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Spielerisch zum Erfolg

Johanna Gantner verbessert als Motopädin seit 25 Jahren ehrenamtlich die Motorik von Kindern

In der Adolf-Rasp-Schule wurde unter der Leitung von Johanna Gantner die Turnhalle zum Piratenschiff.
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In der Adolf-Rasp-Schule wurde unter der Leitung von Johanna Gantner die Turnhalle zum Piratenschiff.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Kindern helfen, ohne dass sie es merken, war 25 Jahre lang das Motto der Kolbermoorerin Johanna Gantner. Die Motopädin organisierte in der Adolf-Rasp-Schule ehrenamtlich ein ganz spezielles Programm. Zum Ende ihrer Arbeit blickt sie auf die besonderen Momente ihrer Kurse zurück.

Kolbermoor – Ein gesundes Leben voller Spaß und Freude an der Bewegung ermöglichen: Das ist das Ziel von Johanna Gantner aus Kolbermoor bei ihrer Arbeit mit Kindern. Mit Hilfe des Behinderten- und Rehasportvereins Kolbermoor kümmerte sie sich rund 25 Jahre lang um die Bewegungsdefizite von Jungen und Mädchen. Zum Ende ihres Ehrenamtes blickt die 54-Jährige zurück und erzählt von ihrem ganz eigenen, außergewöhnlichen Ansatz.

Förderung geschah unterbewusst

„Ich wollte die Kinder immer fördern, ohne dass sie es merken“, berichtet Gantner. Die Motopädie sei für die Sportlehrerin daher genau der richtige Ansatz gewesen, um die Psychomotorik von Jugendlichen zu verbessern. Verpackt in Spielen, Bewegungen und Geschichten versuchte sie, Schwächen in der Motorik zu erkennen und gezielt daran zu arbeiten. Mit ihren Erfahrungen aus den Bereichen Sport, Gymnastik, Kinderturnen und Animation entwickelte sie ein ganz spezielles Programm, das sie, nach ihren Anfängen in Rosenheim, 15 Jahre lang in der Turnhalle der Adolf-Rasp-Schule in Kolbermoor umsetzte.

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Doch wie genau funktioniert so eine Stunde Bewegungstherapie? „Mit ganz vielen unterschiedlichen Dingen“, erklärt die 54-Jährige. Sei es mit einem großen Trampolin, Fliegenklatschen oder einem improvisierten Piratenschiff. Alles, was den Kindern hilft und Freude bereitet ist bei der Sportlehrerin erlaubt. Zusätzlich zu dem freien, kreativen Ansatz bringt Gantner je nach Entwicklungsstand und Bewegungsstörung ihre gezielten Übungen ein. Ob Klettern für die Koordination, Balancieren für das Gleichgewicht oder Rechenspiele für die psychische Entwicklung.

Besondere Art der Entwicklung

Die spezielle Art, mit Kindern zwischen vier und zwölf Jahren zu arbeiten, hatte die Motopädin dabei früh für sich entdeckt. Demnach hat sie sich bereits bei ihren ersten Kursen im Kinderturnen gefragt: „Was ist eigentlich mit denen, die nicht hier sind und sich nicht so gut bewegen können?“ Die Antwort bekam die Lehrerin bei ihren Schulungen der Psychomotorik.

Die Nachfrage der Eltern ist dabei laut Gantner stetig gewachsen. „Viele wussten erst einmal gar nicht, dass es so etwas gibt.“ Mit der Zeit war die bei der Caritas angestellte Kolbermoorerin allerdings mit bis zu fünf Gruppen mit je acht Kindern pro Woche beschäftigt.

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Doch mit dem Beginn der Corona-Pandemie änderte sich das schlagartig. In der Turnhalle ging rund ein Jahr lang gar nichts, weshalb die Motopädin Sonderangebote im Wald oder an der Mangfall einstreute. „Da waren wir dann mehrere Stunden und haben mit Steinen, Stöcken und Seilen gearbeitet“, berichtet sie.

Übungen im Wald: Motopädin Johanna Gantner ruht auf einer von Kindern gebastelten Hängematte.

Nach 25 Jahren im Ehrenamt ist für die 54-Jährige nun Schluss. Zum einen sei „alles ein bisschen viel geworden“, zum anderen kämpfe man seit Jahren vergeblich um mehr Anerkennung. Nachdem die Nachfrage allerdings immer noch groß ist, hofft Gantner, dass vielleicht die Übungsleiterinnen Nicole Kappler und Annemie Menzel, die ihr in den vergangenen Jahren geholfen haben, das Projekt eventuell weiterführen. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation werde es allerdings voraussichtlich frühestens in zwei Jahren eine Alternative geben.

Was bleibt sind die Erinnerungen

Für Gantner bleiben nach 25 Jahren nicht nur einige tiefe Verbindungen zu ihren Schützlingen, sondern auch schöne Erinnerungen, wie der Tag der offenen Tür im Jahr 2019, bei dem über 50 Kinder die Turnhalle füllten. Aber auch die Abschlussveranstaltung mit Clown Pippo, bei dem der Wald für die Kinder zur Zirkuswelt wurde, werde der Kolbermoorerin im Gedächtnis bleiben und sie auch jetzt noch glücklich auf ihr Ehrenamt zurückblicken lassen.

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