Ab 1. Juli dürfen alle in die Kita, doch sie wird anders, sagt Kolbermoorer Kindergartenleiterin

Normalweise wäre der Sandspielplatz des Kindergartens Heilige Dreifaltigkeit dicht bevölkert, zumindest in diesem Sommer aber dürfen die Kinder nur gruppenweise ins Freie. thomae
  • vonJohannes Thomae
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Ab 1. Juli sind wieder alle Kinder in ihrem Kindergarten. Allerdings gibt es im Schatten von Corona jede Menge Einschränkungen, welche das beispielsweise im Caritas-Kindergarten Heilige Dreifaltigkeit sind und welches Fazit die Leiterin nach dem Lockdown zieht, lesen Sie hier.

Kolbermoor – In kleinen Schritten zurück zur Normalität – das ist das derzeitige Motto. Dies gilt auch für die Kindertageseinrichtungen, bei denen ab 1. Juli die Notbetreuung vom eingeschränkten Vollbetrieb abgelöst wird. Das heißt für die Kitas, dass wieder vieles, aber noch nicht alles wie in Vor-Corona-Zeiten abläuft, wie ein Besuch beim Caritas-Kindergarten Heilige Dreifaltigkeit zeigt.

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In der heutigen Kindergartenpädagogik gibt es ein offenes Angebot: Das sind Zeiträume, in denen sich jedes Kind aussuchen kann, wie es sich beschäftigt. Derzeit ist das nicht möglich, so Carmen Münch, Leiterin des Kindergartens von Heilige Dreifaltigkeit.

Feste Einteiliung der Gruppen

Die Auflagen schreiben vor, dass die Kinder in feste Gruppen eingeteilt werden. Zwischen denen ein Kontakt reduziert werden soll.

Deutlich wird diese Einschränkung jetzt im Sommer, wenn die Kinder viel draußen spielen: Jetzt ist der Aufenthalt nur in Etappen möglich, es darf immer nur eine Gruppe ins Freie. Durch diese erforderliche Maßnahme wird die Organisation des Kita-Betriebs aber nicht leichter.

Immerhin ist die Situation für die Kindergärten ab 1. Juli keine neue: Im Kindergarten Heilige Dreifaltigkeit sind jetzt 40 von insgesamt 62 Kindern. Da die Notbetreuung über die letzten Wochen immer weiter ausgedehnt wurde. Für die Kindertagesstätten die Möglichkeit, sich allmählich auf den neuen Normalbetrieb einzustellen.

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Positiv auch, dass sich dabei für die Kitas eine große Sorge als weitgehend unbegründet herausgestellt hat: Die Frage, in welchem seelischen Zustand die Kinder zurückkämen. Hier ist, wie Münch sagt, bei Kindern und Eltern vor allem eines festzustellen: eine Riesenfreude darüber, endlich wieder in den Kindergarten kommen zu können. Verhaltensauffälligkeiten gäbe es so gut wie keine, allenfalls seien Rückschritte in der Sprachentwicklung festzustellen. Für Münch einfach zu erklären: „Als Mama versteht man, was das Kind sagen will, auch wenn es vielleicht nicht immer deutlich oder sprachlich korrekt spricht. Man will es auch nicht ständig korrigieren.“

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Trotzdem ist das ein Punkt an dem sich zeigt, welche Aufgabe die Kitas leisten. Dass diese Arbeit durch die Corona-Krise auch für die Eltern so richtig augenfällig geworden ist, ist für Münch ein durchaus positiver Aspekt.

Ihre Hoffnung ist, „dass sich von dem Bewusstsein über diese Leistung in unserer Gesellschaft auch nach Corona noch etwas hält, nicht zuletzt auch bei den Arbeitgebern“. Wenn die künftig offener auf die Tatsache reagierten, dass Arbeitnehmer mit Kindern etwas mehr Flexibilität brauchen, würde das nicht nur die Eltern entlasten. Es könnte auch die Kitas von einem „großen Problem“ befreien: „Dass sie bislang zu virusträchtigen Zeiten aus der Krankheitswelle gar nicht mehr herauskamen.“

Leiterin zieht positives Fazit

Wenn Eltern ihr erkältetes Kind nicht zwangsweise in den Kindergarten schicken müssten, so Münch, weil sie keine Chance sähen, selbst daheim zu bleiben, dann würde diesen Wellen, die Kindergärten teilweise lahmlegen können, die Spitze genommen.

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Alles in allem fällt ihr Rückblick verhalten positiv aus: Die Belastung war für die Eltern teilweise enorm. Dennoch war es ihrer Einschätzung nach im Ganzen weniger schlimm als befürchtet. Sie kann auch dem etwas positives abgewinnen, dass sich die Kitas im Wochenrhythmus auf neue Öffnungsregelungen einzustellen hatten: „Es ist im Grunde kein Fehler, wenn man wieder lernt, dass nicht alles auf Monate hinaus plan- und festlegbar ist.“

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