Geplant war der 20. Oktober

Kirchweihmarkt in Kolbermoor abgesagt: Veranstalter fürchten Corona-Risiko

Am 20. Oktober hätte der Kirchweihmarkt in Kolbermoor 2020 stattfinden sollen.
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Am 20. Oktober hätte der Kirchweihmarkt in Kolbermoor 2020 stattfinden sollen. Doch die Coronakrise macht den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
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Rund 10.000 Besucher strömen Jahr für Jahr zum Kirchweihmarkt nach Kolbermoor. Genau diese Massen bereiten den Veranstaltern im Corona-Jahr 2020 Sorgen. Nun haben sie die Reißleine gezogen. Und eine weitere Veranstaltung steht auf der Kippe.

Kolbermoor – Der traditionelle Kirchweihmarkt in Kolbermoor findet heuer nicht statt. Der Gewerbeverband hat sich in enger Abstimmung mit der Stadt dazu entschieden, den traditionellen Markt, der heuer am 20. Oktober stattfinden sollte, abzusagen. „Diese Entscheidung ist für mich eine logische Konsequenz“, sagt Bürgermeister Peter Kloo zu den OVB-Heimatzeitungen. Denn wie solle garantiert werden, dass auf dem Kirchweihmarkt – „bei dem man sich durch die Straßen schiebt“ – Abstände eingehalten und Mund- und Nasenschutz getragen werden, sagt der Rathauschef.

Verschieben des Kirchweihmarktes ist keine Option

Es habe regelmäßig Gespräche mit Christian Poitsch vom Stadtmarketing gegeben, sagt Giacomo Anzenberger auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Aber einen Markt, zu dem bis zu 10.000 Besucher kommen, kann man in Corona-Zeiten einfach nicht realisieren“, erklärt der Vorsitzende des Kolbermoor Gewerbeverbandes. Da sei man sich mit der Stadt einig. Schließlich seien laut Anzenberger bis 31. Oktober Veranstaltungen mit „lediglich bis zu 1500 Besuchern erlaubt“, sagt er.

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Aber diese Begrenzung könne man eben nicht garantieren. Man könne das Gelände schließlich nicht einzäunen oder von Sicherheitspersonal bewachen lassen. „Das wäre alles viel zu teuer“, erklärt Anzenberger. Deshalb sei die Entscheidung eben gegen den Markt ausgefallen. Denn eines steht fest: „Gesundheit und Sicherheit gehen vor.“

„Dann hätten wir den Kirchweihmarkt Apfelmarkt nennen können“

Obendrein habe er mit dem Bayerischen Marktverband und dem Bayerischen Gesundheitsministerium gesprochen: „Ich habe da ganz offen erzählt, wie viele Besucher in den vergangen Jahren zum Kirchweihmarkt gekommen sind. Und dann wurde eben darauf verwiesen, dass es nicht erlaubt sei – eben nur mit der Begrenzung.“

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In diesen Gesprächen wurde auch eine terminliche Verschiebung angesprochen: „Vielleicht auf Mitte November. Vielleicht sind dann die Regelungen anders“, sagt Anzenberger. „Dann hätten wir den Kirchweihmarkt Apfelmarkt nennen können“, sagt er. Aber mit Blick in Richtung Bad Feilnbach, die ihren Apfelmarkt heuer bereits abgesagt haben, war das für den Kolbermoorer Gewerbeverband auch keine Option.

Bis zu 90 Standbetreibern muss der Veranstalter nun absagen

Bis zu 90 Standbetreiber seien jedes Jahr auf dem Kirchweihmarkt in der Innenstadt zu Gast gewesen. „Sie kamen beispielsweise auch aus Südtirol“, sagt Vorsitzender Anzenberger. Und auch aus dieser norditalienischen Region habe man schon Anfragen gehabt, ob denn der Markt stattfinden könne. Jetzt ist es amtlich: Der Markt fällt aus.

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Aber was ist mit dem Christkindlmarkt in Kolbermoor, der an den Wochenenden vor Weihnachten jedes Jahr in der Innenstadt stattfindet? Das soll sich Mitte September entscheiden.

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