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Steuerungsgruppe gegründet

Kolbermoor auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“

Die Gründungsmitglieder der Fairtrade-Steuerungsgruppe (von links): CSU-Stadtrat Leonhard Sedlbauer, SV-DJK-Geschäftsführerin Karin Maier, Dritte Bürgermeisterin und Leiterin der Steuerungsgruppe Sabine Balletshofer-Wimmer, Grünen-Stadtrat Michael Hörl, Schulleiterin Carola Vodermaier (Adolf-Rasp-Schule), Gewerbeverbandsvorsitzender Giacomo Anzenberger und Pastoralreferentin Monika Langer (Pfarrei Wiederkunft Christi).
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Die Gründungsmitglieder der Fairtrade-Steuerungsgruppe (von links): CSU-Stadtrat Leonhard Sedlbauer, SV-DJK-Geschäftsführerin Karin Maier, Dritte Bürgermeisterin und Leiterin der Steuerungsgruppe Sabine Balletshofer-Wimmer, Grünen-Stadtrat Michael Hörl, Schulleiterin Carola Vodermaier (Adolf-Rasp-Schule), Gewerbeverbandsvorsitzender Giacomo Anzenberger und Pastoralreferentin Monika Langer (Pfarrei Wiederkunft Christi).
  • VonLeonhard Sedlbauer
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Mit der Gründung einer Steuerungsgruppe hat Kolbermoor einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu Fairtrade-Stadt getan. Die ersten Mitstreiter sind bereits voller Überzeugung mit an Bord.

Kolbermoor – Kolbermoor soll fairer werden. Diese Zielsetzung hatte ein Antrag der Stadtratsfraktionen von CSU und Bündnis90/Die Grünen, der vom Stadtrat im März dieses Jahres positiv beschieden wurde. Nun wird die Stadt an der Kampagne „fairtrade-Towns“ teilnehmen, um am Ende – so hoffen alle – die offizielle Zertifizierung als Fairtrade-Stadt zu erhalten. Dieses Siegel erhalten Gemeinden, die sich besonders für fairen Handel und soziale Gerechtigkeit auf der Welt einsetzen.

Projekt auf möglichst breiten Beinen

Um die nötigen Kriterien zu erfüllen hat sich jetzt eine sogenannte Steuerungsgruppe gegründet, die den Prozess leiten und überwachen wird. Sie soll möglichst breit aus Politik, Wirtschaft und Vereinsleben aufgestellt werden, um in alle Bereiche des städtischen Lebens hineinwirken zu können.

Mit Aufbau und Leitung der Steuerungsgruppe hatte der Stadtrat bereits im Zuge des Startbeschlusses Dritte Bürgermeisterin Sabine Balletshofer-Wimmer beauftragt. Auch die Vertreter der initiierenden Stadtratsfraktionen, Michael Hörl (Grüne) und Leonhard Sedlbauer (CSU) gehören der Steuerungsgruppe an.

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Als Vertreterin der Schulen konnte zur Gründung bereits die Rektorin der Adolf-Rasp-Grundschule, Carola Vodermaier, gewonnen werden. Giacomo Anzenberger vertritt als Vorsitzender des Gewerbeverbandes die Wirtschaft, für die Kirchengemeinden ist Pastoralreferentin Monika Langer von der katholischen Stadtkirche mit von der Partie.

Auch der SV-DJK Kolbermoor macht mit

Aus dem Vereinsleben nimmt die Geschäftsführerin des SV-DJK Kolbermoor, Karin Maier, an der Steuerungsgruppe teil. Als Bindeglied zur Stadtverwaltung fungiert der Leiter des Stadtmarketings, Christian Poitsch, der sich zugleich auch um Fragen der Öffentlichkeitsarbeit kümmern wird.

Bereits in der Gründungssitzung der Steuerungsgruppe wurden einige wichtige Ideen vorbesprochen und ein grober Plan für das weitere Vorgehen festgezurrt. Die Gruppe wird die aktuelle Situation nutzen, um Konzepte für mögliche Aktionen zu erarbeiten, die den Gedanken des Projektes vorantreiben und die Bürger mit dem Konzept „fairtrade“ bekannt machen werden – sobald die Lage es wieder zulässt.

Interview mit Leiterin Sabine Balletshofer-Wimmer

Sabine Balletshofer-Wimmer mit einer der Fairtrade-Masken, die die SV-DJK-Tischtenns-Bundesligadamen schon trugen, bevor der Beschluss im Stadtrat gefasst wurde.

Frau Ballethofer-Wimmer, wie sieht denn der erste grobe Plan der Steuerungsgruppe aus? Welches sind die ersten Schritte, die Sie nun angehen werden?

Sabine Ballteshofer-Wimmer: Wir haben uns Infomaterial bestellt und alle Teilnehmer werden die nächsten Wochen ausarbeiten, was sie in ihren Bereichen anstoßen und umsetzen können. Die Ergebnisse werden wir in einer nächsten Zusammenkunft noch vor den Sommerferien sammeln und prüfen, wie schnell wir die einzelnen Punkte realisieren können. Es ist auch angedacht, dass wir Betriebe, die sich an der Aktion beteiligen, in der Presse vorstellen.

Sie haben ja schon Mitstreiter aus sehr relevanten Bereichen gewonnen. Gibt es noch welche, die Sie zusätzlich gern gewinnen würden?

Balletshofer-Wimmer: Für uns sind die Kindergärten noch interessante Mitstreiter und zusätzlich aus dem Bereich Schule die Mittelschule Kolbermoor.

Für den „Laien“ erklärt: Was kann denn ein Sportvereins tun, um den Fairtrade-Gedanken zu fördern und umzusetzen?

Balletshofer-Wimmer: Der Sportverein kann zum Beispiel mit fair gehandelten Sportartikeln und Sportbekleidung zur Umsetzung beitragen. Die Damenmannschaft in der Tischtennis-Bundesliga trägt bereits aktuell fair hergestellte Masken, und auch eine Trikotbestellung ist schon angedacht.

Wie könnten Projekte an den Schulen aussehen?

Balletshofer-Wimmer: Die Schulen können mit Aktionstagen zum Thema die Schüler mit dem Fairtrade-Gedanken vertraut machen und sensibilisieren. Über die Kinder können auch deren Eltern mit gezielten Projekten in Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat erreicht werden.

Oder in den Kirchengemeinden?

Balletshofer-Wimmer: Unter dem Dach der Kirchengemeinden finden sich viele Verbände, die auf ihre Weise Themen umsetzen können. Beispiele sind die Veranstaltungen zur Erwachsenenbildung der Afa oder die Weltgebetstage in Zusammenarbeit mit der Frauengemeinschaft. Auf Pfarrfesten und ähnlichen Zusammenkünften können Fairtrade-Produkte verkauft und beworben werden.

Was kann die Stadt Kolbermoor tun? Wo kann sie gleich als Erstes ansetzen?

Balletshofer-Wimmer: Die Stadt kann zum Beispiel mit dem Kauf von Fairtrade-Büromaterial oder Arbeitsbekleidung einen ersten Beitrag leisten. Auch die Verwendung fair gehandelter Produkte bei städtischen Veranstaltungen wäre ein wichtiges Zeichen.

Bis wann hoffen Sie, soweit zu sein, um alle Kriterien für das Siegel zu erfüllen?

Balletshofer-Wimmer: Aufgrund der aktuellen Situation, in der Treffen nur schwer möglich sind, wäre mein persönliches Ziel, dass die Stadt Kolbermoor im Frühjahr 2022 zertifiziert wird.

Kolbermoors Nachbarstädte Bad Aibling und Rosenheim sind bereits seit einigen Jahren Fairtrade-Städte. Orientieren Sie sich auch an ihnen, ist ein Austausch angedacht, oder mach jede Stadt Ihr maßgeschneidertes eigenes Ding?

Balletshofer-Wimmer: Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, deshalb werden wir sicherlich gerne Ideen aus den Nachbarstädten übernehmen und im Austausch neue Impuls für unsere Arbeit in diesem Projekt bekommen.

Was ist Ihr persönlich größtes Anliegen, weshalb Sie sich bei der Steuerungsgruppe so engagieren?

Balletshofer-Wimmer: Ich möchte damit zu einer noch besseren Vernetzung der Kolbermoorer Bürger beitragen und mit einer Zertifizierung die Attraktivität der Stadt Kolbermoor steigern.Interview Eva Lagler

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