Von Koch bis Maurer alles ausprobiert

Zum Abschluss des Projektes gab es ein selbst zubereitetes Menü. Fotos Spiegelberger
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Zum Abschluss des Projektes gab es ein selbst zubereitetes Menü. Fotos Spiegelberger

Die Achtklässler der Pauline-Thoma-Mittelschule waren begeistert: Im Rahmen der Berufsorientierungswochen, die in dieser Form erstmals stattfanden, konnten die Schüler insgesamt zwei Wochen Berufe praxisnah kennenlernen. Nach der Auftaktwoche im November endete das Projekt nun und fand seinen genussvollen Ausklang in einem von den Schülern selbst zubereiteten Menü.

Kolbermoor - Im Rahmen der Berufsorientierungswochen waren die achten Klassen der Pauline-Thoma-Mittelschule eine Woche im Beruflichen Fortbildungszentrum (Bfz) in Rosenheim zu Gange. Bereits im November vergangenen Jahres hatten die Schüler dort eine Projektwoche verbracht und die Gelegenheit erhalten, in die im Vorfeld ausgewählten Berufe hineinzuschnuppern.

In dieser Woche waren nun andere Berufsgruppen angeboten. Der Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des Projekts fand sich in einem von den Schülern kreierten "Bfz-Menü", zu dem alle Betreuenden und die Elternbeiräte eingeladen waren. "Dieses Mal lag der Schwerpunkt auf den Gastronomieberufen", erklärte Rainer Munzert, Klassenlehrer der 8b und Verantwortlicher Lehrer des Pilotprojekts.

Koch, Bäcker und Restaurantfach zusammen mit Floristik und Dekoration waren die verschiedenen "Gastro-Gruppen", die das Menu von der Planung bis zum Nachtisch durchführten und so ihr Erlerntes anwenden konnten. "Ein bisschen aufgeregt" waren die 14-jährige Jessica und die 13-jährige Celina schon, bevor es los ging. Die Schülerinnen hatten mit ihrer Gruppe Restaurantfach in dieser Woche viel dazugelernt und auch schon fleißig geprobt. Wie man drei Teller auf einer Hand trägt und richtig einschenkt, habe schon gut geklappt. Viel Spaß habe die Woche gemacht, so die Schülerinnen, jedoch sei der Beruf stressiger als gedacht.

Für die Zubereitung des Menüs selbst war unter anderem der 14-jährige Dominik zuständig. Er und die anderen "Köche" sorgten unter fachkundiger Anleitung und Hilfe zusammen mit der Bäckergruppe für das Essen. Er habe in der Woche viel über seinen Traumberuf erfahren erzählte Dominik.

Kochen, braten und frittieren habe er gelernt und wie man mit dem Messer umgehe, auch das Menü habe er schon probiert und für gut befunden.

Alle 88 Schüler aus den fünf achten Klassen der Mittelschule nahmen an dem obligatorischen Projekt teil und verteilten sich je nach Interesse: "Die Schüler hatten die Auswahl zwischen sieben Berufsfeldern, diese waren Pflege und Ergotherapie, Maler und Lackierer zusammen mit Bau-, IT- und Computertechnik, Steuerungstechnik mit Pneumatik und die drei Gastroberufe", so Constanze Baruschke, Öffentlichkeitsbeauftragte und Seminarleiterin des Bfz. Sie und Munzert waren die Hauptverantwortlichen für die Projektwoche und könnten auf eine "gelungene Zusammenarbeit" zurückblicken, so Munzert.

Auch Rektor Friedrich Sparrer bestätigte dies: "Wir haben versucht, den Schülern über den normalen Lehrplan hinaus die Möglichkeit zu geben, sich durch praxisbezogenes Arbeiten besser orientieren zu können und hoffen, dass die Schüler im Mai, wenn die Einzelpraktika anstehen, schon ungefähr wissen, was zu ihnen passt."

Was zu ihnen passt, das erfuhren die Achtklässler auch in den Einzelgesprächen mit ihren jeweiligen Fachleitern, mit denen besprochen wurde, was die Woche gebracht hat, welche Perspektiven es gibt, wo die Stärken der Schüler liegen und ob der Wunschberuf überhaupt stimmig ist.

In der Novemberwoche habe es, so Munzert, noch kleine Anlaufschwierigkeiten gegeben, aber dieses Mal sei alles reibungslos über die Bühne gegangen. "Alles in allem bin ich sehr zufrieden, und ich denke, wir konnten einen guten Gesamtüberblick für die Schüler schaffen."

Weitere Projekte dieser Art, verrät er, seien auf jeden Fall geplant, nachdem die Premiere in diesem Jahrgang so gut geklappt habe.

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