„Eine Bereicherung für die Stadt“

Kolbermoor: Auf Streife mit der Sicherheitswacht

Das Fazit von Bürgermeister Peter Kloo nach einem Jahr Sicherheitswacht Mangfalltal ist rundum positiv: „Das ist eine Bereicherung für die Stadt.“ Rechts neben Peter Kloo die Sicherheitswachtmitglieder Peter Blohm und Rick Winter, ganz links Polizeihauptkommissar Michael Fritz, der die Einsätze der Sicherheitswacht koordiniert.
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Das Fazit von Bürgermeister Peter Kloo nach einem Jahr Sicherheitswacht Mangfalltal ist rundum positiv: „Das ist eine Bereicherung für die Stadt.“ Rechts neben Peter Kloo die Sicherheitswachtmitglieder Peter Blohm und Rick Winter, ganz links Polizeihauptkommissar Michael Fritz, der die Einsätze der Sicherheitswacht koordiniert.
  • vonJohannes Thomae
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„Sicherheitswacht Mangfalltal“ seit einem Jahr in Kolbermoor am Start. Wie es bisher läuft, erzählen zwei Ehrenamtliche bei einem Streifzug durch die Mangfallstadt.

Kolbermoor – Kolbermoor, vor der Pauline-Thoma-Schule. Einige Kinder, die mit ihren Eltern Fahrrad fahren üben, winken Rick Winter und Peter Blohm zu. Sie winken zurück. Eine Szene, die mehr ist, als nur eine Momentaufnahme aus einem Rundgang in Kolbermoor mit der „Sicherheitswacht Mangfalltal“. Der Augenblick kann vielmehr als Fazit gelten für das erste Jahr, in dem die Sicherheitswacht Streife geht: Sie ist in Kolbermoor willkommen und integriert.

Bisher keine: Ernste Konfliktsituationen

Für die Polizei Bad Aibling ist damit das Konzept aufgegangen, das sich am Bild des Wachtmeisters alter Schule orientiert: Der war eine Respektsperson, aber eine freundliche, eine, die man um Hilfe bat. Kurz: er war jemand, den man gerne sah. Diesen „Bürgerservice“, so erklärt Polizeihauptkommissar Michael Fritz, der die Einsätze der Sicherheitswacht koordiniert, kann die Polizei heute schon aus Personalgründen nicht mehr bieten.

Polizei hatte 2018 die Idee

Von daher entstand bei der Polizeiinspektion Bad Aibling 2018 die Idee, die Polizisten durch eine ehrenamtliche Sicherheitswacht zu ergänzen. Und dabei kam man auf die Idee, mehrere Kommunen –  Bad Aibling, Kolbermoor, Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham – zusammenzufassen. Damit ist ein Einsatzgebiet entstanden, das im Groben dem Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion entspricht und eine praxistaugliche Einsatzplanung ermöglicht.

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Bürgermeister Peter Kloo, der bei dem Spaziergang dabei war, war, wie der Stadtrat, von dem Konzept gleich überzeugt. Seit November 2019 sind Rick Winter und Peter Blohm mit sechs Kollegin in den vier Gemeinden unterwegs.

Sofort bei Radlsturz geholfen

In Kolbermoor konnten sie bereits mehrfach helfen: Im Herbst, so Winter, hätten sie miterlebt, wie am Mangfalldamm ein Radler stürzte. „Da konnten wir sofort den Rettungswagen verständigen, und gleich durchgeben, dass die Verletzungen nicht ernster sind.“ Und natürlich haben sie den Gestürzten bis zum Eintreffen der Rettung auch gleich erstversorgt.

Ernsthafte Konflikte gab es bisher nicht

Richtig ernsthafte Konfliktsituationen gab es bislang keine. Hier zähle, so sagen Blohm und Winter, auch die Art, wie man auf die Leute zugehe. „Wenn Leute zu laut sind, bitten wir sie, etwas ruhiger zu sein. Das wirkt überraschend oft. Die Leute, auch Jugendliche, sind einsichtiger als man denkt.“

Hierbei hilft, so ihre Einschätzung, dass ihr Erscheinungsbild eng an die Polizeiuniformen angelegt ist. Sich mit dem Anlegen der Uniform in eine Respektsperson verwandeln zu können, ist aber, davon sind die beiden überzeugt, für keinen der acht Team-Mitglieder ein Antrieb gewesen.

Rick Winter, der auch bei der Feuerwehr und beim Rettungsdienst aktiv ist, sagt zu seinen Beweggründen: „Ich habe das als Chance gesehen, anderen Menschen helfen zu können. Und sei es nur durch die Tatsache, dass ich ihnen durch mein Streifegehen ein bisschen mehr Sicherheitsgefühl gebe.“

Großes Anliegen: Keine Rambos

Der Erfolg der Sicherheitswacht ist für Fritz auch ein Ergebnis der sorgfältigen Auswahl der „Streifengänger“. „Das was wir in unserem Team definitiv nicht haben wollten, sind Rambos, verhinderte Privatdetektive, oder auch solche, die das als Chance sehen, ihren erhobenen Zeigefinger quasi von Amts wegen spazieren führen zu dürfen. Unsere Kollegen sollen in erster Linie Ansprechpartner für den Bürger sein, ihm aber durch ihre Präsenz auch ein Gefühl der Sicherheit geben.“

Sicherheitswachtler mit Funkgeräten ausgestattet

Zu diesem Zweck haben die Sicherheitswachtler über ihre Funkgeräte den Kontakt zur Polizeiinspektion, die dann bei Bedarf in Minutenschnelle die Streifenwagenbesatzung herbeiholen kann, die gerade am nächsten ist. Für Michael Fritz ist das „bei Bedarf“ in dem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. Er sagt: „Von den Kollegen der Sicherheitswacht wissen wir, dass wir hier im Fall des Falles Meldungen bekommen, die das Geschehen zutreffend beschreiben und alle wichtigen Informationen enthalten. Das kann man vom normalen Bürger, der durch die Umstände vielleicht aufgeregt und nervös ist, nicht immer erwarten.“

Polizei Bad Aibling sucht weitere Ehrenamtliche

Die Polizeiinspektion Bad Aibling sucht für die „Sicherheitswacht Mangfalltal“ Verstärkung: Sehr willkommen seien dabei Frauen, die sich für dieses Ehrenamt, engagieren wollen, weil „gemischte Teams“ gewissermaßen der Idealfall wären. Man sollte dafür im Monat mindestens fünf Stunden erübrigen können. Für den Dienst erhält man eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde. Vorbereitet wird man durch eine 40-stündige Schulung, die in Abendkursen beziehungsweise auch an Samstagen abgehalten wird; man richtet sich dabei so weit wie möglich nach den zukünftigen Mitgliedern. Wer Interesse hat und älter als 18 Jahre, aber jünger als 63 Jahre ist, bekommt nähere Informationen bei Polizeihauptkommissar Michael Fritz bei der Polizeiinspektion Bad Aibling unter der Telefonnummer 0 80 61/9 07 30.

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