Hochwasser forderte großen Einsatz

+

Der Blick auf das Juni-Hochwasser stand neben den Rechenschaftsberichten im Mittelpunkt der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kolbermoor. Zudem wurde Thomas Paukert zum Zweiten Vorsitzenden gewählt.

Kolbermoor - Vorsitzender Manfred Rackl betonte eingangs, es habe sich bei 2013 um ein "außergewöhnliches Jahr" gehandelt, neben den vielen Großereignissen, zu denen die Wehr zum Einsatz gerufen wurde, hatte es auch einen Mitgliederzuwachs gegeben, allen demografischen Unkenrufen zum Trotz. Insgesamt fanden 15 Anwärter für den aktiven Dienst den Weg zu den Floriansjüngern und 22 neue Fördermitglieder verstärken den Verein in Zukunft.

Rackl zeigte sich "stolz auf die gesamte Mannschaft", die aktuell aus 87 Feuerwehrdienstleistenden, 15 passiven und 185 Fördermitgliedern besteht - "so viel wie noch nie." Der Altersspiegel reicht vom jüngsten Mitglied mit eineinhalb Jahren bis zum Senior mit 94 Jahren.

Für das Bestreben um beste Ausbildung und hochtechnisches Equipment wurden Rackl zufolge im vergangenen Jahr mehr als 65000 Euro investiert und mit dieser Eigenleistung der Kolbermoorer Stadtsäckel nicht unerheblich entlastet.

Der Vereinskalender wies eine Vielzahl von Ereignissen aus wie die Feuerwehrveranstaltung im Mai, das Mangfall-Hochwasser im Juni und auch gesellige Aktionen, so der Vereinsausflug im November oder die Weihnachtsfeier. Vor allem die insgesamt 427 Einsätze im zurückliegenden Jahr zeugten von der Schlagkraft der Truppe und ihrem hohen Engagement, in allen Bereichen. Dank sagte Rackl daher allen Beteiligten, Unterstützern und Förderern und der Stadt Kolbermoor, "die immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat".

Die Revisoren bestätigten dem Verein und dessen Kassier eine ordentliche Aufarbeitung von Einnahmen und Ausgaben, und so stand einer Entlastung des gesamten Vorstands nichts mehr im Wege.

Bei der Wahl zum Zweiten Vorsitzenden hatte nach geheimer Abstimmung Thomas Paukert klar die Nase vorne. Er verstärkt damit das Führungsteam der Wehr und löst Franz Wudy ab, der aus beruflichen Gründen das Amt nicht mehr ausüben kann.

Im seinem Einsatzbericht ließ Feuerwehrkommandant Richard Schrank noch einmal das ereignisreiche Jahr Revue passieren. Untermalt mit eindrucksvollen Bildern und Videosequenzen nahm das Mangfall-Hochwasser Anfang Juni einen breiten Raum ein. Teils beklemmende Situationen wurden dabei nochmals beleuchtet und Leistungen von Einsatzkräften und Helfern aus allen Bereichen hervorgehoben und gewürdigt. Vor allem während der Hochwassertage mussten die Einsatzkräfte oftmals bis an die Leistungsgrenze gehen, waren teils rund um die Uhr im nicht ungefährlichen Einsatz vor Ort. Für all diese Hilfeleistungen wurden Schrank zufolge rund 15560 Arbeitsstunden abgeleistet, was einer ehrenamtlichen Arbeits- und Dienstleistung von 207 Stunden oder 5,8 Arbeitswochen für jeden Feuerwehrler im vergangenen Jahr entspricht, "fast 50 Prozent mehr als im Jahr davor", so der Kommandant.

Auch die Statistik des vergangenen Jahres ist umfangreich: 26 Personen wurden aus ihrer Not gerettet, allerdings mussten auch fünf Tote geborgen werden (vorwiegend Wohnungsöffnungen, Ersthelfereinsatz). Hinzu kamen Einsätze bei Bränden (zumeist außerhalb Kolbermoors), technische Hilfeleistungen und vieles mehr.

Gut gerüstet und ausgebildet geht seine Mannschaft in das neue Jahr, "aber es gibt Dinge in der Natur, die sind stärker als wir", weiß Schrank um die große Unbekannte in seinem Bericht.

Im technischen Bereich freut sich die Wehr über eine neue Drehleiter, von der bereits 100000 Euro angezahlt sind und die im Februar in den Einsatz gehen soll.

Prävention an den Schulen, das Katalogisieren aller Tiefgaragen in Kolbermoor (geschätzt etwa 300) und der Ausbau eines wirksamen Hochwasser- und Brandschutzes sind weitere Mammutaufgaben für den Kommandanten und sein Team.

Dass das nicht von ungefähr kommt, sieht auch Kreisbrandinspektor Klaus Hengstberger, der den Kolbermoorer Kameraden für deren Einsatz dankte. Er hob aber auch den Finger und warnte vor einem Nachlassen in Ausbildung und Übung, denn nur so sei der Ernstfall zu beherrschen.

Bürgermeister Peter Kloo stellte die Wichtigkeit einer gut ausgebildeten Feuerwehr heraus und dankte allen Einsatzkräften. Er selbst "weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, unter extremen Bedingungen wie beim Juni-Hochwasser zu arbeiten". "Die Stadt ist stolz auf diese Truppe", so sein Schlusswort, das im Beifall fast unterging.

Im Anschluss folgten die Ehrungen langjähriger Mitglieder (Bericht folgt). hko

Mehr zum Thema

Kommentare