100 GAUFESTE IM INNGAU

Inngau-Trachtenverband: Fest-Geschichte auf Buchseiten gedruckt statt auf Stick gespeichert

Im Jahr 1987 richtete der Trachtenverein D‘Mangfalltaler Kolbermoor das Gautrachtenfest aus, wie auf dem Banner dokumentiert.
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Im Jahr 1987 richtete der Trachtenverein D‘Mangfalltaler Kolbermoor das Gautrachtenfest aus, wie auf dem Banner dokumentiert.

Der Inngau-Trachtenverband musste Corona bedingt seine 100-Jahr-Feier im vergangenen Jahr verschieben. Fürs Jubiläum hat Ehrenvorstand Walter Weinzierl federführend gemeinsam mit seinem Sohn Thomas und Hubert Weigl das Projekt „100 Gaufeste im Inngau“ verwirklicht. Wie, erzählt er im Interview.

Kolbermoor – Der Bayerische Inngau-Trachtenverband mit Sitz in Rosenheim hätte im vergangenen Jahr in Ostermünchen sein 100. Jubiläum gefeiert, das aber aus bekannten Gründen ausgefallen ist. Der Verband ist allerdings älter, er wurde 1903 gegründet. Aber während der Kriegsjahre konnte nicht gefeiert werden, deshalb werden diese Jahre nicht angerechnet.

Für das Jubiläum hat Walter Weinzierl, Ehrenvorstand des Inngau-Trachtenverbandes und Ehrenkassier des Bayerischen Trachtenverbands sowie Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Bezirksmedaille in Silber, federführend eine Dokumentation über die bisherigen Gaufeste auf Werbebannern zusammengestellt und zudem dazu ein Büchlein verfasst.

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Über das Projekt berichtete der 69-Jährige jetzt im Gespräch mit dem Mangfall-Boten.

Was war der Beweggrund für das Projekt?

Walter Weinzierl: Im Vorfeld der geplanten 100-Jahr-Feier hatten Sepp Lausch, ehemaliger Gau- und Landesvorplattler, und Hubert Weigl, Revisor, die Idee, diese Feste zu dokumentieren.

Wie sind Sie bei der Umsetzung vorgegangen?

Weinzierl: Mein Sohn Thomas sowie Hubert Weigl, ehemaliger Vorsitzender des Aiblinger Trachtenvereins und ich haben die Vereine aufgefordert, von ihren durchgeführten Gaufesten Text- und Bildmaterial wie Einladungen oder Presseberichte zu liefern. Dazu haben wir ihnen vorgeschlagen, auch in Museen, Archiven der Gemeinden und Städte sowie bei den Heimat-Geschichtsschreibern nachzufassen. Wir haben zusätzlich in den Gau-Archiven recherchiert und auch vor Ort bei den Vereinen das zusammengetragene Material gesichtet.

Die Titelseite des Buches.

Wie wurden all die Informationen verwertet?

Weinzierl: Wir haben in zweijähriger Arbeit diese Informationen bearbeitet und inhaltlich zusammengestellt. Mein Sohn Thomas hat die grafische Gestaltung übernommen und die Infos samt Fotos auf sogenannten Roll-Up-Banner – das sind mobile Werbeaufsteller – dokumentiert. So sind 76 Banner entstanden. Die Kosten dafür haben die Vereine übernommen, denen diese Roll-Ups zur Verfügung gestellt werden. Sie können sie bei Veranstaltungen als Dekoration und auch Information nutzen. Geplant ist aber, diese Banner vorab geschlossen in Wanderausstellungen in den Landkreisen Rosenheim, Ebersberg, Rottal-Inn, Altötting sowie der Stadt Rosenheim zu zeigen, in denen unsere Vereine ansässig sind.

Und was ist für Ihr Buch übriggeblieben?

Weinzierl: Dateien und Unterlagen, die aus Platzmangel nicht mehr untergekommen sind oder im Umfang für ein Banner nicht ausreichend waren, hatte ich auf einem Stick gespeichert, damit nichts verloren geht. Dann war mir aber klar, dass solch ein Speicherstick schnell verloren gehen könnte oder irgendwo lagert, und keiner die Infos einsehen kann. Deshalb das Buch – da kamen 104 Seiten zusammen.

Wie ist die Resonanz aus den Vereinen?

Weinzierl: Momentan noch verhalten, weil alle auf die Ausstellungen warten und die Banner zunächst sichten wollen. Danach wird das Interesse auch für das Buch zunehmen. Einige Vereine haben schon Bücher gekauft, der Rest wird folgen – davon gehe ich aus. .

Wie hoch ist die Druckauflage?

Weinzierl: Zunächst haben wir 250 Exemplare drucken lassen; wir können aber nachlegen, weil wir das verlagsunabhängig abwickeln. Ich bin mit den Produktionskosten in Vorlage gegangen.

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