Kolbermoor: Betrüger nach Rückkehr aus Spanien zu Bewährungsstrafe verurteilt

Als ein Betrüger aus Kolbermoor nach zwei Jahren im Ausland nach Deutschland zurückkehrte, klickten die Handschellen.
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Als ein Betrüger aus Kolbermoor nach zwei Jahren im Ausland nach Deutschland zurückkehrte, klickten die Handschellen.
  • vonTheo Auer
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Seine vorübergehende Flucht vor persönlichen und finanziellen Problemen und seine spätere Reue entbanden einen 51-Jährigen aus Kolbermoor bei seiner Rückkehr in die Heimat nicht davon, sich seinen Taten stellen zu müssen. Er kam vor Gericht.

Kolbermoor/Raubling – Das Amtsgericht Rosenheim verurteilte den Mann zu einer Bewährungsstraffe wegen Betrugs.

Das Jahr 2017 war für den 51-Jährigen völlig aus den Fugen geraten. Seine Scheidung, die psychische Erkrankung seiner Tochter, alles das brachte ihn selber in die Psychiatrie am Inn-Salzach-Klinikum. Das alles gab nun auch beim Amtsgericht Rosenheim als tiefere Ursache für den letztlich begangenen Betrug an.

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Im April hatte er eine Autowerkstatt in Raubling damit beauftrag, seinen Pkw zu reparieren. Daran war einiges zu tun. Ein Austauschmotor musste her, neben einer Reihe von unerlässlichen Reparaturen, sollte das Fahrzeug den nächsten TÜV überstehen, sodass schließlich eine Rechnung von knapp 5500 Euro auflief. Anstatt diese zu begleichen, brachte der Mann noch ein weiteres Fahrzeug vorbei, an dem Reparaturen mit knapp 1900 Euro zu Buche schlugen. Die Arbeiten verrichtete der Kfz-Meister im guten Glauben, gestützt darauf, dass es einen gemeinsamen guten Bekannten gab.

Anzeige wegen Betrugs erstattet

Nur war der Schuldner dann plötzlich nicht mehr erreichbar. Als die Geduld des Gläubigers letztlich erschöpft war, erstattete Anzeige wegen Betrugs. Dass der Kolbermoorer nicht mehr erreicht werden konnte, lag – wie sich herausstellte – daran, dass er sich nach Spanien abgesetzt hatte. Als er im März 2019 mit dem Flugzeug nach Deutschland zurückkam, klickten am Flugplatz die Handschellen, war er doch längst zur Fahndung ausgeschrieben worden. Beim Ermittlungsrichter konnte er damals glaubhaft machen, dass er keine Fluchtgedanken mehr hegte und so kam er gegen Auflagen wieder auf freien Fuß.

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Vor dem Amtsgericht Rosenheim unter dem Vorsitz von Richter Christian Merkel war der Angeklagte dann umfassend geständig. Er erklärte auch, eine neue Arbeitsstelle zu haben und die Schulden umgehend zurückzahlen zu wollen. Der Staatsanwalt beantragte in seinem Schlussvortrag, den Angeklagten mit elf Monaten Haft zu bestrafen, die man aber zur Bewährung aussetzen könne. Darüber hinaus sei er dazu zu verurteilen, Wiedergutmachung zu leisten. Die Verteidigerin Rechtsanwältin Gabriele Sachse verwies darauf, dass ihr Mandant wirklich reuig sei und den Schaden wieder gut machen wolle. Sechs Monate Haft, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnten, seien Strafe genug.

Bewährungsstrafe von 8 Monaten ausgeprochen

Das Gericht sprach eine Bewährungsstrafe von acht Monaten aus und wendete zudem einen Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch an, in dem der Gesetzgeber seit 2017 festlegt, dass niemand aus ungesetzlichen Taten Profit schlagen dürfe. Danach muss das Gericht die „Einziehung von Wertersatz“ anordnen. Was heißt: Jeglicher geldwerte Vorteil, den ein Täter aus einer Straftat bezieht, wird vom Gericht festgelegt und eingezogen. Oder, wie in diesem Falle, dem Geschädigten ausgehändigt. So wird sichergestellt, dass der Gläubiger sein Geld erhält, ohne dass er dafür erst prozessieren muss.

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