Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gerüchte kursieren in Kolbermoor

„Ach, habt ihr geschlossen?“: Hat die Gärtnerei Moser-Paukert dicht gemacht?

„Ich muss 120 Jahre alt werden“, sagt er und lacht, denn einen Nachfolger gibt es bisher nicht. Weinzierl
+
„Ich muss 120 Jahre alt werden“, sagt er und lacht, denn einen Nachfolger gibt es bisher nicht. Weinzierl
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
    schließen

Die Gärtnerei an der Schwarzenbergstraße besteht seit 1928. Jetzt werden der Inhaber dessen Kollegen immer wieder gefragt, ob es die Gärtnerei noch gibt.

Kolbermoor – Thomas Paukert ist seit 1989 Inhaber der Gärtnerei Moser-Paukert in Kolbermoor. Damals hat er den Betrieb von seinen Eltern übernommen, kurz nachdem er seinen Meister gemacht hat. Gegründet wurde die Gärtnerei 1928 von seinem Opa Andreas Moser – „den haben alle Anderl genannt“. Zu dem Betrieb gehörte auch ein Floristikbereich. Der ist jetzt Geschichte. Paukert hat ihn geschlossen.

Wirtschaftliche Gründe

Und warum? „Aus wirtschaftlichen Gründen“, erzählt Paukert. Seither gibt es laut Paukert jede Menge Gerüchte: „Viele fragen, ob wir komplett geschlossen haben“, erzählt er. Auch seine Mitarbeiterin Christine Scharnagl wurde mehrmals angesprochen. „Ach, ihr habt nicht geschlossen? Wir dachten, euch gäbe es nicht mehr.“

Stimmt nicht. Die Gärtnerei gibt es noch – nur eben den Floristikbereich nicht mehr. Paukert blickt zurück: Den Floristikbereich zu schließen, ist ihm nicht leicht gefallen. Ging eine kleine Moser-Paukert-Ära zu Ende? „Ja, irgendwie schon“, sagt er. Aber es half nichts. Der Entschluss war auch eine Folge von Corona, sagt er.

Es gibt keinen Nachfolger

Aber der Rest bleibt? Und ob, ist Paukert überzeugt, der mittlerweile 60 Jahre alt ist. Gibt es schon einen Nachfolger für den Familienbetrieb? „Nein, den gibt es nicht“, sagt er. „Ich muss halt 120 Jahre alt werden“, meint der Gärtnermeister und lacht. Mehr kann er dazu nicht sagen. „Wissen Sie, es ist mein Hobby – mein Leben.“

Blumensträuße gibt es in der Gärtnerei Paukert nicht mehr – der Floristikbereich ist geschlossen.

Veränderungen habe es in den letzten Jahren immer wieder gegeben, erzählt er. Dort, wo heute Wohnhäuser stehen, waren früher die Gewächshäuser, erinnert er sich. Das ist lange her, war aber nicht mehr wirtschaftlich und deshalb wurde der Betrieb verkleinert.

Aktuelle Nachrichten und Artikel rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite

An der Glastür zum einstigen Blumenladen hängt ein Schild – „Geschlossen“ steht darauf. Schaut man hindurch, erkennt man, dass Paukert diesen Bereich jetzt als Ausstellungsfläche nutzt. Geht man links vorbei, ist alles voller Kräuter, Gemüse- und Topfpflanzen, die alle jetzt gepflanzt werden können. Vom Salat bis zum Stiefmütterchen (siehe unten).

Zweites Standbein

Und Thomas Paukert hat sich auch ein zweites Standbein aufgebaut: Er bietet auch Mineralien, Teiledelsteine und Zimmerbrunnen an. „Die mache ich selber.“ Vor über 20 Jahren wollte er einen haben, fand aber keinen passenden und so hat er kurzerhand selbst einen gebaut. So habe sich das damals ergeben. „Damals habe ich an die Heilkraft der Steine nicht geglaubt.“ Das habe sich mittlerweile geändert: Er hat einiges ausprobiert und ist überzeugt. Und genauso überzeugt ist er auch, dass es weitergeht – auch ohne Floristikbereich.

Tipps vom Experten

Thomas Paukert kennt den richtigen Zeitpunkt zum Säen und Einpflanzen der verschiedenen Gemüsepflanzen und Kräuter aus dem Effeff. Und jetzt wird es Zeit, erklärt er: „Gemüsepflanzen können schon gesetzt werden.“ Das gelte für Kohlrabi, Blumenkohl und alle Krautpflanzen. Salat gehe auch schon – der sei dann in acht Wochen fertig. Für Paprika, Gurke und Tomate sei es jetzt noch zu kalt. Diese Gemüsesorten könnten erst in die Erde und unter freien Himmel, wenn die Eisheiligen vorbei seien, also ab Mitte Mai. Kräuter könnten jetzt schon gepflanzt werden – Salbei, Rosmarin, Petersilie, Majoran, Thymian. Nur dem Basilikum sei es noch zu kalt. Der könne ab Ende April ins Beet, so Paukert.

Mehr zum Thema