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POLIZEI ERMITTELT WEGEN BRANDSTIFTUNG

Alte Windmühle in Kolbermoor abgebrannt - Besitzer Fritz Wagner plant den Wiederaufbau

Am Tag danach: Besitzer Fritz Wagner will seine Windmühle auf jeden Fall wieder aufbauen.
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Am Tag danach: Besitzer Fritz Wagner will seine Windmühle auf jeden Fall wieder aufbauen.
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Fassungslos steht Fritz Wagner vor dem Gerippe beziehungsweise den Überbleibseln seiner alten Windmühle. Diese ist gestern Nacht in Flammen aufgegangen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Kolbermoor – Rund 100.000 Euro Sachschaden entstand bei dem Brand, der am Donnerstag in der alten Mühle in der Aiblinger Au in Kolbermoor ausgebrochen war. Die Rauchwolken waren kilometerweit sichtbar.

Die etwa zehn Meter hohen Flammen leuchteten in der Dunkelheit und waren sogar vom Irschenberg aus zu sehen. Auf den sozialen Netzwerken entspann sich schnell eine Diskussion, wo insgesamt zehn Feuerwehrwagen mit ihren Blaulichtern hinrasten.

Kolbermoorer und Autofahrer kennen das Bauwerk

Viele Kolbermoorer kennen die Windmühle seit Jahrzehnten – vom Vorbeifahren oder von Spaziergängen. Sie ist ein Wahrzeichen der anderen Art. Es gab viele Anfragen, die Windmühle mit Solarmodulen zu mieten.

Aber: Für die Stadt Kolbermoor hat Mühle zwar keine historische, dafür eine besondere Bedeutung, wie Bürgermeister Peter Kloo auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte. Sie ist vor etwa 20 Jahren erbaut worden, und ist das gelungene Werk von Fritz Wagner, der in der Stadt auch als Daniel Düsentrieb bekannt sei.

Die Mühle, circa 20 Jahre alt, wurde ein Raub der Flammen. 100.000 Euro Schaden entstand. Riediger/Reisner

Sein Erfindergeist sowie sein Wissen und seine Faszination zur Technik seien weithin bekannt. „Zunächst stand die Mühle an der Staatsstraße, musste dann aber per Bulldog über die Wiese an ihren jetzigen Standort gebracht werden“, erinnert sich Kloo.

70 Einsatzkräfte kämpfen gegen den Brand

Nun ist das kuriose Bauwerk niedergebrannt. Gegen 19.45 Uhr wurden die Feuerwehren zum Brandort gerufen. Einsatzleiter Franz Wudy, Kommandant der Kolbermoorer Wehr, alarmierte auch die Pullacher und Bad Aiblinger Kameraden. „Wir wussten nicht, wie sich die Löschwasserversorgung vor Ort darstellen würde und sind deshalb zur Sicherheit mit zehn Fahrzeugen und 70 Einsatzkräften angerückt.“

Als die Wehren eintrafen, stand das Erdgeschoss der Mühle bereits in Vollbrand. Aufgrund der Einsturzgefahr musste das Feuer aus sicherem Abstand gelöscht werden. Gezapft wurde das Löschwasser über zwei Hydranten und eine etwa 100 Meter lange Löschwasserleitung zur Mangfall. „Da es viele Brandnester gab, haben wir schließlich auch Schaum verwendet, um sie abzudecken“, erklärt Wudy das Vorgehen.

Nebengebäude bleiben verschont

Weithin war die Rauchwolke am Nachthimmel von Kolbermoor hin sichtbar.

Erst gegen 0.30 Uhr konnten die Kolbermoorer Kameraden abrücken. Nachbargebäude wurden nicht gefährdet, die nächste Bebauung ist zwischen 50 und 100 Metern entfernt. Doch wie konnte es zu dem Brand kommen? Nach den ersten kriminalpolizeilichen Untersuchungen der Kripo Rosenheim erscheint ein technischer Defekt als Ursache als eher unwahrscheinlich, sodass die Brandfahnder derzeit von einer Brandstiftung ausgehen.

Ein Zeuge hatte in unmittelbarer Nähe mehrere, augenscheinlich jugendliche Personen beobachtet. Zur Klärung des Sachverhalts bittet die Kriminalpolizei um Hinweise. Wem sind im fraglichen Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld des Brandortes aufgefallen?

70 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen.

Sind jemanden bereits vor der fraglichen Tatzeit Personen oder Fahrzeuge im Umfeld des Brandortes aufgefallen, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten? Wer helfen kann, den Brand aufzuklären, wird gebeten, sich unter Telefon 0 80 31/20 00 an die Kriminalpolizei in Rosenheim zu wenden.

Feuerwerkskörper auf der Wiese gefunden

Gestern Nachmittag sollen zudem Feuerwerkskörper auf der Wiese gefunden worden sein. Ob diese im Zusammenhang mit dem Brand stehen oder von Silvester sind, prüft jetzt die Polizei. Neben dem persönlichen Verlust ist der materielle groß: Feuerwehr und Polizei schätzen den Sachschaden derzeit auf etwa 100.000 Euro.

Wagner erklärte gegenüber unserer Zeitung: Er werde auf alle Fälle die Windmühle wieder aufbauen. Sein Lebensmotto sei: „Nicht zurückschauen, sondern nach vorne blicken.“ Im März hätte er überdies sowieso mit der Sanierung der Mühle begonnen. Die Bretter dafür lagen schon bereit.

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