Population wächst

Kolbermoor: Biber fällen Bäume an der Mangfall – Auch im Spinnerei-Weiher gesichtet

Nachts ist der Biber hier aktiv: Am Fußweg an der Mangfall in Kolbermoor Richtung Bad Aibling hat er schon Bäume gefällt, um an die Knospen zu gelangen.
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Nachts ist der Biber hier aktiv: Am Fußweg an der Mangfall in Kolbermoor Richtung Bad Aibling hat er schon Bäume gefällt, um an die Knospen zu gelangen.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Im Winter werden die Biber aktiv: Derzeit sieht man viele angenagte Bäume an der Mangfall. Die Population wächst. Wie viele Tiere in Kolbermoor unterwegs sind, lässt sich nicht sagen. Jetzt wurden sie sogar schon im Spinnerei-Weiher gesichtet.

Kolbermoor – Jetzt geht es wieder los: Zu Beginn des Winters sieht man wieder viele umgestürzte Bäume. An ihnen haben sich die Biber zu schaffen gemacht – auch in Kolbermoor entlang der Gewässer. Der Biber fällt die Bäume, um an die Knospen zu gelangen – sein täglich Brot. Täglich ist Thomas Berger an der Manfall unterwegs. Und der Kolbermoorer freut sich über die Aktivitäten der Nager.

30 Zentimeter dicke Riesen umgenagt

„An der Stadtgrenze Richtung Bad Aibling an der Mangfall ist ein richtiges Naturidyll“, sagt er. Überall sieht man Bäume kreuz und quer liegen, an denen sich der Biber zu schaffen gemacht hat: „Bäume mit 30 Zentimeter Durchmesser wurden regelrecht gefällt“, erzählt Berger. Gesehen hat er die Biber auch schon – aber selten. Sie sind ja nachtaktiv. Er geht davon aus, dass es sich vermutlich um viele Biberfamilien handelt, „bei diesem großen Aufkommen von betroffenen Bäumen“.

Tiere unterliegen dem Naturschutzrecht

Wieviele Biber in Kolbermoor unterwegs sind, kann Jürgen Halder vom Bauamt nicht sagen. Nur soviel: „Es sind viele.“ Die Tiere haben keine natürlichen Feinde und sie unterliegen dem Naturschutzrecht, so Jürgen Halder. Das bedeutet: Man darf sie nicht bejagen oder einfangen und an anderen Orten wieder aussetzen. Das würde aber ohnehin nichts bringen, denn verschwindet einer, kommt sofort ein neuer.

Bei diesem Baum ist es dem Biber schon gelungen, ihn umzulegen.

Die Aktivitäten der Biber führen bereits zu Problemen in Kolbermoor: Denn die Tiere bauen Dämme und stauen so das Wasser, wie beispielsweise beim Kaltenbrunnbach, erklärt Halder. Der fließt von der Mangfall ab südlich Richtung Pullach.

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Steigt dann der Grundwasserspiegel, laufen die Keller an der Blumenstraße voll. Einfach die Dämme entfernen sei nicht möglich. Das müsse mit der Unteren Naturschutzbehörde besprochen werden. Bei einer Ortsbesichtigung werde dann geklärt, wie man weiter mit den Dämmen verfahren kann.

Biber im Landkreis Rosenheim

Die Stadt Kolbermoor habe bereits unterhalb des Dammes am Kaltenbrunnbach ein Rohr verlegt, damit das Wasser weiter abfließen kann. Da habe man jetzt die Hoffnung, dass die Tiere die Öffnung nicht wieder verschließen. Das müsse nun regelmäßig kontrolliert werden. Der Biber staut das Wasser, um den Wasserstand zu erhöhen. Nur so gelingt es ihm, vom Wasser aus in seine Burg zu gelangen. Die dann ausschließlich über das Wasser zu erreichen ist. So ist er vor Feinden geschützt.

Auch im Spinnerei-Weiher gesichtet

Der Kolbermoorer Thomas Berger hat bisher an der Mangfall Biber gesichtet. Halder auch an anderen Orten: Sogar schon im Spinnerei-Weiher. Aber da haben sie bisher keinen großen Schaden angerichtet, sagt er. Auch im Werkskanal hat er welche gesehen.

Drahthosen um Gehölze

Und man habe bereits versucht, dem Biber hinsichtlich der Futtersuche zu helfen. „Bevor angenagte Bäume in den Kanal klatschen, wurden sie gefällt“, sagt Halder. Die Äste samt der Knospen habe man dem Biber liegengelassen. „Aber die frisst er nicht“, sagt Halder.

Um einige wertvolle Bäume vor dem Biber zu schützen, bekommen sie eine Drahthose verpasst, erklärt er. Bisher habe man diese Methode in Kolbermoor allerdings noch nicht angewandt. Bisher habe der Biber diese wertvollen Bäume in Kolbermoor verschont, wie Ahorn, zum Beispiel. Kein Wunder, die sind ihm zu hart, er bevorzugt weiche Hölzer, wie Weide und Pappel.

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