die Entsorgung des kontaminierten Materials unverhältnismäßig hoch. Stefan Reischl (Parteifreie) regte an, die Oberfläche in diesem Bereich so zu versiegeln, dass der Abschnitt von Radfahrern gefahrlos genutzt werden kann.

Die Harthausener Straße soll nach dem Ausbau eine Gesamtbreite von 5,65 Metern haben – zur 4,65 Meter breiten Fahrbahn kommen auf beiden Seiten Bankette mit einer Breite von jeweils 50 Zentimetern hinzu. Wie der Bürgermeister erläuterte, werden für den Straßenbau keine Erschließungsbeiträge der Anwohner fällig. Nach einer Änderung des Kommunalabgabegesetzes dürfen seit dem 1. April 2021 keine Erschließungsbeiträge mehr erhoben werden, wenn „seit der erstmaligen technischen Herstellung einer Erschließungsanlage“ 25 Jahre vergangen sind.

Stadt plant Anliegerversammlung

Sobald die Projektplanung abgeschlossen ist, erfolgt die Ausschreibung der Bauleistungen. Im Februar oder März, so kündigte Planer Huber an, solle die Gebäudebeweissicherung erfolgen. Er geht davon aus, dass von April bis November gebaut wird. Bürgermeister Kloo kündigte an, dass in einer Anliegerversammlung die Baumaßnahme und die Zufahrt zu den Grundstücken detailliert erklärt wird.

Mehr zum Thema

Kommentare