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Endlich wieder in die Schule

Bei allen Herausforderungen überwiegt an Pauline-Thoma-Schule in Kolbermoor Freude über Präsenz

Im Klassenzimmer (von links): Lehrer Wilfrid Abtmeier, Lehrerin Eva Gehring und Rektor Markus Rinner.
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Im Klassenzimmer (von links): Lehrer Wilfrid Abtmeier, Lehrerin Eva Gehring und Rektor Markus Rinner.
  • VonKatharina Heinz
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Zusammen spielen, ratschen, lernen und lachen: Was zum gewöhnlichen Schulalltag gehört, ist erst seit Ende der Pfingstferien wieder möglich. Mit der Rückkehr in den Präsenzunterricht ist auch an der Pauline-Thoma-Schule wieder ein Stück Normalität eingekehrt. Schulleiter Markus Rinner zeigt sich „vorsichtig optimistisch“, dass es nun langsam bergauf geht.

Kolbermoor – Seit 7. Juni findet an den bayerischen Schulen wieder Präsenzunterricht statt, wenn der Inzidenzwert unter 100 liegt. Am 1. Juli ist auch die Maskenpflicht der Schüler am Sitzplatz für die weiterführenden Schulen aufgehoben worden. Im Schulgebäude der Pauline-Thoma-Schule mussten bis dahin alle eine OP-Maske tragen, die nur zum Essen abgenommen werden durfte. Mit Maske mussten zumindest keine Sicherheitsabstände mehr eingehalten werden. Das bedeutete, dass die Schüler auch wieder nebeneinander an ihren Pulten sitzen durften.

Luftreiniger gibt es an der Schule nicht, deren Sachaufwandsträger die Stadt Kolbermoor ist.

Pausenaufsicht wie „Flöhehüten“

„Ich bin sehr froh, dass wir wieder Präsenzunterricht haben, und dieses Gefühl spiegelt sich auch bei den Lehrkräften und Schülern wider“, so Rinner. Es sei dringend nötig gewesen, dass die Schüler wieder Struktur sowie soziale Kontakte erleben können. Deutliche Erleichterung erlebte Rinner bereits mit der vorangegangenen Aufhebung der Maskenpflicht auf dem Pausenhof. Denn diese sei sehr „nervenzehrend“ gewesen. Die Pause sei immerhin dazu da, Luft zu schnappen. Für die Lehrer sei die Pausenaufsicht daher ein wahres „Flöhehüten“ gewesen. Jetzt seien alle froh über die größeren Freiheiten.

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Der organisatorische Aufwand in der Corona-Pandemie ist und bleibt für den Schulleiter aber eine Herkulesaufgabe. „Wenn ein Schreiben vom Kultusministerium kommt, muss es im Prinzip sofort umgesetzt werden.“ Der Großteil dieser Arbeit bleibt an der Schulleitung und dem Sekretariat hängen. Wie viele Stunden Mehrarbeit die Corona-Maßnahmen bedeuten? „Ich habe aufgehört, zu zählen.“

Der vorsichtige Optimismus über die Lockerungen geht allerdings in Blick auf September in einen „skeptischen“ Optimismus über. „Ich hoffe, dass die Impfungen wirken und das Urlaubsverhalten die Situation nicht wieder anheizt.“ Doch vielleicht könne man das nächste Schuljahr so erfreulich starten, wie dieses zu Ende gehe.

Glücklich: Zurück im Klassenzimmer

Die Schüler freuen sich über den Präsenzunterricht, da sie ihre Freunde wieder sehen können. „Es ist wirklich toll“, so Daria aus der 7M. Ihr mache die Schule wieder mehr Spaß, weil sie motivierter sei. Klassenkameradin Vanessa findet es auch etwas ungewohnt, „nach einem gefühlten Jahr wieder in der Schule zu sein“. Doch auch ihr gebe es einen „Schwung im Leben“.

Beide haben Vor- und Nachteile im Distanzunterricht gesehen. Man konnte sich seine Unterrichtszeit frei einteilen, dafür habe man jetzt einen geregelten Tagesablauf, meint Vanessa. Daria vermisst das „Ausschlafen“. Dafür könne sie jetzt wieder „normal lernen, ohne dass das Internet spinnt“. Ein Mitschüler, der nicht namentlich genannt werden will, äußert sich kritisch gegenüber der Maskenpflicht. „Es ist eine Qual, jeden Schultag eine Maske tragen zu müssen.“ Gerade im Sommer sei es damit besonders anstrengend. Mittlerweile ist diese Einschränkungen zwar weggefallen.

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Doch Rinner schließt nicht aus, dass eine Maskenpflicht wieder kommen könne – ganz nach Entwicklung der Fallzahlen.

Auch die Lehrer sind froh, wieder im Präsenzunterricht zu sein. „Mir wurde bewusst, wie viel mehr Gewicht doch mein direkt an die Kinder gerichtetes Wort hat, im Gegensatz zu oft sehr anonymen digitalen Arbeitsaufträgen“, betont Wilfrid Abtmeier, der Klassenlehrer der 7M.

Für die Pädagogen gilt es nun, genau hinzuschauen. Denn die Schüler seien in ihrer schulischen Entwicklung sehr unterschiedlich durch die Zeit des Distanzunterrichts gekommen.

Einige Kinder haben Probleme mit Präsenz

Kinder, die sich schon vor der Krise schwergetan hätten, sich einzufügen oder mit schwach ausgeprägtem Arbeitswillen ausgestattet seien, fänden auch jetzt schlechter in den normalen Schulalltag zurück. Andere, insbesondere solche mit einem stabilen Elternhaus, hätten die Zeit besser bewerkstelligt. Einigen Kindern hätte der Distanzunterricht sogar ganz gutgetan. Denn gerade in Klassen mit „aufmüpfigen“ Schülern gebe es immer auch zurückhaltende Kinder, die ganz ohne Gruppendruck von zu Hause in Ruhe arbeiten konnten.

Trotz all der Herausforderungen gibt es für den Lehrer noch weitere Nutzen, die man aus dem Distanzunterricht ziehen kann. So habe sich etwa durch den intensiven schriftlichen und fernmündlichen Kontakt die Schüler-Lehrer-Beziehung verfestigt. „Vielfach konnte ich auch beobachten, wie die Kinder einen Sprung hin zu mehr Selbstständigkeit machten“, so Abtmeier.

Digital sei man der Pauline-Thoma-Schule bereits vor Corona gut aufgestellt gewesen, habe dennoch einen Sprung nach vorn gemacht. Er hält eine Weiterführung für sehr wahrscheinlich. Viel Technisches, das vor wenigen Jahren noch unvorstellbar erschienen sei, gehöre heute zum ganz normalen Schulalltag. „In meiner Klasse kommuniziere ich zum Beispiel am Nachmittag auch weiterhin über unsere gemeinsame Plattform, die jeder Schüler über sein Handy empfangen kann.“

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