LESERFORUM

Klamotten aus Blüten?

Zum Artikel „Gnadenlos ungerecht“ im Lokalteil:

Das Gartencenter Mertin in Pullach hat Pflanzen und Blumenerde vor dem Geschäftsgebäude zur Selbstbedienung und Selbstabholung angeboten.

Somit war sowohl den Blumenfreunden, als auch dem Unternehmen geholfen: Erstere konnten in der „von oben“ verordneten Freiheitsbeschränkung ihr häusliches Umfeld verschönern, Zweitgenannte mussten nicht zusehen, wie ihre Pflanzen verrecken und entsorgt werden müssen. Aus dem zuständigen Ministerium kommt als Begründung: Dann müsste man den Sonderverkauf auch den Mode- oder Schuhgeschäften gestatten. Haben diese Herrschaften eigentlich Klamotten aus verdorrenden Blüten oder Schuhe aus Gras- oder Blumenkränzen an?

Können handelsübliche Schuhe oder Klamotten verwelken, wenn sie erst in einigen Wochen an den Kunden gebracht werden dürfen?

Bei allem Verständnis für die Schutzmaßnahmen der zuständigen Behörden in dieser für uns allen schweren Zeit, ist diese Art von Bevormundung sicher nicht geeignet, alle Einschränkungen widerstandslos hinzunehmen. Lassen Sie uns gemeinsam hoffen, dass in Zukunft vernünftige und nachvollziehbare Entscheidungen getroffen werden.

Wieland Mäutner

Rosenheim

Gerecht oder ungerecht: In Rechtsfragen gehen die Meinungen wohl auseinander. Hier steht eher die Frage im Raum, ob ein Verbot sinnvoll oder unsinnig ist. Im Gegensatz zum abstandsgerechten Platzangebot in Pullach wird die Verbreitung des Covid-19 durch Übertragung in den begrenzten Flächen der Discounter geradezu Vorschub geleistet. Schuhe und Modeartikel haben wohl eine längere Verfallszeit als Pflanzgut, dass schnellstens in die Erde muss.

So viel zu sinnvoll oder unsinnig. Das in dieser von tödlichen Viren belasteten Zeit in irgendeinem Gartencenter Volksfeststimmung, vielleicht noch mit Bier- und Würstchenbuden, Karussell und Hüpfburgen und so weiter, die landläufig wohl dazu gehören, aufgekommen sein soll, ist nur schwer bis gar nicht vorstellbar.

Wenn Herr Staatsminister Aiwanger das in der Gegenwart nicht selber erlebt hat, sollte er seinen Informa tionsstab kritisch durchleuchten. Letztlich kommt es auch noch darauf an, wer ihn, und wozu, befragt hat. Und irgendwas muss er ja antworten.

Klaus Bleyl

Bad Feilnbach

Kommentare