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Kolbermoors Ortschef zur Leerstandskonferenz

Wohnungsnot verschärft sich: Können halbleere Einfamilienhäuser Abhilfe schaffen?

Peter Kloo
+
Peter Kloo
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Ideen für leer stehende Bauten sucht die „Leerstandskonferenz“ schon seit 2011. Jedes Jahr ist sie einem anderen Schwerpunkt gewidmet – mal dem ländlichen oder dem Alpenraum, mal leer stehenden Schulen oder Industriebrachen. Diesmal geht es um halb leere Einfamilienhäuser. Warum ausgerechnet in Kolbermoor, erklären Bürgermeister Peter Kloo und Stadtmarketing-Chef Christian Poitsch im Interview.

Aus welchem Grund haben Sie die Leerstandskonferenz nach Kolbermoor geholt?

Peter Kloo: Weil wir uns die Frage stellen müssen, wie wir künftig so wohnen und leben können, dass es bedarfsgerecht ist. Ein Haus ist heute oft nicht mehr das Domizil einer Großfamilie so wie einst. Der Trend zu Haushalten mit weniger Personen führt dazu, dass die Bevölkerung insgesamt mehr Wohnfläche beansprucht. Standen vor 50 Jahren pro Einwohner noch 22,3 Quadratmeter zur Verfügung, liegt die Pro-Kopf-Wohnfläche heute bei 49 Quadratmetern. Allein aufgrund dieser Tatsache brauchen wir heute circa 100 Prozent mehr Wohnfläche, da ist der Zuzug noch nicht mitgerechnet. Wir brauchen neue Ideen für bezahlbaren Wohnraum. Und wir haben auch in Kolbermoor das Problem, dass oft nur noch eine Person in einem viel zu großen Haus lebt, weil die Kinder längst ausgezogen sind.

Christian Poitsch

Christian Poitsch: Auf der Leerstandskonferenz im brandenburgischen Luckenwalde im Jahr 2018 hat Bürgermeister Kloo die Revitalisierung von Industriebrachen am Beispiel der Alten Spinnerei vorgestellt. Seitdem kennen wir das deutsch-österreichische Architekturbüro nonconform, das auf die Erfahrung und Umsetzung von sieben Leerstandskonferenzen zurückgreifen kann und auch die Ausschreibung für unsere Kolbermoorer Leerstandskonferenz gewann. Zudem haben wir mit der Quest Baukultur GmbH in Kolbermoor auch ein Unternehmen, dass sich mit dieser Thematik seit langem beschäftigt, die Veranstaltung unterstützt und uns das Kesselhaus der Alten Spinnerei zur Verfügung stellt. Und nicht zuletzt ist Kolbermoor mit Auto und Bahn für alle Teilnehmer ideal zu erreichen.

Warum fungiert das Wirtschafts-Forum Mangfalltal als Veranstalter?

Christian Poitsch: Für die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung braucht eine Kommune einen Träger, den wir im Wirtschafts-Forum gefunden haben, denn fehlender bezahlbarer Wohnraum für neue Mitarbeiter ist auch für die Unternehmen ein großes Problem. Im Herbst 2020 bewilligten die Lokalen Leader-Aktionsgruppe Mangfalltal-Inntal und Kreisentwicklung Miesbacher Land eine Förderung unseres Projektes. An der Finanzierung beteiligen sich neben der Stadt Kolbermoor auch die Gemeinden Tuntenhausen, Bad Wiessee, Otterfing und Rohrdorf.

Was erhoffen Sie sich von der Konferenz?

Peter Kloo: Das Thema der halb leeren Einfamilienhäuser ist sehr vielschichtig. An den drei Konferenztagen wird es von Experten aus Forschung und Praxis aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet. Ich freue mich auf drei spannende Tage voller neuer Inspirationen und Ideen für uns in Kolbermoor. Sie werden uns in Zukunft helfen, wenn wir Bauvorhaben abwägen und Entscheidungen treffen müssen. Diese Konferenz wird unseren Horizont weiten, denn die vielen Projekte, die vorgestellt werden, schärfen auch unseren Blick und lassen uns künftig ganz anders auf die Dinge schauen – zum Beispiel die Stellplätze, für die Grünflächen weichen mussten.

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