Opfer der zweiten Corona-Welle

Entscheidung gefallen: Kolbermoor sagt Christkindlmarkt ab

Der Christkindlmarkt in Kolbermoor.
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Auf solche stimmungsvolle Abende beim Christkindlmarkt müssen die Kolbermoorer heuer verzichten.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Der Christkindlmarkt in Kolbermoor findet heuer nicht statt: Diese Entscheidung traf jetzt der Vorstand des Kolbermoorer Gewerbeverbandes. Im Hinblick auf die steigenden Corona-Zahlen habe man sich laut Vorsitzendem Giacomo Anzenberger dazu entschieden.

Kolbermoor – „Schweren Herzens“, sagt Anzenberger auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen, habe man die Entscheidung zur Absage des Christkindlmarktes in Kolbermoor getroffen.

Kolbermoor soll nicht zum Hotspot werden

Die Zahlen sprechen für sich, sagt er. „Nicht auszudenken, wenn wegen des Christkindlmarktes die Stadt zu einem Hotspot geworden wäre“, erklärt er. Obendrein passe es einfach nicht, wenn man überall verschärfte Regeln habe, „wir aber den Markt machen“. Der Christkindlmarkt in Kolbermoor hatte schon länger auf der Kippe gestanden.

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Anzenberger hat immer versucht, den Markt auf die Beine zu stellen. Er hat Entscheidungen vertagt – aber auch auf die Entscheidung des Wirtschaftlichen Verbandes Rosenheim als Veranstalter des Rosenheimer Christkindlmarkts gewartet. Letzte Woche sagte Anzenberger noch: „Macht Rosenheim einen Markt, machen wir auch einen.“ Doch aus Rosenheim gibt es offenbar noch keine Signale.

Gesellig ratschen, Glühwein trinken? Für Anzenberger nicht vorstellbar

Jetzt hat der Kolbermoorer Gewerbeverband Nägeln mit Köpfen gemacht – auch ohne Rosenheim. Anzenberger erklärt, dass man zwar einen hätte realisieren können, aber lediglich als Kaufmarkt. Das heißt: Hingehen, einen Strohstern kaufen, weggehen. So solle es doch aber nicht sein.

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Der Kolbermoorer Markt, bei dem Anzenberger seit vier Jahren aktiv dabei ist, lebe ja vor allem auch wegen des Zusammenkommens – ratschen, Glühwein trinken. Im Schatten von Corona alles nicht möglich. Jeder Besucher hätte eine Maske aufsetzen müssen, erklärt er.

Für die Kinder soll es in Kolbermoor trotzdem etwas geben

Dennoch ganz aufgeben will Anzenberger nicht: Deshalb versucht er, wenigstens für die Kinder am Nikolaustag etwas zu organisieren. Das habe man in den vergangenen Jahren ja auch immer getan.

„Letztes Jahr haben rund 300 Kinder Packerl am Nikolaustag erhalten.“ Anzenberger rechnet: „Bringt jedes Kind ein Elternteil mit, wären wir bei rund 600 Bürgern.“ Das sei eine Menge – im Schatten von Corona. Deshalb soll jetzt juristisch geprüft werden, ob man so eine Aktion durchführen kann. Wie, wo, wann genau – dazu kann Giacomo jetzt noch nichts sagen.

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