Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Von Parksünden und Hitzewellen

Hitze lockt Tausende ins Freibad nach Kolbermoor: Anwohner sehen Gefahr durch Verkehrschaos

Im Freibad Kolbermoor lässt sich die Hitze einigermaßen aushalten. Am Sonntag zog es Hunderte Gäste auf der Suche nach einer Erfrischung hierher.
+
Im Freibad Kolbermoor lässt sich die Hitze einigermaßen aushalten. Am Sonntag zog es Hunderte Gäste auf der Suche nach einer Erfrischung hierher.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
    schließen

Während die einen vor der Hitze ins Freibad fliehen, stöhnen die anderen unter dem Verkehrschaos, das die Badegäste in den umliegenden Straßen hinterlassen. Doch was tun, wenn Regeln und Knöllchen nicht helfen?

Kolbermoor – Es ist eine Affenhitze. Und auch wenn es in den kommenden Tagen ein paar Grad „kühler“ werden soll, ist ein Ende der Hitzewelle nicht in Sicht. Bei 30 Grad Celsius und mehr lechzt jeder nach einer Erfrischung. Im Kolbermoorer Freibad gibt es die für alle Altersgruppen – ob im Kleinkinderbecken mit Sonnenschirm, im Spaßbecken mit Rutsche oder im klassischen Schwimmerbecken. Doch der Zulauf zum Freibad hat auch Schattenseiten.

Enge Straßen machen Ausweichen schwer

So macht eine OVB-Leserin aus der Nachbarschaft auf die Probleme aufmerksam, die durch das Verkehrschaos rund ums Bad entstehen. Besonders Kinder auf Rollern seien gefährdet: nicht nur wegen der schlechten Sicht, sondern vor allem, weil in den engen Straßen ein Ausweichen kaum möglich sei.

Bad-Chef Charlie Meier nimmt der Darstellung ein wenig Dramatik: „Von Verkehrschaos kann man nicht sprechen. Bei uns läuft eigentlich alles geordnet, die Leute halten sich an die Regeln. Und wenn doch mal einer auf dem Parkplatz für Menschen mit Behinderung steht, der dort nicht stehen darf, dann wird er ausgerufen und fährt sein Auto weg.“

Nun liegt das Augenmerk des Bademeisters natürlich nicht auf der Parksituation rund ums Bad, sondern auf der Sicherheit seiner Badegäste. „Deshalb wird der ruhende Verkehr im Bereich des Freibades vom Zweckverband Kommunale Dienste Oberland kontrolliert“, informiert Ordnungsamtschef Thomas Rothmayer. Bei bestem Badewetter kämen bis zu 3000 Besucher am Tag ins Freibad. Dann seien auch die Anliegerstraßen von Farrenpoint- über Friedens- und Heubergstraße, VdK-Siedlung und Jägerkampstraße bis zur Breitenstraße zugeparkt. Wer dabei auch die für Feuerwehr und Stadtbus eingerichteten Halteverbote missachte, müsse mit teuren Knöllchen rechnen.

Der Mangfall-Bote hat drei Stichproben gemacht und festgestellt: Die Verkehrssituation rund ums Freibad ist allein eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme. Klar ist kein Tag wie der andere. Mal parkt kaum jemand vor dem Bad. Dann fragen die Anwohner: „Warum kommt ihr nicht an Tagen, an denen Chaos herrscht?“

Das Halteverbot im Bereich der Bushaltestelle missachteten am Sonntag, 24. Juli, drei Pkw-Fahrer. Ob sie aber tatsächlich auch baden waren, ist nicht bekannt.

Und dann gibt es sie, diese Hitzetage, an denen wie an jedem Badesee oder Freibad auch in Kolbermoor kaum ein Parkplatz mehr frei ist – so wie am Sonntag, 24. Juli. Gegen 14 Uhr waren direkt vorm Eingang nur die beiden Parkplätze für Menschen mit Behinderung noch unbelegt. In den umliegenden Straßen war es noch relativ „luftig“. Selbst der Parkplatz für die Lehrer der Adolf-Rasp-Schule bot am schulfreien Sonntag noch Kapazität. Doch zu dieser Zeit schwoll der Besucherstrom auch noch kräftig an.

Die Obere Mangfallstraße ist eng, aber mit ein wenig Geduld auch im Gegenverkehr kein Problem.

Und während sich in der Oberen Mangfallstraße Auto- und Radfahrer umsichtig begegneten, veränderte sich in den angrenzenden Straßen allmählich die Parksituation. Offenbar aufgrund der individuellen Frage, wie weit der Fußweg bis zum Eingang sein darf, und wie es ums eigene Einparkgeschick beschaffen ist. So machte in der Breitensteinstraße eine Anwohnerin auf vorhandene „legale“ Parklücken aufmerksam. Gleichzeitig aber wurde die Haltestelle des Stadtbusses wie selbstverständlich zugeparkt. Und als ob der „Herdenzwang“ jegliche Regeln außer Kraft setzt, parkten schließlich drei Fahrzeuge im Halteverbot. Immerhin war der sensible Kreuzungsbereich von Breitenstein- und Oberer Mangfallstraße noch frei von Falschparkern, denn, so erklärt die Anwohnerin: „Dort ist es besonders gefährlich, weil die Radfahrer in den Gegenverkehr geraten, wenn alles zugeparkt ist.“

Drei Parksünder am Sonntag im Vergleich zu 3000 Badbesuchern sind ein verschwindend geringer Anteil von 0,1 Prozent. Doch genau der kann zu Problemen führen. Was also tun, wenn Regeln und Strafen nicht helfen? „Man kann nur an die Vernunft appellieren“, meint Stadtrat Stefan Limmer, der als Hausmeister der Adolf-Rasp-Schule die Verkehrssituation vor Ort bestens kennt.

Für die Vernünftigen gibt es in Kolbermoor neben der Einhaltung der Verkehrsregeln auch zwei andere Alternativen: Eine ist der Stadtbus. Er hält stündlich an der Haltstelle „Freibad“ in der Breitensteinstraße, also zwei Gehminuten vom Eingang des Stadtbades entfernt. Im Juli und August können die Passagiere sogar noch in den Genuss des 9-Euro-Tickets kommen.

Zahlreiche Badegäste waren auch bei Hitze mit dem Radl da. Ausreichend Fahrradständer sind vorhanden.

Alternative zwei: der Drahtesel. Ihn nutzten viele Kolbermoorer trotz der Hitze auch am Sonntag. Und: „Fahrradständer gibt es bei uns en masse“, motiviert Bad-Chef Meier dazu, etwas für die Umwelt und gegen das Verkehrschaos zu tun.

Mehr zum Thema

Kommentare